Ein leichtes Plus an Ausbildungsverträgen

Ausbildungssituation im unterfränkischen Handwerk

(PresseBox) (Würzburg, ) Die Handwerkskammer für Unterfranken verzeichnet zum 31. Dezember 2010 3.150 eingereichte und noch bestehende Lehrverträge. Das bedeutet im Jahresvergleich 2011 zu 2010 ein leichtes Plus von 0,9 %. Die unterfränkischen Handwerksbetriebe hätten jedoch noch mehr Auszubildende einstellen können.

"Wir sind mit der Entwicklung der neuen Ausbildungsverhältnisse im unterfränkischen Handwerk im vergangenen Jahr sehr zufrieden", sagt Rolf Lauer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken. Insgesamt registriert die Handwerkskammer 3.179 neue Lehrverträge im Jahr 2011, was einem Plus von 0,9 % gegenüber 2010 entspricht. Dennoch hätten die unterfränkischen Handwerksbetriebe wesentlich mehr Auszubildende eingestellt. "Aufgrund unserer Daten aus der Lehrstellenbörse gehen wir davon aus, dass unsere Betriebe noch rund 10 % mehr Auszubildende eingestellt hätten, aber sich keine passenden Bewerber auf diese Stellen gefunden haben", so Rolf Lauer.

Demographie
Laut dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München geht die Anzahl der 6 bis 18-Jährigen in Unterfranken im Zeitraum 2008 bis 2028 um 26 % zurück. Alleine die Anzahl der Hauptschüler werde im Vergleichszeitraum 1999/2000 bis 2028/2029 um 43 % sinken. "Bedenkt man, dass die Hauptschüler mit einem Anteil von rund 64 % die weitaus größte Gruppe an Auszubildenden im Handwerk bilden, sind diese Zahlen dramatisch. Dass es uns trotz dieser Tatsachen gelungen ist, noch ein Plus an Ausbildungsverträgen zu erreichen, ist somit hoch einzuschätzen", resümiert Rolf Lauer.
So baut die Handwerkskammer für Unterfranken ihre Initiativen für die Nachwuchswerbung kontinuierlich aus. Alleine im vergangenen Jahr haben rund 7.000 Haupt-/ Mittelschüler während der Vertieften Berufsorientierung das Handwerk hautnah in den Bildungsstätten der Handwerkskammer erleben können. Für Realschüler hat die Handwerkskammer die Ferienwerkstatt ins Leben gerufen. Rund 200 Realschüler sind in den Sommerferien für eine Woche in die Bildungszentren der Handwerkskammer in Würzburg, Schweinfurt und Aschaffenburg gekommen, um ihren Traumberuf im Handwerk kennenzulernen. "Die Ferienwerkstatt ist ein großer Erfolg, weshalb wir unsere Kapazitäten im Jahr 2012 weiter ausbauen werden."
Realschüler stellen mit fast 30 % die zweitgrößte Gruppe der Auszubildenden im Handwerk. Um den Realschülern noch stärker die Karrieremöglichkeiten im Handwerk darzustellen, startet die Handwerkskammer 2012 neben der Ferienwerkstatt auch die Realschul-Offensive. "Hier bieten wir den Beratungs- und Wirtschaftslehrerinnen und -lehrern der 45 unterfränkischen Realschulen eine ganztägige Schulung im März an, um ihnen die Vielfalt und die Karrieremöglichkeiten im Handwerk darzustellen.
Später werden wir an allen Bildungszentren Möglichkeiten bereitstellen, damit Realschullehrerinnen und -lehrern das Handwerk besser kennenlernen können", so Rolf Lauer.
Ganz neu ist der Lehrstellen-Radar, den die Handwerkskammer für Unterfranken seit dem 1. Januar 2012 einsetzt. Für Schulabgänger, Eltern, Lehrer oder auch Ausbildungsberater bietet die kostenlose App für iPhones und Android-Smartphones jede Menge Funktionen. Einmal auf dem Smartphone installiert, ist die Suche von freien Lehrstellen nach Ausbildungsberufen, Umkreis oder auch Regionen möglich.
Jeder Nutzer kann sich individuell ein Profil anlegen und erhält aktuelle Benachrichtigungen, sobald zum Profil passende Stellen eingetragen werden. Besonders interessante Ausbildungsstellen lassen sich im Lehrstellen-Radar per SMS, E-Mail oder auch per Facebook weiterempfehlen. Mit der App können Jugendliche außerdem in Echtzeit nach freien Stellen suchen. Die Handykamera wird bei einer Tour durch die Stadt einfach ausgerichtet, im Display erscheinen dann freie Lehrstellen in der Nähe.

Regionenvergleich
Die Zuwächse der Ausbildungsvertragszahlen sind in den einzelnen Regionen recht unterschiedlich: So verzeichnet die Region Bayerischer Untermain (Stadt und Landkreis Aschaffenburg / Miltenberg) 888 Verträge, was einem Plus von 2,8 % entspricht. In der Region Würzburg (Stadt und Landkreis Würzburg / Kitzingen / Main- Spessart) sind 5,4 % mehr Lehrverträge eingegangen als 2010. Die Region Schweinfurt / Main-Rhön (Stadt und Landkreis Schweinfurt / Kissingen / Hassberge / Rhön-Grabfeld) schließt mit einem Minus von 4,5 % negativ ab. "Die Region Schweinfurt/Main-Rhön ist traditionell hohen Schwankungen im Bereich der Ausbildungszahlen unterworfen, was stark an der Abhängigkeit gerade dieser Region von der Großindustrie liegt. Der Wettbewerb um Auszubildende mit der Industrie schlägt sich somit in den Ausbildungszahlen nieder", erklärt Rolf Lauer. "Aber", so der Hauptgeschäftsführer, "zeigt 2011 wieder einmal, welch hohe Ausbildungsleistung das Handwerk innehat. So liegt die Ausbildungsquote 2011, also der Anteil der Auszubildenden an allen Beschäftigten, weiterhin bei rund 10 %."

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