Europaparlamentarier Dr. Werner Langen und Kammerpräsident Karl Josef Wirges zeichnen Jungmeisterinnen und Jungmeister aus

(PresseBox) (Mainz, ) "Mit Ihrem Meisterbrief, dem sichersten Wertpapier der Wirtschaft, sind Sie für die Herausforderungen der Zukunft bestens gerüstet" unterstrich Karl Josef Wirges, Präsident der Handwerkskammer Rheinhessen, bei der Meisterfeier für rund 180 Jungmeisterinnen und Jungmeister im Alter zwischen 20 und 58 Jahren. Er betonte die Rolle der Meisterinnen und Meister als Leistungsträger der Wirtschaft. Wirges: "Ohne sie wäre das Handwerk nicht die wirtschaftliche Konstante, die selbst während der Wirtschafts- und Finanzkrise für Stabilität gesorgt hat. Ohne sie wäre das Handwerk nicht Rückgrat des Wirtschaftsstandortes Rheinland-Pfalz. Ohne sie hätte unser Handwerk nicht den guten Ruf, auch im Bereich der Ausbildung, der ihm weltweit vorauseilt."

Die herausragende Bedeutung des dualen Ausbildungssystems und der Meisterqualifikation im Handwerk sei die Grundlage für Leistungsfähigkeit und Stabilität der deutschen Volkswirtschaft, betonte auch Festredner Dr. Werner Langen, Europaparlamentarier und Staatsminister a. D., in seiner Ansprache. "Kleine und mittlere Unternehmen und insbesondere ein leistungsfähiges Handwerk sind der Kern unserer wirtschaftlichen Stärke, ohne die Wohlstand für alle und Exportstärke nicht möglich wären. Der wirtschaftlichen Bedeutung des Mittelstands muss durch konkrete Mittelstandspolitik auf allen Ebenen - vor Ort, in Land und Bund und in Europa- Rechnung getragen werden." Langen würdigte die Leistung des Handwerks bei der Ausbildung und unterstrich, dass selbstständige Handwerker bereit seien, unternehmerisches Risiko und finanzielle Verantwortung zu übernehmen. "Daran können sich andere Schlüsselbranchen, wie z. B. der Finanzsektor, eine Scheibe abschneiden. Dort wurde das Risiko mit hohen Boni auf Dritte abgeschoben und damit die weltweite Wirtschaftskrise verursacht", so Langen.

Aus- und Weiterbildung, so Wirges, seien in Rheinhessen "ein solides Fundament für Wachstum und Innovation." Das Handwerk verfüge traditionell über gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte und "damit über Leute, die ein modernes Handwerk braucht". Damit dies so bleibe, werde sich das Handwerk auch weiterhin intensiv um die Nachwuchsförderung kümmern, unterstützt durch die bundesweite Imagekampagne. Als positive Entwicklung verkündete der Kammerpräsident in diesem Zusammenhang den Anstieg der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im ersten Quartal dieses Jahres um 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Er führte diese Entwicklung auch auf die positiveren Zukunftserwartungen der Betriebe zurück, welche die aktuelle Frühjahrskonjunkturumfrage belege. Danach erwarteten 21 Prozent der befragten Unternehmen Wachstumsimpulse und 58 gingen zumindest von einer weiterhin befriedigenden Geschäftslage aus. Insgesamt scheine die Talsohle im rheinhessischen Handwerk durchschritten.

Allerdings, so Wirges, müsse man die Entwicklung noch mit Zurückhaltung betrachten. Dies vor allem auch vor dem Hintergrund, dass einzelne Wirtschaftsexperten mit Blick auf Griechenland bereits eine neue Finanz- und Wirtschaftskrise befürchteten, die dann erst recht verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft habe.

Gerade dem Handwerk müsse bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise besondere Bedeutung geschenkt werden, betonte der Europaabgeordnete Langen. "Im EU-Parlament haben wir viele Initiativen auf den Weg gebracht um die Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen zu verbessern und um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken." Als beispielhafte Maßnahmen zur Förderung von KMUs nannte Langen unter anderem die Ausnahme von Kleinstbetrieben von der Verpflichtung zum Jahresabschluss sowie die jüngste EU-Richtlinie zur Bekämpfung des Zahlungsverzuges und die Beschlüsse zur Energieeinsparung und Klimapolitik.

An die politisch Verantwortlichen auf Bundesebene appellierte Wirges, langfristige Investitionsanreize zu geben, sie durch die Konjunkturpakete und das Wachstumsbeschleunigungsgesetz zeitlich begrenzt zum Tragen kämen. Da diese zum Jahresende auslaufen, müsste die Politik jetzt handeln und "die Stellschrauben für mehr Inlandsnachfrage und mehr Wachstum nachjustieren". Das Handwerk gebe dabei investiven Maßnahmen, wie Förderung energetischer Gebäudesanierung, den Vorrang. Ebenfalls ein richtiges Signal wäre eine weitere Verbesserung des Steuerbonus auf Handwerksleistungen, so der HWK-Präsident. Auch seien endlich klare Antworten zur künftigen Steuerlast und zur Sicherung der Sozialsysteme erforderlich.

Denn die politischen Rahmenbedingungen müssten stimmen, damit sich das Handwerk auch weiterhin als die stabile "Wirtschaftsmacht von nebenan" profilieren könne.

Maler- und Betonbauermeister Benjamin Reidenbach, betonte für die Jungmeisterinnen und Jungmeister, dass der Meistertitel nach wie vor für "eine fundierte, hochwertige Fachausbildung" stehe und ein Qualitätssiegel gerade auch für Betriebe solcher Gewerke sein, in denen es keine Meisterpflicht mehr gebe. "Drei Dinge machen einen Meister: Wissen, Können, Wollen", so Reidenbach.

Mühe, Einschränkungen, Entbehrungen, die mit der Meistervorbereitung verbunden gewesen seien, hätten sich allemal ausgezahlt. "Als frisch gebackene Jungmeisterinnen und Jungmeister vereinen wir heute traditionelles Wissen mit modernen Methoden und Kompetenzen." Zielstrebigkeit, ein hohes Qualitätsbewusstsein sowie der Wille, sein Wissen konstant zu erweitern, zeichneten den Meister aus und trügen zu dessen hohem Ansehen im In- und Ausland bei. Dem fühlten sich auch die Jungmeisterinnen und Jungmeister verpflichtet.

Langen abschließend: "Wer den Meisterbrief erworben hat, hat eine hochwertige Qualifikation vorzuweisen, die auf fachliches Können, Unternehmergeist und Führungsqualität baut." Langen kritisierte die einseitige Überbewertung eines akademischen Abschlusses gegenüber dem Meisterbrief, die nicht gerechtfertigt sei.

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