GOCE - Europas neuer Erdbeobachtungssatellit im All

(PresseBox) (Wiesbaden, ) Heute um 15:21 MES ist GOCE, Europas neuer Erdbeobachtungssatellit, vom russischen Weltraumbahnhof Plessezk erfolgreich ins All gestartet. Gesteuert wird GOCE aus "Europas Tor zum Weltall", dem Satellitenkontrollzentrum ESOC der Europäischen Weltraumagentur ESA in Darmstadt. Um 16:53 wurde unter großem Beifall das erste Lebenszeichen von Bord des Satelliten empfangen.

In der internationalen Wissenschaft gilt GOCE (Gravity-field and steady-state Ocean Circulation Explorer) als ein technologischer Quantensprung für die Geowissenschaften. Die für eine Dauer von 20 Monaten geplante Mission wird detaillierte Aufschlüsse über den inneren Aufbau unseres Planeten geben und zur Erforschung von Erdbebenmechanismen beitragen. Außerdem dient sie klimatologischen und ozeanografischen Untersuchungen, wie der Messung des Anstiegs des Meeresspiegels und der Analyse von Meeresströmungen.

Wirtschaftminister Dieter Posch sieht den Satellitenstart als weiteren Gewinn für die Region: "Dieser Erfolg unterstreicht die führende Rolle des ESOC als europäisches Satellitenkontrollzentrum und ist damit eine weitere Stärkung für den Technologiestandort Hessen. Jeder Euro den ESOC in diese Mission investiert, ist gleichzeitig ein Profit für die Region".

ESOC-Direktor Gaele Winters betont zudem den wissenschaftlichen Nutzen der Mission: "GOCE liefert wichtige Daten für die Abschätzung des Klimawandels. Er ist der erste Satellit aus der neuen Reihe der sogenannten Earth Explorers, mit dem die ESA die wissenschaftliche Forschung über unseren Heimatplaneten weiter intensiviert."

Von Experten wird GOCE als "Ferrari im All" bezeichnet, weil Flugbahn und Lagesteuerung außergewöhnlich komplex sind: Der 5,3 Meter lange Satellit wird in einer mit etwa 260 Kilometer Höhe extrem niedrigen und - bezogen auf seine Aufgabenstellungen - bisher noch nie genutzten polaren Umlaufbahn operieren. Bei einer Geschwindigkeit von 8 km/Sekunde wird die Flugbahn dabei mittels Satellitennavigation und einem neuartigen Ionenantrieb mit einer Genauigkeit von weniger als einem Zentimeter automatisch gesteuert. GOCEs Herzstück ist sein hochpräziser Beschleunigungsmesser, mit dem die Geschwindigkeit einer Schneeflocke beim Auftreffen auf einen Hochseetanker gemessen werden könnte.

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