Erste geothermische Tiefenbohrung in Hessen - Erdwärme aus 800 m

Ministerin Puttrich und Vorstandsvorsitzender Filbert starten die Bohrung für das Pilotprojekt der HSE

(PresseBox) (Darmstadt / Gross-Umstadt, ) Erdwärme aus rund 800 Metern Tiefe wird erstmals in Hessen als Energiequelle genutzt. Mit einem Knopfdruck starteten die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich und der Vorstandsvorsitzende Albert Filbert am Donnerstag (22.) im südhessischen Groß-Umstadt/Heubach eine geothermische Tiefenbohrung für ein Pilotprojekt des Darmstädter Energieversorgers HSE. Das Projekt hat das Ziel, einen mittelständischen Industriebetrieb mit Energie zum Heizen und Kühlen zu versorgen. "Die HSE ist Wegbereiter der Energiewende in Deutschland und fördert den Ausbau der erneuerbaren Energiequellen. Neben Wind, Sonne und Biomasse gehört dazu auch die Geothermie, deren Reservoir nahezu unendlich ist", sagte Albert Filbert.

Geothermie ist die in Form von Wärme gespeicherte Energie unterhalb der Erdoberfläche. Ab 10 bis 25 Metern Tiefe herrscht im Erdreich jahreszeitenunabhängig eine Temperatur von rund 10 Grad Celsius. Die Temperatur nimmt pro 100 Meter um ca. drei Grad zu.

Die Erdwärme wird in Heubach mit acht oberflächennahen Sonden und einer Tiefensonde in 800 Metern unter der Erde angezapft. Die Bohrungen werden nach Fertigstellung mit Rohren ausgebaut, in denen Umwälzpumpen im späteren Betrieb Wasser zirkulieren lassen, das sich im Erdreich auf rund 35 Grad erwärmt. Dieses Wasser lässt sich anschließend sehr effizient durch Wärmepumpen auf das benötigte Temperaturniveau anheben und zur Beheizung der Büro- und Produktionsgebäude nutzen. Im Sommer ermöglicht das Erdwärmesondenfeld durch eine so genannte "passive Kühlung" mit Wärmetauschern, die Gebäude mit Kälte zu versorgen. Die Gesamtkosten der Anlage, die im Frühjahr 2012 in Betrieb gehen soll, betragen rund 700.000 Euro. Das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) übernimmt davon 40 Prozent und fördert zudem die Begleitforschung.

Das Ministerium setzt in das erste Projekt dieser Art in Hessen große Hoffnung. "Das Land beteiligt sich an dem Gesamtprojekt mit einem finanziellen Beitrag von 554.200 Euro einschließlich der wissenschaftlichen Begleitung durch das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie und die Universität Kassel. Ich bin guten Mutes, dass das Projekt die erwarteten Erkenntnisse liefern wird. Wir haben in Hessen gute Voraussetzungen dafür, diese Technologie voranzubringen", sagte Ministerin Puttrich.

Das Geothermie-Projekt in Heubach soll den neuen Produktionsstandort von Frenger Systemen BV versorgen, einen Hersteller von Energie effizieten Deckenstrahlungsheizungen und -kühlungen für Industriegebäude und Sporthallen. Fertigungs- und Lagerhalle sowie die Logistikhalle und das Kaltlager haben eine Größe von rund 6.000 m2. Hinzu kommen Büroräume mit ca. 1.400 m2 Fläche.

Projektpartner der HSE sind neben Frenger Systemen BV, der Heizsysteme- und Wärmepumpenspezialist Viessmann und die Bohr- und Brunnenbaugesellschaft H. Anger's Söhne. Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes erfolgt durch die Universität Kassel und das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) im Auftrag des HMUELV.

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