Aktuelle Studie zur Laufzeitverlängerung von AKW: Preissenkungen beim Strom sind wenig wahrscheinlich

Investitionen in effiziente Kraftwerke gefährdet

(PresseBox) (Darmstadt / Berlin, ) Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die die Stadtwerke-Kooperation 8KU am Mittwoch (5.) in Berlin vorgestellt hat. "Von einer Laufzeitverlängerung erwartet die Politik Preissenkungen. Gegen diese Erwartung sind erhebliche Zweifel vorzubringen", betont Albert Filbert, HSE-Vorstandsvorsitzender und diesjähriger 8KU-Koordinator. Die Studie hat der ehemalige Präsident des Bundeskartellamtes Dr. Ulf Böge im Auftrag der 8KU erstellt.

Zwar werde die Stromerzeugung günstiger, wenn Kernkraftwerke länger am Netz bleiben, heißt es in der Studie. Dieser Kostenvorteil würde aber nur bei einem funktionierenden Wettbewerb auf dem Energiemarkt bei den Verbrauchern ankommen. Angesichts einer Konzentration der Stromerzeugung zu über 80 Prozent in wenigen Unternehmen, die zugleich Betreiber von Kernkraftwerken sind, funktioniere der Wettbewerb auf dem Erzeugermarkt aber nicht. Eine Laufzeitverlängerung werde den Wettbewerb sogar noch mehr behindern.

Laut der Studie profitieren von der Laufzeitverlängerung ausschließlich die großen vier Konzerne. Dr. Ulf Böge kommt zu dem Schluss, dass eine Laufzeitverlängerung die Vormachtstellung der Konzerne auf dem Strommarkt verfestigt, weil sie zusätzliche Gewinne in zweistelliger Milliardenhöhe verbuchen können. Spiegelbildlich werde die Marktposition der kleineren Wettbewerber geschwächt. Böge sieht die Gefahr, dass Investitionen in die Modernisierung des Kraftwerkparkes und der Bau hocheffizienter, klimafreundlicher und regenerativer Anlagen auf Jahre hinaus verschoben werden.

Nach Einschätzung von Albert Filbert bestätigt die aktuelle Studie die Position der HSE zur Kernenergie, die der Darmstädter Energieversorger seit langem vertritt. Die HSE fordert die Politik auf, am Atomausstieg festzuhalten. Der Staat greife zugunsten weniger Unternehmen und nicht zugunsten der Kunden massiv in den Wettbewerb ein, wenn er längere Laufzeiten ermögliche. "Alle Akteure in der Energiewirtschaft - mit Ausnahme der vier großen Kernkraftwerksbetreiber - haben sich auf den Ausstieg eingerichtet und ihre Investitionsentscheidungen entsprechend geplant und getätigt. Sie werden nun von den Nachteilen der Laufzeitverlängerung getroffen", sagte Filbert.

Deshalb fordern Filbert und Böge die vollständige Abschöpfung der Zusatzerträge, wenn es zu einer Laufzeitverlängerung kommt.

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