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HOCHSCHULE AALEN Informatik vermitteln, die Spaß macht
Fortbildung für Informatik-Lehrer bringt neue Impulse
AALEN In vielen Filmen aus den 60er und 70er Jahren entspricht der Programmierer der typischen Figur des Nerds - ein genialer Fachidiot. Heute werden Programmierer differenzierter gesehen, teilweise nicht unbedingt positiv.
Dr. Hans-Werner Hein von der Initiative BWINF (Bundesweit Informatiknachwuchs fördern) sprach in seinem Einführungsvortrag über das Programmieren als Machtinstrument. Wenn Programmieren Macht bedeutet, soll dann überhaupt jeder programmieren lernen? Seine Antwort lautete: Ja. Informatik ist allgegenwärtig und müsse deshalb auch in der Schule präsent sein. In unserer Wissensgesellschaft sei nur Fortschritt möglich, indem Wissen stetig erweitert und ausgetauscht wird. Und bei allen gesellschaftlichen Klischees: Programmieren macht auch Spaß.
Wie die Begeisterung geweckt werden kann, zeigten Experten von unterschiedlichen Bildungsträgern und Firmen bei der Veranstaltung "Impulse für den Informatik-Unterricht" in zwölf einzelnen Workshops.
Die Palette der Angebote reichte von "Mobiles Programmieren" über Berufsprofile für Informatiker in lokalen Industriebetrieben (ZF Schwäbisch Gmünd) bis zum Beitrag des Computer-Chaos-Clubs Stuttgart "Datenschutz in Facebook".
Auch aktuelle Entwicklungen der Schulinformatik verschiedener Bundesländer wurden dargestellt und vielfältige Anregungen für den Unterricht gegeben.
Informatik-Unterricht braucht Standards
"Wir brauchen im Informatik-Unterricht einheitliche Standards wie sie etwa für den Pilotversuch vierstündige Informatik entwickelt wurden " stellt Prof. Ulrich Klauck fest, der an der Hochschule Aalen den Studiengang Informatik leitet. Dazu ergänzt Hans Bergmann, Informatik-Lehrer am Parler-Gymnasium Schwäbisch Gmünd, dass das Angebot für Informatik an den allgemeinbildenden Gymnasien seiner Bedeutung entsprechend insgesamt ausgebaut werden müsse. Gemeinsam mit Studiendirektor Matthias Makowsky vom Regierungspräsidium Stuttgart organisierten Bergmann und Klauck die Fortbildung. Mehr als 60 Teilnehmer reisten an, um die Referenten zu erleben. Die Resonanz zeigt deutlich, dass das Thema bewegt und Grundlage lebhafter Diskussionen ist.
Neben dem gesteckten Ziel, theoretische und praktische Impulse für den Unterricht zu geben, sind von den meisten Teilnehmern auch "Empfehlungen zur Entwicklung der Informatik an den Gymnasien Baden-Württembergs" unterschrieben worden, die sich an das Kultusministerium Baden-Württembergs richten. Diese plädieren für ein erweitertes Informatik-Angebot an den Schulen, die Einstellung von ausgebildeten Informatiklehrern. Außerdem den Aufbau und die Verbesserung von Zuständigkeiten für den Bereich Informatik im Ministerium, in den Regierungspräsidien und im Landesamt für Schulentwicklung sowie ein verbessertes Weiterbildungsangebot. Deshalb wird es auch mit dieser Veranstaltung nicht getan sein. "Wir planen eine Fortsetzung" verspricht Bergmann.
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