Warnung - unseriöse Internetportale

Abzocke bei gewerblichen Einträgen

(PresseBox) (Augsburg, ) Die Handwerkskammer für Schwaben warnt vor einer Firma aus dem Düsseldorfer Raum, die die Erfassung gewerblicher Einträge in einem Internetportal anbietet. Die als offizielles Schreiben aufgemachten "Angebote" suggerieren einen behördlichen Charakter und enthalten bereits die Daten der zu registrierenden Betriebe. Diese können jedoch durch Branche, E-Mail-Adresse und Internetseite ergänzt werden.

Die HWK weist darauf hin, dass es sich hierbei um ein behörden- und kammerunabhängiges Angebot handelt und die Betriebe nicht zu einer Rücksendung beziehungsweise Unterzeichnung verpflichtet sind. Im Falle der Unterzeichnung geht der Betrieb einen kostenpflichtigen Vertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren mit dem Internetanbieter ein. Die Vergütung wird jeweils im Voraus für ein Jahr fällig und beläuft sich auf stolze 569,06 Euro pro Jahr.

Das Angebot an Betriebe, sich in Online-Branchenverzeichnissen registrieren zu lassen, wächst stetig. Da diese Internetportale bei Verbrauchern und Internetnutzern jedoch völlig unbekannt sind, sind Einträge meist von zweifelhaftem Nutzen für die Betriebe. Die Chancen durch einen Eintrag neue Kunden zu gewinnen sind sehr gering. Zudem sind die Suchkriterien meist unzulänglich, so dass der potenzielle Kunde den Betrieb nur unter Eingabe mehrerer Suchkriterien findet. Das dafür in Rechnung gestellte Entgelt erscheint nicht gerechtfertigt. Die Handwerkskammer für Schwaben empfiehlt vor Unterzeichnung solcher Eintragungsangebote, den Anbieter und das Angebot sorgfältig zu überprüfen. Oftmals reicht eine kurze Internetrecherche um sich von der Seriosität des Angebots zu überzeugen. Man darf sich nicht durch Ähnlichkeiten mit etablierten Suchmaschinen oder durch den vermeintlich behördlichen Charakter des Angebots täuschen lassen. Vor Unterzeichnung muss auf jeden fall das Kleingedruckte beziehungsweise die AGBs durchgelesen werden.

Auch Korrekturabzüge, die als Gratisangebot getarnt sind, können zu einem kostenpflichtigen Eintrag führen, der mehrere hundert Euro pro Jahr kostet.

Die Unternehmen sollten sich vor allem einen Überblick über von ihnen genutzte Branchenverzeichnisse und bereits in Auftrag gegebene Werbemaßnahmen verschaffen, damit sie vermeintliche Korrekturabzüge nicht kalt erwischen. Die Praxis hat gezeigt, dass oftmals eine Unterzeichnung unter falschen Voraussetzungen erfolgt, da sich vor Ort erscheinende Vertreter der Verlage unrichtigerweise auf bereits bestehende Werbemaßnahmen beziehen und so der neuerliche Vertragsabschluss verschleiert wird.

Eine gerichtliche Verfolgung der entsprechenden Anbieter stellt sich als schwierig heraus, da viele Gerichte davon ausgehen, dass der Gewerbetreibende vor Unterschriftsleistung das "Kleingedruckte" wahrnimmt und somit bewusst einen kostenpflichtigen Vertrag eingeht. Dennoch sollten die Rechnungen nicht anstandslos bezahlt werden. Es besteht die Möglichkeit, den Vertrag anzufechten. Ob ein Gericht im Zweifel die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung anerkennt, hängt jedoch stark vom jeweiligen Einzelfall ab.

Nähere Auskünfte für Handwerksbetriebe erteilt die Rechtsberatung der Handwerkskammer für Schwaben.

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