HWK-Vollversammlung: Oldenburgisches Handwerk mit Bestmarken

(PresseBox) (Oldenburg, ) Das Handwerk im Oldenburger Land fährt weiter auf Erfolgskurs: Volle Auftragsbücher, gute Umsätze und Zuwächse bei der Beschäftigung. Kammerpräsident Wilfried Müller zeichnete während der Herbstvollversammlung ein positives Stimmungsbild des Handwerks für den Herbst 2011. Auch für das kommende Jahr zeigte sich Müller optimistisch. 89 Prozent der Betriebe im Kammergebiet erwarten nach der jüngsten Konjunkturumfrage der HWK für 2012 eine gleichbleibend gute bis bessere Geschäftsentwicklung.

"Besonders gut ist die wirtschaftliche Situation im Bau- und Ausbaugewerbe, wo Bestmarken in Umsatz, Auslastung und Investitionen erreicht worden wären", sagte Müller. Auch das Nahrungsmittelgewerbe profitiere vom positiven Konsumverhalten der Bundesbürger. Im Kfz-Gewerbe ist die Stimmung laut Müller weiterhin gut, wenn auch die hohen Werte des Vorjahres nicht mehr erreicht werden. Eine leichte Abkühlung des Geschäftsklimas sah er im Zusammenhang mit der Eurokrise, was nicht verwunderlich sei, weil viele Betriebe im Oldenburger Land auch als Zulieferer der exportorientierten Industrie aktiv seien. "Der Trend zur Geldanlage in die eigenen vier Wände, die Herausforderungen des Klimawandels und die energetischen Sanierungsprogramme werden dem Handwerk zusätzlichen Auftrieb geben", zeigte sich Müller optimistisch.

Nennenswert sei der nahezu in allen Branchen erkennbare positive Beschäftigungssaldo. Nicht einmal der im Winter übliche Beschäftigungsrückgang sei zu verzeichnen. Dies sei erst einmal positiv, weise aber auf einen gestiegenen Fachkräftebedarf hin. Müller rief die Unternehmen dazu auf, mit der Attraktivität des Handwerks auf dem Arbeitsmarkt zu punkten, um Fachkräfte zu gewinnen. Dazu gehöre es auch, sich um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu kümmern, um Frauen, ältere Mitarbeiter und um das Beschäftigungspotenzial von Menschen mit Migrationshintergrund.

Der Kammerpräsident appellierte an die Gäste, sich nicht an den Unkenrufen einer sich anbahnenden Wirtschaftsflaute zu beteiligten. Die gute Binnennachfrage sei ein zentraler Wachstumsfaktor und Stabilitätsanker. Der Mittelstand stünde zudem auf einem guten Fundament und sei in der Lage, leichte Turbulenzen abzufedern.

Erfreulich sei, dass sich mehr junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden, sagte Müller. Das Handwerk biete sichere Arbeitsplätze und gute Perspektiven. Er lobte auch die hohe Ausbildungsbereitschaft der Handwerksbetriebe im Oldenburger Land. Bis Ende November seien 3.296 neue Lehrverträge abgeschlossen worden. Dies sei ein Plus gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt von 2,6 Prozent.

Zuwächse gab es vor allem bei den Gesundheits- und Körperpflegeberufen (+ 12,3 Prozent), im Elektro- und Metallgewerbe (+6,2 Prozent) sowie im Bau- und Ausbaugewerbe (+3,5 Prozent). Regional gesehen habe es vor allem Zuwächse in den Landkreisen Friesland (+ 11,8 Prozent), Vechta (+ 10,1) und in der Wesermarsch (+7,8 Prozent) gegeben.

Müller begrüßte den verabschiedeten Qualifikationsrahmen zur Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen, der den Meisterabschluss und den Hochschulabschluss des Bachelors auf die gleiche Stufe stellt.

Nach Aussage des Hauptgeschäftsführers Manfred Kater ist die Zahl der bei der HWK registrierten Betriebe von Januar bis Ende November insgesamt nahezu stabil geblieben. Besonders die Vollhandwerksbetriebe als auch die Betriebe der zulassungsfreien Handwerke erweisen sich als robust. In der Einzelbetrachtung verzeichnet die Kammer die höchsten Betriebszahlen im Friseurhandwerk, gefolgt von den Elektrotechnikern mit 825 und den Maurer- und Betonbauerbetrieben sowie Kraftfahrzeugtechnikern mit 819 Betrieben.

570 Personen und damit exakt so viele wie im Vorjahr haben den Meisterbrief erhalten. An den Fortbildungsprüfungen haben im Jahr 2011 rund 1600 Personen teilgenommen, so Kater. Besonders hoch sei mit 500 Teilnehmern die Nachfrage nach Ausbildereignungsprüfungen.

Nach wie vor steige die Nachfrage nach Beratungen zur Unternehmensnachfolge. Derzeit finde laut Kater etwa jeder 12. Betrieb keinen Nachfolger. Aktuell übersteige zudem das Angebot an Handwerksbetrieben, die für eine Nachfolgeregelung in Frage kommen, bei weitem die Nachfrage, berichtete der Hauptgeschäftsführer. Um noch mehr Unternehmer auf die Notwendigkeit einer frühzeitigen Nachfolgeplanung hinzuweisen, verstärke die Kammer ihr Hilfsangebot bei der Betriebsnachfolge. Im Rahmen einer Förderung durch das Land Niedersachsen werden innerhalb der Handwerkskammern sogenannte Nachfolgemoderatorinnen eingesetzt. Diese stehen den Betrieben als zusätzliche Ansprechpartner zur Verfügung.

Insgesamt zeigte sich der Hauptgeschäftsführer mit der Nachfrage nach den Beratungsleistungen der Kammer in allen Bereichen wie Innovations- und Technologietransfer, Gründungsberatung, Betriebsberatung und Aus- und Weiterbildungsberatung im Geschäftsjahr 2011 sehr zufrieden.

Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Professor Dr. Johanna Wanka, unterstrich die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Universitäten und Hochschulen mit den Handwerksorganisationen auf vielen Ebenen: "Hochschulabsolventen für die Übernahme von Handwerksbetrieben zu begeistern oder beispielsweise eine wissenschaftlich fundierte Weiterbildung für Handwerksmeister zu ermöglichen, sind nur einige Beispiele für die gelungene Kooperation. Wir verfolgen dabei das gemeinsame Ziel, Fachkräfte auch unter Einbindung der Hochschulen weiter zu qualifizieren." Ministerin Wanka begrüßte auch die Bereitschaft der Kammer, die Offene Hochschule Niedersachsen (OHN) zu unterstützen. Über OHN sollen landesweit spezielle Studienangebote für Berufstätige für Aus- und Weiterbildung an unseren Hochschulen geschaffen und die Übergänge zwischen beruflicher und Hochschulbildung durch Anrechnung von Qualifikationen und Kompetenzen erleichtert werden. "Hierbei brauchen wir die Unterstützung des Handwerks und der Kammern. Diese Bereitschaft ist da. Das habe ich auch heute wieder erfahren."

Bildunterschrift:
Besondere Seiten des Handwerks: Modisch eingerahmt werden HWK-Hauptgeschäftsführer Manfred Kater, Wissenschaftsministerin Johanna Wanka und HWK-Präsident Wilfried Müller (v.l.). Die Modelle stammen von der Oldenburger Designerin Vivien Schlüter, die sie zum Tag des deutschen Handwerks Anfang September kreiert hat. Die acht Modelle stellen jeweils zwei Gewerke dar und sind in den kommenden Wochen in der Handwerkskammer anzuschauen. Links sind die Themen Goldschmied und Fahrradfeinmechaniker, rechts Bierbrauer und Konditor verarbeitet. Foto: HWK

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