Betriebszahlen im Handwerk stabilisieren sich

(PresseBox) (Hildesheim, ) Nach vier Jahren mit leichten Zuwächsen bei den Betriebszahlen im Handwerk, zeigt die Bilanz für 2008 erstmals wieder in die andere Richtung. Die Zahl der eingetragenen Betriebe sank gegenüber 2007 um 0,4 Prozent. Zum 31. Dezember 2008 waren 7.983 Betriebe bei der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen eingetragen. Das sind 32 Betriebe weniger als im Jahr zuvor. Die Handwerkskammer rechnet für die Zukunft wieder mit steigenden Zahlen. Erfahrungsgemäß würden in wirtschaftlich schlechten Zeiten, die mit steigenden Arbeitslosenzahlen einher gehen, die Existenzgründungen zunehmen.

Mit 5.782 Betrieben gehört die Mehrzahl der Betriebe nach wie vor zum zulassungspflichtigen Handwerk (Anlage A), also zu den Gewerken, in denen ein Meistertitel oder eine gleichwertige Qualifikation vorausgesetzt wird. Im Vergleich zum Jahresende 2007 ging die Zahl dieser vollhandwerklichen Betriebe um 1 Prozent zurück (- 61 Betriebe). Dies bewegt sich im Rahmen der üblichen Schwankungen.

Etwa 28 Prozent der Mitgliedsbetriebe gehören in die Gruppe der zulassungsfreien Handwerke (Anlage B1) und zu den handwerksähnlichen Gewerben (Anlage B2). Bei den zulassungsfreien Handwerken waren Ende 2008 1.159 Betriebe eingetragen, 36 mehr als im Jahr zuvor (+ 3,2 Prozent). Die Zahl der handwerksähnlichen Betriebe belief sich Ende 2008 auf 1.042. Hier war gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 0,9 Prozent zu verzeichnen (- 7 Betriebe).

Der Vergleich zu den letzten Jahren zeigt, dass sich der Zuwachs bei den zulassungsfreien Handwerken abgeschwächt hat. Dies deutet nach Ansicht der Handwerkskammer darauf hin, dass die Chance für Existenzgründer gesunken ist, sich in diesem Markt erfolgreich zu etablieren. Das sei im Zusammenhang mit dem harten Preiswettbewerb und den steigenden Anforderungen an die Qualifikation zu sehen. Zulassungsfreie Handwerke dürfen ohne handwerklichen Qualifikationsnachweis gegründet und ausgeübt werden. Nur in wenigen Berufen gingen die Zahlen weiter merklich nach oben, so im Gebäudereinigerhandwerk (+ 30 Betriebe), im Fotografenhandwerk (+ 10 Betriebe) sowie dem Raumausstatterhandwerk (+ 5 Betriebe).

Dennoch beobachtet die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen weiterhin mit Sorge, dass neue Betriebe vor allem im zulassungsfreien Bereich entstehen. "Fakt ist, dass mit dem seit 2004 geltenden Handwerksrecht die Qualifikationsvoraussetzung für eine Tätigkeit im Handwerk gesunken ist", sagt Jutta Schwarzer, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer. Doch angesichts des strukturellen Wandels seien die Anforderungen an Betriebsinhaber gestiegen und eine qualitätsorientierte Aus- und Weiterbildung so wichtig wie nie. "Ohne Qualifikation und Qualifizierung, wie sie zum Beispiel der Meisterbrief sicherstellt, wird die Ausbildungsleistung des Handwerks mittelfristig in Gefahr geraten", fürchtet Schwarzer.

Mit Blick auf den nur leichten Rückgang bei den Betriebszahlen, ließe sich jedoch auch festhalten, dass die Selbstständigkeit im Handwerk nach wie vor ein erstrebenswertes Ziel ist. "Gerade in Hinsicht auf die zukünftig bevorstehenden Betriebsübergaben ist dies ein positives Zeichen", so Schwarzer.

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