Konjunkturmotor im Handwerk kommt zunehmend in Fahrt

Zweite Quartalsumfrage im schwäbischen Handwerk

(PresseBox) (Augsburg, ) Das schwäbische Handwerk blickt zufrieden auf das zweite Quartal. Weiter gut gefüllte Auftragsbücher und Umsatzzuwächse verbreiten vor allem in den Bau- und Ausbauhandwerken Optimismus. Doch auch im Kfz-Gewerbe und bei den Metall- und Zuliefererfirmen hat sich die Lage verbessert bzw. weiter stabilisiert.

Hohe Zufriedenheit mit der Geschäftslage

Die eigene Geschäftslage wird - quer über alle Handwerksbranchen - von 83 % der befragten Betriebe als gut oder befriedigend bewertet. Noch vor drei Monaten waren es lediglich 71 %. Damit wird der Wert des Vorquartals um 12 Prozentpunkte übertroffen. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus 6 Prozentpunkte. Überdurchschnittlich gut laufen die Geschäfte im Bau- und Ausbaugewerbe. Mit einem Anteil von 92 % an positiven Meldungen sind die Ausbauhandwerke Spitzenreiter, gefolgt vom Bauhauptgewerbe (90 % zufriedene Betriebe). Erfreulich entwickelt hat sich die Situation im Kfz-Gewerbe. Dort beurteilen laut aktueller Umfrage 73 % ihre eigene wirtschaftliche Lage als zufriedenstellend. Im Vorquartal lag der entsprechende Vergleichswert lediglich bei 62 %. Weiter stabilisiert hat sich auch die Stimmung bei den Metall- und Zuliefererunternehmen. Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben "Die Wirtschaft hat sich besser als erwartet von der Krise erholt. Diesen Erfolg dürfen wir nicht gefährden". Sein Appell an die Politik: "Bewährte und sinnvolle Instrumente wie die degressive Abschreibung müssen über das Jahr 2010 hinaus fortgeführt werden. Wagner weiter: "Das Handwerk bleibt dabei: Steuerentlastungen und die Beseitigung der sog. kalten Progression müssen auf der politischen Agenda bleiben." Die Entlastung sei nötig, um die Kaufkraft zu stärken und die Binnenkonjunktur zu stabilisieren. Nur so könne die dringend erforderliche Konsolidierung der öffentlichen Haushalte gelingen.

Gute Umsätze erhöhen Einstellungsbereitschaft

Die Umsatzdynamik hat im zweiten Quartal deutlich zugenommen. Knapp jeder dritte Betrieb berichtet von gestiegenen Umsätzen. Im Vorquartal meldeten lediglich 13 % ein Umsatzplus. Parallel hat sich der Anteil der Unternehmen mit rückläufigen Umsätzen vom ersten zum zweiten Quartal auf 23 % halbiert. Dies wirkt sich positiv auf die Einstellungspraxis der Firmen aus. Die Betriebe stellten vermehrt ein. Die Zahl der Beschäftigten im schwäbischen Handwerk ist insgesamt um rund 1 % gestiegen. Das sind hochgerechnet rund Tausend Stellen. In 13 % der Firmen wurden zusätzliche Stellen geschaffen, das sind doppelt so viele Unternehmen wie noch vor drei Monaten.

Auftragsbücher weiter gut gefüllt

Quer über alle Branchen zeichnet sich auch beim Auftragseingang ein Aufwärtstrend ab. 28 % der Unternehmen konnten ein Plus verbuchen. Lediglich 22 % der Betriebe (Vorquartal: 37 %) melden ein Minus. Überdurchschnittlich gut ist der Auftragseingang im Bau- und Ausbaugewerbe sowie bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Der durchschnittliche Auftragsbestand liegt bei 5,9 Wochen und hält damit sein hohes Niveau, auch wenn der - sehr hohe - Wert des Vorquartals von 6,2 Wochen nicht mehr ganz erreicht wird. Der Wert des Vorjahresquartals wird um eine halbe Woche überschritten.

Zukunftserwartungen optimistisch

Die Prognosen für die kommenden Wochen und Monate sind positiv. Vier von fünf Unternehmen erwarten eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung. Diese Zuversicht wirkt sich günstig auf den Stellenmarkt aus. Jeder zehnte Betrieb plant Neueinstellungen, weitere 80 % wollen ihren Mitarbeiterstamm stabil halten. Mit steigenden Umsätzen rechnet jeder sechste Betrieb. 13 % der schwäbischen Handwerksfirmen erwarten mehr Neuaufträge.

Sparen beim Klimaschutz wäre kontraproduktiv

Starke Zugpferde der Handwerkskonjunktur sind die Bau- und Ausbauhandwerke, die zusammen rund die Hälfte der Betriebe im schwäbischen Handwerk stellen. Zusätzliche Aufträge aus dem zweiten Konjunkturpaket sorgen in beiden Sektoren - bislang - für eine hohe Auslastung. Gleichzeitig stellt die energetische Gebäudesanierung einen wichtigen Umsatzträger dar. Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben warnt: "Die Politik darf Investitionen in den Klimaschutz keinesfalls zurückfahren. Die geplanten Kürzungen bei den bewährten und erfolgreichen KfW-Programmen für energetische Gebäudesanierung sind aus volkswirtschaftlicher Sicht kontraproduktiv. Denn, so Wagner weiter, jeder Euro staatlicher Förderung stoße weitere private Investitionen bis zu 8,50 Euro an. Handwerksbetriebe und Verbraucher seien über die Kürzungspläne der Bundesregierung gleichermaßen verunsichert wie verärgert. Die beabsichtigten Streichungen verhindern Investitionsvorhaben und gefährden betriebliche Existenzen im Handwerk. Letztlich werde so der wirtschaftliche Aufschwung ausgebremst.

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