Bachelor ist nicht gleich Bachelor

Modell der Fachhochschulen ist erfolgreich / Der Esslinger Hochschul-Rektor Prof. Dr.-Ing. Bernhard Schwarz unterstreicht das hohe Niveau der Bachelor-Abschlüsse an Fachhochschulen

(PresseBox) (Esslingen, ) Durch die jüngsten Diskussionen um die Bachelor-Studiengänge an Universitäten sieht der Rektor der Hochschule Esslingen, Prof. Dr.-Ing. Bernhard Schwarz, das Modell der Fachhochschulen bestätigt. Mehr als 2/3 aller Ingenieure haben in der Vergangenheit an Fachhochschulen absolviert und deren Diplom hatte in der Wirtschaft einen exzellenten Ruf. Zwischenzeitlich ist die Umstellung auf die neuen Bachelor-Abschlüsse an der Hochschule Esslingen abgeschlossen und hunderte von Bachelor-Absolventen sind bereits in Unternehmen tätig. "Unser Ziel war der Nachweis, dass unser Bachelor-Abschluss mindestens das Niveau des früheren Diploms aufweist, und das ist uns gelungen", so berichtet Professor Schwarz. Mit sieben, statt sechs Semestern Studienzeit und wesentlich praxisnaheren Vorlesungen unterscheide man sich deutlich vom Studium an technisch ausgerichteten Universitäten. "Die Rückmeldungen, die wir aus der Industrie erhalten, sind durchweg positiv", berichtet Prof. Schwarz. Die Qualität werde allerorts bestätigt. Auch Auslandaufenthalte, welche von ca. 1/3 aller Absolventen wahrgenommen werden, sind selbstverständlicher Teil des Studiums und lassen das Wehklagen der Universitäten über die neue Studienstruktur in anderem Licht erscheinen.

Auch die Studierenden selbst erkennen diese Situation. Protesten gegen die Bachelor-Master-Umstellung, wie diese an den Universitäten in den vergangenen Wochen durchgeführt wurden, fehlte an Fachhochschulen jede Grundlage. Theorie und Anwendungsorientierung stehen in einem guten Verhältnis, so wie die Unternehmen es vom früheren Diplom der Fachhochschulen kennen und schätzen. Vor diesem Hintergrund sei es schade, dass ein wichtiges Ziel des Bologna-Prozesses, die Bachelor-Abschlüsse alle auf ein sehr gut für den Beruf qualifizierendes Niveau zu bringen und die besten Bachelor-Absolventen in Masterstudiengängen weiter zu qualifizieren, somit etwas verfehlt wird - ausgerechnet von den Universitäten.

Dass dieses Erfolgsmodell nicht auf Ingenieurwissenschaften beschränkt ist zeigt sich laut Rektor Schwarz auch an den wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen der Hochschule, welche die gleichen Kennzeichen und somit auch das gleich hohe Niveau aufweisen wie in den Ingenieurwissenschaften.

Was also machen die Fachhochschulen anders? Warum genießen vor allem auch Absolventen der Hochschule Esslingen einen sehr guten Ruf? Rektor Bernhard Schwarz: "Wir haben bewusst sieben Semester gewählt." Nach dem Grundstudium und der Schwerpunktwahl folge immer ein Praxissemester, das die Studierenden immer mehr auch im Ausland verbringen. Die Hochschule Esslingen kooperiert hier mit zahlreichen internationalen Partnerhochschulen und Unternehmen weltweit. Überhaupt werde die Internationalität immer wichtiger, berichtet Schwarz. Diese Eindrücke, die weltweit gesammelt werden, prägen. Die internationalen Kontakte unterstreichen zudem die Nähe zur Praxis - zu Unternehmen und sozialen Einrichtungen, die auf die Absolventen auf Esslingen mit ihrem fachkundigen Know-how setzen. "Bachelor ist eben nicht gleich Bachelor", sagt Rektor Bernhard Schwarz, der bei diesen Studiengängen im Moment die Fachhochschulen an der Spitze sieht, was auch die steigenden Bewerberzahlen zeigen. Kein Wunder also, dass insbesondere auch seine Hochschule in Esslingen mit den verschiedenen Fakultäten in bundesweiten, unabhängigen Rankings regelmäßig Spitzenplätze belegt. "Wir haben bewiesen, dass unsere Richtung und unser Konzept stimmen", sagt Schwarz selbstbewusst. Auch das Thema Studiengebühren sei in Esslingen kein Streitpunkt mit den Studierenden. Im Gegenteil: Durch ihre Mitwirkung bei der Mittelverwendung hätten Sie erkannt, dass Studiengebühren einen nachhaltigen Einfluss auf die Qualität des Studiums an der Hochschule Esslingen hätten und die Mittel dazu verwendet würden, auch weiterhin eine optimale Ausbildung zu sichern.

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