Modellprojekt H-elb hat gesamtgesellschaftliche Bedeutung

FH Gießen-Friedberg entwickelt elektronisches Lernportal für Behinderte - Ministerin Eva Kühne-Hörmann übergibt Bescheid für 1,4 Millionen-Euro-Projekt

(PresseBox) (Wiesbaden / Gießen, ) Die Fachhochschule Gießen-Friedberg erhält für ein Forschungsprojekt des Zentrums für blinde und sehbehinderte Studierende (BliZ) Mittel in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Das Vorhaben zur Entwicklung eines Lernportals für Behinderte wird zum überwiegenden Teil vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert. Weitere Geldgeber sind das Bundesgesundheitsministerium, die Bundesagentur für Arbeit, der Landeswohlfahrtsverband Hessen und das Hessische Innenministerium. Die Laufzeit beträgt viereinhalb Jahre.

"Damit übernehmen die FH Gießen-Friedberg und das BliZ eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung eines barrierefreien Lern- und Prüfungsportals für Behinderte, das grundsätzlich an allen Hochschulen zum Einsatz kommen kann. Dies ist eine großartige Investition im Interesse behinderter Menschen. Dass das Land Hessen über die Hälfte der Gesamtfördersumme von mehr als 1,4 Millionen Euro trägt, unterstreicht die hochschulpolitische, aber auch die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Projekts", sagte die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne Hörmann, anlässlich der Bescheidübergabe in Gießen.

Das "Hessische elektronische Lernportal für Behinderte" (Helb) soll Menschen mit eingeschränkten Körperfunktionen den Studienalltag erleichtern und ein hohes Maß an Barrierefreiheit gewährleisten, so Projektleiterin Prof. Dr. Erdmuthe Meyer zu Bexten. Das Portal wird behindertengerechte Lehrmaterialien und Übungsaufgaben zur Verfügung stellen und den Online-Zugriff auf Datenbanken mit Fachliteratur erlauben. Die Möglichkeit, an die spezielle Behinderung angepasste mündliche und schriftliche Prüfungen ortsunabhängig abzulegen, ist ebenfalls vorgesehen. Jeder Benutzer wird über ein individuelles Layout, das an seine persönlichen Bedürfnisse angepasst ist, Zugang finden. Die Betreuung durch Lehrende und Mitarbeiter des BliZ erfolgt ebenfalls über Helb. Meyer zu Bexten verspricht sich von dem Projekt eine deutlich verbesserte Integration Behinderter in den Studienalltag. Im Rahmen des Projekts werden sechs schwerbehinderte Hochschulabsolventen drei Jahre beschäftigt sein. Kooperationspartner sind die Gießener Justus-Liebig-Universität, das Paul-Ehrlich-Institut, das Robert-Koch-Institut, der Landeswohlfahrtsverband Hessen und die Agentur für Arbeit.

Für FH-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin ist das Projekt ein Indiz für die führende Rolle der Fachhochschule Gießen-Friedberg in dem Bemühen, Behinderten eine faire Chance im Studium zu geben. Gleichzeitig sei der Erfolg des BliZ ein Beleg dafür, dass Forschung und Entwicklung an seiner Hochschule einen immer größeren Stellenwert bekämen. "Die Forschungsmittel, die die Fachhochschule Gießen-Friedberg einwirbt, haben sich zwischen 2006 und 2009 verdreifacht. Wir werden unsere Forschungskompetenz als Partner der Wirtschaft weiter ausbauen", so Grabatin.

Seit seiner Gründung im Jahr 1998 unterstützt das Zentrum für blinde und sehbehinderte Studierende an der FH Gießen-Friedberg Sehgeschädigte im Studium. Es ist mit modernsten technischen Hilfsmitteln ausgestattet und bietet eine intensive persönliche Betreuung. Daneben testet und entwickelt das BliZ Hilfsmittel für Sehbehinderte und chronisch Kranke. Es ist die einzige Einrichtung ihrer Art an einer deutschen Fachhochschule.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.