Neue Dimensionen der Simulation

Dienstjubiläum im Studiengang Kunststofftechnik

(PresseBox) (Aalen, ) Die Ingenieurskunst hält Prof. Dr. Harald Kaiser bei Laune. Besonders ergiebig sind für den Ingenieur die Kunststoffe. Ihre Vielfalt ist nahezu unüberschaubar; in sämtlichen Fertigungsverfahren lassen sie sich herstellen und sie eröffnen dem Tüftler ungeahnte Möglichkeiten des Einsatzes. „Einfach ein toller Werkstoff“, bekannte Prof. Dr. Kaiser bei der Übergabe der Urkunde für sein 25jähriges Dienstjubiläum im Studiengang Kunststofftechnik an der Hochschule Aalen.

Nach dem Studium des Maschinenbaus an der Universität Stuttgart und einer Promotion auf dem Gebiet der Simulation von Hohlkörperblasprozessen arbeitete Prof. Dr. Kaiser bei der Firma Bosch, wo er für den Sektor Kunststoffteile zuständig war, bevor er an die Aalener Hochschule berufen wurde. Im Studiengang Kunststofftechnik bearbeitete er innovative Projekte wie die Fernüberwachung von Spritzgießmaschinen. An der Hochschule ist er wissenschaftlicher Leiter des Rechenzentrums und gewähltes Mitglied des Senats.

„Kunststoffe sind allgegenwärtig, werden aber nicht so richtig wahrgenommen“, befindet Prof. Dr. Kaiser. Dabei finde man in der Kunststofftechnik alle Fertigungsverfahren der Metallindustrie in abgewandelter Form vor. Hinzu kämen weitere, spezifisch kunststofftechnische Verfahren wie beispielsweise solche der Oberflächenvorbehandlung. „Faszinierend ist auch, wie leicht sich Kunststoffe verändern, wenn mechanische Kräfte oder Temperaturen auf sie einwirken“, so der Jubilar. Man müsse eben nur deren Grenzen kennen.

Das ist angesichts so komplexer Gebilde wie dem Kraftstofftank eines Fahrzeugs gar nicht so einfach. Dieser besteht innen und außen aus Polyamid, dazwischen befindet sich eine Schicht aus Polyethylen, um die Diffusion von Kraftstoffpartikeln zu vermeiden. Jedoch haftet das Polyamid nicht am Polyethylen, so dass beide Schichten mit einem Kleber, d.h. einem Primer verbunden werden müssen. Der Tank besteht deshalb aus fünf verschiedenen Schichten. „Dafür kann die Form beliebig dem Unterboden eines Pkw angepasst werden“, nennt Prof. Dr. Kaiser einen Vorteil. Ein anderer Vorteil besteht in der Kostenersparnis, die sich aus dem vergleichsweise geringen Gewicht von Kunststoffen ergibt. Zur Herstellung eines solchen Tanks sind freilich meterhohe Maschinen nötig: „Die Studenten staunen immer wieder ob der riesigen Dimensionen der Fertigungsmaschinen.“

Die Kunststofftechnik zählt zu den Besonderheiten der Hochschule. In Aalen kann man Kunststofftechnik grundständig studieren, während sie an anderen Hochschulen ein bloßer Anhängsel des Maschinenbaus ist. Es wird sowohl der Bachelor- als auch ein Master-Abschluss angeboten. Ein Schwerpunkt des Studiengangs liegt auf der Simulation, dem Promotionsthema von Prof. Dr. Kaiser. Simuliert wird hauptsächlich das Spritzgießen und Blasformen: Was im Zweidimensionalen seinen Anfang genommen hat, wird heute in Echtzeit dreidimensional animiert. Die Simulationssoftware ist verhältnismäßig teuer. Für kleine und mittlere Unternehmen, die sich dem weit weniger verbreiteten Blasformen verschrieben haben, ist sie geradezu unerschwinglich. An dieser Stelle fungiert Prof. Dr. Kaiser als Brücke zum Mittelstand, nicht zuletzt durch seine Mitarbeit im Steinbeis Transferzentrum Kunststofftechnik.

Derzeit beschäftigt sich Prof. Dr. Kaiser mit einem Roboter, der zur Qualitätssicherung in der Kunststofftechnik eingesetzt werden soll. Mittels Bildverarbeitung erkennt er bereits einzelne Bauteile. Bald schon soll er diese vermessen und wiegen können, sowie Gussreste entfernen und Dichtungen aufbringen. „Vorher ist noch einiges zu erledigen“, gesteht er zu, „aber es macht unheimlich Spaß!“

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