Auf dem Weg zu einer gemeinsamen dänisch-deutschen Ausbildung

(PresseBox) (Lübeck, ) Die Handwerkskammer Lübeck wird sich in den kommenden Jahren an der Entwicklung neuer grenzübergreifender Ausbildungsangebote für die Fehmarnbelt- Region beteiligen. Dazu startete sie jetzt gemeinsam mit dänischen und deutschen Partnern das Projekt "2 Länder - 1 Ausbildung". Ziel ist es, Lehrlingen aus der Fehmarnbelt-Region und ihren Ausbildungsbetrieben eine grenzübergreifende Berufsausbildung zu ermöglichen. Langfristig sollen so die Grundlagen für einen zusammenhängenden Arbeitsmarkt in der dänischdeutschen Wachstumsregion Fehmarnbelt geschaffen werden.

"Durch den geplanten Bau der Fehmarnbelt-Querung ab 2013 wird die berufliche Mobilität in der Region einen sehr hohen Stellenwert bekommen", ist sich Christian Maack, Geschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck, sicher. Das schleswigholsteinische Wirtschaftsministerium schätzt, dass während der Bauphase jährlich 6.000 bis 7.000 Arbeitskräfte für die gesamte Querung benötigt werden. "Wir müssen jetzt die Rahmenbedingungen für eine grenzübergreifende Berufsausbildung in der Fehmarnbelt- Region festlegen", so Christian Maack. Nur so sei gewährleistet, dass die Region weiter zusammenwächst und die Betriebe sich damit einen neuen Markt erschließen können. Auch die grenzübergreifende Kooperation von Betrieben während der Bauphase und darüber hinaus könne so gezielt gestärkt werden.

Prinzipiell darf jeder Auszubildende, der in Deutschland einen Ausbildungsvertrag hat, bis zu einem Viertel seiner Ausbildungszeit im Ausland absolvieren. In der Praxis wird diese Möglichkeit jedoch noch viel zu selten genutzt. Besonders längerfristige Auslandsaufenthalte sind bisher schwer in die Ausbildung zu integrieren.

In den kommenden Monaten werden die Projektmitarbeiter auf dänischer und deutscher Seite nun ein Konzept erarbeiten, wie die Integration von Auslandsaufenthalten während der Ausbildung unkompliziert und gewinnbringend gestaltet werden kann. Praktisch erprobt wird es bis 2013 in ausgewählten dänischen und deutschen Betrieben verschiedener Gewerke und Berufe.

Auf deutscher Seite liegt die Projektleitung bei der Handwerkskammer Lübeck. Partner sind die Industrie- und Handelskammer zu Lübeck und die Agentur für Arbeit. Außerdem beteiligen sich die Berufliche Schule des Kreises Ostholstein in Oldenburg und die Emil- Possehl-Schule. Die Gesamtleitung des Projekts übernimmt die berufsbildende Schule CELF mit Sitz in Dänemark. Weitere Projektpartner auf dänischer Seite sind die Jobcenter Guldborgdsund und Lolland, sowie die Beskæftigelsesregion Hovestaden og Sjælland, die eng mit den Jobcentern zusammenarbeitet. Ein weiterer dänischer Kooperationspartner ist das Ausbildungsinstitut EUC Nordvestsjælland. Das Projekt wird finanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

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