Krise überwunden - Schwabens Handwerk im Hoch

Dritte Quartalsumfrage 2010 im schwäbischen Handwerk

(PresseBox) (Augsburg, ) Die Stimmung im schwäbischen Handwerk ist - mindestens - so gut wie vor der Krise. Quer über alle Brachen beurteilen 87 % aller befragten Betriebe die eigene Lage als gut oder befriedigend. Die Metall- und Zuliefererbetriebe sind dank eines regen Auftrags-eingangs wieder auf Wachstumskurs. Sehr gut gefüllt sind die Auftragsbücher. Für die kommenden Monate sind die Prognosen daher vielversprechend.

Vor allem Leitbranche Bau und Ausbau ist optimistisch

Vom zweiten zum dritten Quartal ist der Anteil der Betriebe mit positiver Lageeinschätzung von 83 % auf 87 % gestiegen. Lediglich 13 % der Unternehmen bewerten ihre Lage als schlecht, darunter sind überdurchschnittlich viele Kfz-Betriebe. Vor zwei Jahren, auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise, lag der Anteilswert der negativen Stimmen noch bei 21 %. Die Krise überwunden haben die Metall- und Zuliefererbetriebe. 89 % bewerten ihre Lage im dritten Quartal als gut oder befriedigend. Die konsumorientierten Handwerke wie Bäcker, Metzger oder Friseure melden ebenfalls solide Zahlen. Hauptsächlich getragen wird der Optimismus im schwäbischen Handwerk durch das überdurchschnittlich gute Abschneiden der Leitbranche, also des Bauhaupt- und Ausbaugewerbes. Dort sind rund 50 % aller Handwerksbetriebe tätig. 9 von 10 Unternehmen sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden.

Kürzungen beim Klimaschutz sind kontraproduktiv

Die gute Auftragslage im Bau- und Ausbaugewerbe liegt zum einen an zahlreichen Aufträgen aus dem zweiten Konjunkturpaket (K II). Zum anderen trägt das - krisenresistente - Geschäftsfeld der energetischen Gebäudesanierung maßgeblich zu einer hohen Auslastung bei. Doch Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner warnt: "Die bisherigen Erfolge beim Klimaschutz dürfen nicht kaputt gespart werden. Gleiches gilt für die Städtebauförderung. Der unüberlegte Sparaktionismus der Regierung beim Haushalt 2011 hilft hier nicht weiter." Es sei zwar erfreulich, dass die Kürzung der KfW-Fördermittel teilweise rückgängig gemacht würden, so Wagner weiter. Dieses "Stop and Go" bei der Förderpolitik sei aber höchst kontraproduktiv. "Die Verbraucher wie die Betriebe werden verunsichert.

Sie brauchen jedoch Verlässlichkeit und Planungssicherheit", fordert Wagner. Für das Jahr 2011 sollen die Mittel nicht wie ursprünglich auf 450 Mio., sondern lediglich auf 950 Mio. gekürzt werden. Für das Jahr 2010 stehen aber noch rund 1,4 Mrd. für die Gebäudesanierung zur Verfügung.

Dicke Auftragspolster

Der durchschnittliche Auftragsbestand liegt mit 6,2 Wochen auf weiter sehr hohem Niveau. Vor drei Monaten waren es 5,9 Wochen, im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus 1 Woche. Die Dynamik bei den Auftragseingängen hat zwar etwas an Fahrt eingebüßt; gleiches gilt auch für die Umsatzentwicklung. Dennoch melden immerhin 80 % der befragten Betriebe eine gestiegene (23 %) oder gleichbleibend hohe (57 %) Zahl an Neuaufträgen. Überdurchschnitt gut haben sich die Auftragseingänge bei den Metall- und Zuliefererfirmen sowie im Ausbaugewerbe entwickelt (35 % bzw. 30 % mit einem Plus an Aufträgen).

Neue Stellen geschaffen

Der handwerkliche Arbeitsmarkt hat sich positiv entwickelt. 17 % der Firmen haben zusätzliche Stellen geschaffen, lediglich in 7 % der Unternehmen mussten Arbeitsplätze gestrichen werden. Im dritten Quartal erhöhte sich die absolute Zahl der Beschäftigten erneut, das Stellenplus beträgt 1,3 %. Hochgerechnet auf die 120. 000 Stellen im schwäbischen Handwerk sind das rund 1.500 zusätzliche Arbeitsplätze. Vorraussetzung für eine weitere positive Wirtschaftsentwicklung im Handwerk sei die Sicherstellung der Liquidität. Die Betriebe benötigten ausreichenden Spielraum für Investitionen, so Wagner. Konkret fordert der Hauptgeschäftsführer: "Die Regelungen bei der degressiven Abschreibung und bei den Ist-Versteuerungsgrenzen müssen unbefristet verlängert werden. Damit kann der Investitionsstau im Handwerk aufgelöst werden." Mit der derzeitigen niedrigen Investitionsquote von 33 % könne man nicht zufrieden sein.

Prognosen für die kommenden Monate zuversichtlich

Die schwäbischen Handwerksunternehmen sind weiter optimistisch gestimmt. 86 % erwarten eine zufriedenstellende Entwicklung ihrer Geschäftslage. Immerhin 19 % der Unternehmen rechnen mit steigenden Umsätzen, 11 % erwarten ein Plus an Neuaufträgen.

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