Handwerkskonjunktur nimmt Fahrt auf

(PresseBox) (Hildesheim, ) Die derzeitige Konjunktur im Handwerk ist durch saisonale Nachholeffekte, eine nachhaltig steigende Nachfrage und durch Verschiebungen im Nachfrageverhalten geprägt. Zu diesem Ergebnis kommt die Handwerkskammer Hildesheim- Südniedersachsen in der Konjunkturanalyse für das 2. Quartal 2010. "Lediglich im Vereinigungsboom Anfang der neunziger Jahre gab es eine bessere Beurteilung der Geschäftslage für ein 2. Quartal", kommentierte Jürgen Herbst, Präsident der Handwerkskammer, die Ergebnisse. Der Geschäftsklimaindex stieg auf 60 (Vorquartal: 45) Punkte und übertraf den Vorjahreswert um 10 Punkte. Ein Index von 50 zeigt eine im Durchschnitt befriedigende Geschäftslage an.
Alle Branchen meldeten im Jahresvergleich eine verbesserte Geschäftslage.
Bis auf die Gesundheitshandwerke beurteilten alle Branchen ihre Geschäftslage mit mindestens "im Durchschnitt befriedigend". "Erfreulich ist die kontinuierliche Zunahme jener Betriebe, die ihre Geschäftslage mit "gut" beurteilen. Dieser Wert liegt derzeit bei knapp 30 Prozent", teilte Herbst mit. Außergewöhnlich stark fiel die Zunahme der Produktionstätigkeit aus. Der entsprechende Index erreichte in der Historie der Konjunkturberichte seit 1992 seinen bisher besten Wert.

Die gute Konjunktur führte tendenziell zu einer Stabilisierung der Beschäftigung.
Sie äußerte sich mit einer ausgeprägten Einstellungsbereitschaft im 2. Quartal.
Die Auslastung kletterte auf sehr gute 87 Prozent. Immerhin 43 Prozent der Betriebe arbeiteten bereits wieder mit Vollauslastung. Der Handwerkskammerpräsident machte deutlich, dass Handwerksunternehmen in allen Größenklassen von der guten Konjunktur profitierten. "Allerdings weisen die Kleinstbetriebe mit bis zu vier Beschäftigten eine deutliche unterdurchschnittliche Entwicklung auf." Bei der Produktionsentwicklung waren die mittelgroßen und größeren Handwerksbetriebe mit großem Abstand an der Spitze. Branchenprimus ist nach wie vor das Ausbaugewerbe. In der tendenziellen Entwicklung wird der Abstand zu den anderen Branchen jedoch nicht größer. Das gesamte Handwerk profitiert, wenn auch mit deutlichen Unterschieden, von der derzeitigen Konjunktur, ist eine Erkenntnis der aktuellen Analyse. Die Erwartungen der Betriebe im Handwerkskammerbezirk sind hingegen nicht einheitlich. In den Baubranchen und im Investitionsgütersektor gehen die Betriebe davon aus, dass ihre Geschäftslage positiv bleibt, beziehungsweise sich noch weiter verbessert.

Die konsumnahen Handwerke rechnen eher mit einer Abschwächung. "Im Gesamthandwerk ist daher mit einem leichten Abflachen des Wachstums zu rechnen", bilanzierte Herbst.

Aufgrund des strengen Winters gab es einen großen Nachholeffekt, der insbesondere im Bauhauptgewerbe auftrat. Bautätigkeit und Geschäftslage verbesserten sich deutlich. Gleichwohl blieben wichtige Teilmärkte wie der gewerbliche Bau und der private Wohnungsbau schwach.
Weiter auf der Sonnenseite der Konjunktur zeigte sich das Ausbauhandwerk.
Dem nachhaltigen Trend zur effizienten Energienutzung und dem Einsatz regenerativer Energiequellen verdankt diese Branche ihren Boom. Auch für das kommende Quartal gehen die Betriebe weiterhin von einer positiven Entwicklung der Auftragslage aus.

Die von der Rezession stark betroffenen Investitionsgüterhandwerke arbeiten sich langsam aus dem Rezessionstal heraus. Alle wichtigen Indikatoren wie Produktion, Beschäftigung und Auslastung verbesserten sich im Zeitraum von April bis Juni. Dennoch ist das Produktionsniveau von Ende 2008 noch lange nicht erreicht. Aktuell verzeichneten 32 Prozent (Vorquartal: 19) steigende und 21 Prozent (43) der Betriebe sinkende Produktionszahlen.

Trotz ausgelaufener Umweltprämie wird die konjunkturelle Situation im Kfz- Handwerk günstig beurteilt. Mit einem Geschäftsklimaindex von 57 Punkten wurde ein neues 10-Jahreshoch erreicht. Der Umsatzindex erreichte seinen bisher zweitbesten Wert.

Auch die Konsumgüter- und Dienstleistungshandwerke beurteilten ihre wirtschaftliche Situation zunehmend besser, wobei die Dienstleistungshandwerke eine unterdurchschnittliche Konjunktur und die Konsumgüterhersteller eine deutlich überdurchschnittliche Konjunktur aufwiesen.

Das Nahrungsmittelhandwerk hat sich nach einem kontinuierlichen Abkühlen des Geschäftsklimas gefangen und sich bei einem Wert von 50 Punkten stabilisiert.

Die Bäcker weisen eine leicht überdurchschnittliche und die Fleischer eine leicht unterdurchschnittliche Entwicklung auf. Während die Branche im Jahresdurchschnitt durch einen minimalen Beschäftigungsrückgang gekennzeichnet ist, hielten im 2. Quartal 84 Prozent der Betriebe ihren Personalbestand.

Die Gesundheitshandwerke bilden nach wie vor das Schlusslicht, verbesserten aber ihre Ausgangslage. Von den befragten Betrieben meldeten 11 Prozent (Vorquartal: 19) eine gute bzw. 28 Prozent (38) eine schlechte Geschäftslage.
Die konjunkturellen und strukturellen Probleme dieser Branche werden offensiv angegangen: Im Jahresdurchschnitt weist diese Branche die beste Investitionsentwicklung auf.

Auf Landkreisebene fallen die Unterschiede dieses Mal gering aus. In allen Regionen verbesserte sich die Situation deutlich. Spitzenreiter war abermals das Handwerk im Landkreis Göttingen. Die vier anderen Landkreise liegen in der tendenziellen Entwicklung dicht beisammen.

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