Betriebe machen ihrem Unmut Luft

Gebührenvergleichsrechner schon von rund einhundert Handwerksbetrieben genutzt

(PresseBox) (Lübeck, ) Bereits rund einhundert Handwerksbetriebe haben den Gebührenvergleichsrechner der Handwerkskammer Lübeck genutzt, um ihre zukünftige Höhe an Rundfunkgebühren zu ermitteln. Die Handwerkskammer Lübeck hatte den Vergleichsrechner am Mittwoch auf ihrer Internetseite freigeschaltet und Mitgliedsbetriebe um die Zusendung ihrer errechneten Ergebnisse gebeten. "Nach einer ersten Auswertung sehen wir uns nochmals in unserem Bemühen bestätigt, auf politischer Ebene nachhaltig für Änderungen in der ab 2013 geplanten Reform der Rundfunkgebühren einzutreten", sagt Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck.

Die Handwerkskammer Lübeck befürchtet erhebliche Mehrbelastungen für Handwerksbetriebe, wenn die von den Ministerpräsidenten der Länder Anfang Juni 2010 beschlossene Reform der Finanzierung des öffentlichrechtlichen Rundfunks so wie geplant umgesetzt wird. Anstelle der bisherigen gerätebezogenen Gebührenerfassung soll dann voraussichtlich eine Haushalts- und Betriebsstättenabgabe treten. Sie soll selbst dann erhoben werden, wenn sich im Betrieb weder ein Radio- noch ein Fernsehgerät befindet. "Mit Sorge reagieren unsere Mitgliedsbetriebe auf das Thema. Täglich erreichen uns neue E-Mails", sagt Andreas Katschke. "Viele machen darin ihrem Unmut über die geplante Reform der Rundfunkgebühren Luft." Die Handwerkskammer Lübeck geht davon aus, dass der Service des Gebührenrechners in den kommenden Tagen und Wochen noch rege genutzt wird.

Die Handwerkskammer Lübeck hat bereits frühzeitig im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz darauf hingewiesen, dass offenbar die Auswirkungen der geplanten Reform in ihrer Tragweite für Handwerksbetriebe nicht überblickt wurden. Hauptgeschäftsführer Andreas Katschke bezeichnet es als unsystematisch und nicht gerechtfertigt, zusätzlich zu den privaten Haushalten auch die Betriebe in die Beitragspflicht mit einzubeziehen. Katschke: "Selbstständige und Mitarbeiter in den Betrieben zahlen schließlich bereits als Bürger für die Bereitstellung des öffentlichrechtlichen Rundfunks. Zusätzliche Belastungen für die kleinen und mittleren Betriebe müssen in dem neuen Modell in jedem Fall vermieden werden."

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