Konjunkturelle Entwicklung im 1. Quartal 2010 - Handwerk vor dem Aufschwung

(PresseBox) (Hildesheim, ) Die konjunkturelle Erholung im Hildesheimer und Südniedersächsischen Handwerk setzt sich fort. Zu diesem Ergebnis kommt die Handwerkskammer Hildesheim- Südniedersachsen in ihrer aktuellen Konjunkturanalyse für das 1. Quartal 2010. Trotz des strengen Winters erreichte der Geschäftsklimaindex einen Wert von 45 Punkten und lag um 6 Punkte über dem Wert des Vorjahresquartals. Auf der 100 Punkte umfassenden Skala für die Geschäftslage signalisiert dies eine etwas unter dem Durchschnitt liegende Zufriedenheit bei den Betrieben. Von den befragten Betrieben verzeichneten 20 Prozent (Vorquartal: 16 Prozent) eine gute Geschäftslage, 50 Prozent (46 Prozent) eine befriedigende und 30 Prozent (38 Prozent) eine schlechte Geschäftslage. "Alle Branchen - bis auf das Nahrungsmittelhandwerk
- wiesen eine verbesserte Geschäftslage im Jahresvergleich auf", kommentierte die Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer, Jutta Schwarzer, das Ergebnis. "Auch das Baugewerbe kam trotz des harten Winters gut durch das 1. Quartal."

Im ersten Viertel des Jahres entwickelten sich wichtige Konjunkturindikatoren für die Handwerkswirtschaft im Kammerbezirk folgendermaßen: Saisonbedingt nahm die Produktionstätigkeit ab. Der Rückgang bewegte sich im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Die Beschäftigung ging moderat zurück, im Jahresdurchschnitt kam der Rückgang nahezu zum Stillstand. Die Auslastung des Personals lag bei 78 Prozent. Die Preise zeigten sich in nahezu allen Branchen unter Druck. Dies, so die Annahme der Handwerkskammer, werde vorläufig so bleiben.Schwach blieb auch die Investitionstätigkeit. Diese Entwicklung überrasche jedoch nicht, da das aktuelle Produktionsniveau noch deutlich unterhalb der Vollauslastung liege. "Im Vergleich zur letzten Rezession 2001/2002 kam das Handwerk diesmal viel besser durch das wirtschaftliche Tief. Gezielte Stützmaßnahmen des Staates wie das Konjunkturpaket II, die Kurzarbeitergeldregelung, die Unterstützung der energetischen Sanierung und die Umweltprämie wirkten sich positiv auf die Konjunktur aus", bilanzierte Schwarzer. "Der Einbruch der Produktionstätigkeit konnte so deutlich gemildert werden." In den zurückliegenden drei Jahren lockerte sich der enge Zusammenhang zwischen Geschäftslage und Auslastung: Die Betriebe des Handwerks sind zunehmend auch bei gesunkener Auslastung mit ihrer wirtschaftlichen Situation zufrieden.

Für die einzelnen Branchen lassen sich mit Blick auf das 1. Quartal folgende Aussagen treffen: Der strenge Winter verhinderte eine Belebung der Bautätigkeit. Die aufgelaufenen Aufträge werden zu einer starken Belebung im Bauhauptgewerbe führen.Die Erwartungen sind entsprechend optimistisch.Das Ausbaugewerbe war im geringeren Umfang von witterungsbedingten Rückgängen betroffen. Diese Branche blieb die Konjunkturlokomotive des Handwerks. Die Erwartungen deuten auf eine Aufrechterhaltung der Marktdynamik hin.

Das Investitionsgüterhandwerk erholt sich langsam von der schweren Rezession.Eine dynamische Aufwärtsentwicklung, wie sie manche Indikatoren anzeigen, ist für diese Branche noch nicht auszumachen. Die Betriebe gehen mit verhaltenen Erwartungen ins 2. Quartal.Das Kfz-Handwerk leidet unter dem schwachen Markt. Nach Auslaufen der Umweltprämie gehen die Neuzulassungen deutlich zurück, die Umsatzentwicklung ist schwach. Mit leichtem Optimismus gehen die Betriebe ins Frühjahrgeschäft.

Positiv entwickelten sich die Konsumgüter- und Dienstleistungshandwerke. Das günstige Konsumklima wirkte sich auf diese Branche aus. Manche Gewerke, wie die Friseure, konnten davon nicht profitieren. Die Betriebe erwarten eine Stabilisierung der Konjunktur.

Die Konjunktur im Nahrungsmittelhandwerk kühlte sich zum Jahresbeginn spürbar ab. Deutlich mehr Betriebe als vor Jahresfrist, waren diesmal von Umsatzrückgängen betroffen. Per Saldo meldeten 53 Prozent der Betriebe einen Rückgang.Das konjunkturelle Hoch der Branche ist vorerst vorbei. Es wird nur eine leichte Verbesserung erwartet.

Weiterhin unterdurchschnittlich im Branchenvergleich präsentieren sich die Gesundheitshandwerker.Rückläufige Umsätze und eine niedrige Auslastung prägen das Bild. Für das kommende Quartal rechnen die Betriebe mit einer deutlich besseren Situation.Regional gab es im 1. Quartal 2010 einen deutlichen Gewinner: Göttingen wies als einziger Landkreis ein überdurchschnittliches Geschäftsklima auf. Schlusslicht bleibt der Landkreis Osterode, aber der Abstand zu den anderen Regionen verringerte sich. Die Handwerkswirtschaft im Landkreis Hildesheim lag diesmal im Mittelfeld.

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