HELIOS Wissenschafts- und Innovationspreise 2005 verliehen

(PresseBox) (Fulda/Berlin, ) Das HELIOS Research Center (HRC) verleiht am Freitagabend in Fulda die HELIOS Wissenschafts- und Innovationspreise 2005. Die Preisträger sind Dr. med. Ute Kettritz aus Berlin für die Studie über eine sichere, minimalinvasive Untersuchungsmethode bei Brustkrebsverdacht, die vielen Frauen unnötige Operation bei gleicher Ergebnisqualität ersparen kann und Dr. med. Brenda Gerull aus Berlin für die Identifizierung eines Gens als Ursache einer Form der Herzmuskelschwäche.

Die Ärztinnen und ihre Teams werden mit dem HELIOS Wissenschaft- und Innovationspreis für patientennahe Forschung ausgezeichnet. Die Preise werden alljährlich im Rahmen der am HELIOS-Konzernsitz stattfindenden Jahrestagung verliehen und sind mit zwei mal 5.000 EUR dotiert. Mit dem Preis honoriert das HRC wissenschaftliche Leistungen und Innovationen, die für die Patienten der HELIOS-Kliniken von besonderem Nutzen sind.

Ralf Michels, Hauptgeschäftsführer der HELIOS Kliniken GmbH:

"An der Förderung von Wissenschaft und Forschung hat HELIOS ein ureigenes Interesse. So können wir unsere Position in der Spitzenmedizin ausbauen und medizinische Innovationen in die HELIOS-Kliniken bringen. Medizinische Forschung an der Spitze führt auch in der Breitenversorgung zu einer Qualitätssteigerung. Davon profitiert unsere gesamte Gruppe."

Die Preisträgerinnen des HELIOS Wissenschafts- und Innovationspreises 2005:

Dr. med. Ute Kettritz: Nichtoperative Abklärung bei Brustkrebsverdacht

Gewebeveränderungen der Brust lassen sich auch durch Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen nicht immer eindeutig beurteilen. Zwei Drittel dieser unklaren Befunde erweisen sich nach Untersuchung entnommener Gewebeproben als gutartig. Eine operative Klärung des Brustkrebsverdachts ist bei dieser großen Zahl von Patientinnen jedoch nicht akzeptabel, da eine Operation stets mit einem Risiko behaftet ist. Durch die nichtoperative Vakuumbiopsie (Gewebeentnahme unter Sog) lässt sich ein solcher Eingriff vermeiden. Die Vakuumbiopsie erwies sich in der Studie von Dr. Kettritz bei gleicher Ergebnisqualität als sichere Methode. Sie erlaubt die akkurate Diagnose bösartiger Gewebsveränderungen und ermöglicht eine bessere Operations- und Therapieplanung. Damit kann Frauen mit Brustkrebsverdacht eine große Zahl an unnötigen Operationen erspart werden.

Die Sensitivität der Vakuumbiopsie lag in dieser Studie bei 99 Prozent. Im Vergleich dazu hat etwa die Hochgeschwindigkeits-Stanzbiopsie, laut internationaler Literatur, eine Sensitivität von 85-97%. Zudem ist die Stanzbiopsie nur bedingt bei der Entnahme von kleinen Veränderungen und bei verstreut liegendem Mikrokalk einsetzbar.

Dr. med. Ute Kettritz ist Oberärztin im Institut für Röntgendiagnostik des HELIOS Klinikums Berlin-Buch.

Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift "CANCER" veröffentlicht.

Lit.: "Stereotactic Vacuum-Assisted Breast Biopsy in 2874 Patients: A Multicenter study", CANCER, Vol 100, No. 2, pp 245 - 251, JAN 2004

Dr. med. Brenda Gerull: Vererbte Herzmuskelerkrankungen

Immer häufiger lassen sich Erbfaktoren als Ursache von Krankheiten ausfindig machen. Das gilt auch für Herzerkrankungen. Die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC) ist eine komplexe Herzmuskelerkrankung, deren klinisches Kennzeichen eine Neigung zu Herzrhythmusstörungen und zum plötzlichen Herztod ist. In 30 bis 80 Prozent aller Fälle wird bei der ARVC eine genetische Ursache vermutet. Gemeinsam mit ihrer Arbeitsgruppe hat Frau Dr. Gerull ein neues häufiges Krankheitsgen (plakophilin-2) als Ursache für diese besondere Form der Herzmuskelschwäche identifiziert.

Mit diesen Erkenntnissen aus der medizinischen Forschung können neue Therapieformen entwickelt werden.

Die Arbeitsgruppe hat genomische DNA von 120 ARVC-Patienten im Gen, welches für Plakophilin-2 kodiert, auf Mutationen untersucht. Plakophilin-2 (PKP2) ist im Herzen hoch exprimiert und ein wichtiger Bestandteil der Desmosomen.

Im Ergebnis konnte bei 32 Patienten (>25 Prozent) insgesamt 25 verschiedene heterozygote Mutationen nachgewiesen werden. Zirka 90 Prozent der PKP2-Mutationen führen über Insertionen, Deletionen, Nonsense- und Splice-Site-Mutationen zu vorzeitigen Stoppsignalen. Die klinische und molekulargenetische Charakterisierung zweier Familien mit PKP2-Mutationen zeigte eine stark eingeschränkte Penetranz des Phänotyps bei ungefähr der Hälfte der Genotyp-positiven Individuen.

Plakophilin-2 ist ein häufiges Krankheitsgen für ARVC. In Zusammenhang mit Krankheitsgenen Plakoglobin und Desmoplakin, vermutet die Arbeitsgruppe, dass eine strukturelle und funktionelle Beeinträchtigung der Zell-Zell-Kontakt-Strukturen (wie der Desmosomen) im Krankheitsmechanismus der ARVC eine wichtige Rolle spielt.

Dr. Gerull arbeitet an der Erforschung von Mechanismen der Krankheitsentstehung vererbter Herzmuskelerkrankungen.

Dr. med. Brenda Gerull (34) ist Ärztin in Weiterbildung in der Inneren Medizin (Kardiologie) des HELIOS Klinikums Berlin-Buch. Sie ist zudem in der Arbeitsgruppe "Genetische Kardiologie" unter Leitung von Prof. Dr. Ludwig Thierfelder am Max-Delbrück-Centrum (MDC) für Molekulare Medizin, Berlin-Buch, tätig.

Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift "Nature Genetics" veröffentlicht.

Lit.: "Mutations in the desmosomal protein plakophilin-2 are common in arrhythmogenic right ventricular cardiomyopathy", Nature Genetics, Vol 36, No. 11, pp 1162 - 1164, NOV 2004
Das HELIOS Research Center

Um Wissenschaft und Forschung innerhalb des HELIOS-Konzerns gezielt und effizient fördern zu können, hatte das Unternehmen im März 2002 das HELIOS Research Center (HRC) als Tochtergesellschaft der HELIOS Kliniken GmbH gegründet. Geschäftsführer sind Dr. med. Joachim Linke und Prof. Dr. Petra Thürmann, Direktorin des Philipp-Klee-Instituts für klinische Pharmakologie. Das HRC versteht sich als Mittler und Schnittstelle zwischen wissenschaftlich tätigen HELIOS-Mitarbeitern und externen Interessenten, die nach Möglichkeiten zur Durchführung klinischer Studien oder Forschungsvorhaben suchen. Gesellschafter der HELIOS Research Center GmbH sind zu 76 Prozent die HELIOS Kliniken GmbH und zu 24 Prozent das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch (MDC). Die Beteiligung des MDC unterstreicht den Stellenwert, der dem HRC und seinen Aufgaben in Wissenschaft und Forschung beigemessen wird.

Die jährlich stattfindende Jahrestagung in Fulda ist ein zentrales Treffen aller Führungskräfte der HELIOS Kliniken GmbH. An dem diesjährigen Treffen nehmen über 500 Führungskräfte aus Medizin und Verwaltung aus allen 24 Standorten sowie der Tochterunternehmen des HELIOS-Konzerns sowie externe Experten aus Wissenschaft und Gesundheitswirtschaft teil.

HELIOS Kliniken GmbH

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 51 eigene Kliniken, darunter vier Maximalversorger in Erfurt, Berlin-Buch, Wuppertal und Schwerin. HELIOS ist damit einer der größten und medizinisch führenden Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung Europas. Die 24.800 Mitarbeiter des Unternehmens leisten jährlich 420.000 stationäre Patientenbehandlungen und erwirtschafteten 2005 einen Umsatz von EUR 1,55 Mrd.

Die HELIOS Kliniken Gruppe verfügt über Kompetenz in allen medizinischen Bereichen und Versorgungsstufen. Unter der Führung der HELIOS Kliniken GmbH leisten die HELIOS-Kliniken schwerpunktmäßig akutmedizinische Versorgung, die Wittgensteiner-Kliniken Rehabilitationsmedizin. Mehrheitsgesellschafter der HELIOS Kliniken GmbH und der Wittgensteiner Kliniken AG ist die Fresenius ProServe GmbH.

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