- Pressemitteilung BoxID 532786
Kritik am neuen Insolvenzrecht
Gläubiger dürfen nicht benachteiligt werden
"Die vorgesehenen Maßnahmen zur Reform des Restschuldbefreiungsverfahrens sind nicht geeignet, einen ausgewogenen Interessenausgleich von Schuldnern und Gläubigern zu erreichen. Die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen, Halbierung der Wohlverhaltensphase bei gleichzeitigem gesetzlichen Schuldenerlass von 75 Prozent sind ein Anreiz für unsolide Geschäftspraktiken und zum Schulden machen", erklärt Handwerkskammerpräsident Ralf Scheler. Es bestehe die Gefahr, dass bei der Einführung einer Quote in Höhe von 25 Prozent der Schuldensumme, die Restschuldbefreiung von vornherein kalkuliert wird. Das Prinzip der "zweiten Chance" wird auch vom Handwerk unterstützt. Es dürfe aber nicht dazu führen, dass unbedachtes Wirtschaften geradezu herausgefordert wird.
"Es ist nicht hinnehmbar, dass ein Schuldner nach drei Jahren riskant und unseriös wirtschaften kann, ein ehrlicher Handwerksbetrieb aber noch jahrelang unter den Folgen seiner Forderungsausfälle leidet", empört sich der Kammerpräsident. Ein falsches Signal setze auch die Möglichkeit, die Wohlverhaltensphase von sechs auf fünf Jahre zu verkürzen, wenn die Verfahrenskosten beglichen sind. Das privilegiere Staat und Insolvenzverwalter zum Nachteil der anderen Gläubiger. "Das Prinzip der Eigenverantwortung und der Gleichbehandlung aller Gläubiger muss der tragende Gedanke des Restschuldbefreiungsverfahrens bleiben", so Ralf Scheler.
Über Handwerkskammer zu Leipzig
Die Handwerkskammer zu Leipzig, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, vertritt die wirtschaftspolitischen Gesamtinteressen ihrer über 12.000 Mitgliedsunternehmen mit 90.000 Beschäftigten und 5.000 Lehrlingen. Als Selbstverwaltung des Handwerks erfüllt sie hoheitliche Aufgaben und ist Dienstleister für die Mitgliedsbetriebe. Die Kammer ist Anlaufstelle für alle unternehmerischen Anliegen des Handwerks, von Existenzgründung über Unternehmensentwicklung bis zur Unternehmensnachfolge.
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