Handwerkskonjunktur im Aufwind

Erste Quartalsumfrage im schwäbischen Handwerk

(PresseBox) (Augsburg, ) Die Stimmung im abgelaufenen ersten Quartal war aufgrund der geringen wirtschaftlichen Dynamik gedämpft. Doch in den kommenden Wochen und Monaten wollen die schwäbischen Handwerksbetriebe durchstarten. Die Voraussetzungen sind günstig. Volle Auftragsbücher bescheren dem Bau- und Ausbauhandwerk gute Geschäfte und bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf scheint die Talsohle durchschritten zu sein.

Stimmung noch verhalten

Quer über alle Handwerksbranchen beurteilen 71 % der Betriebe ihre geschäftliche Situation im ersten Quartal als gut oder befriedigend. Das sind 3 Prozentpunkte weniger als vor drei Monaten. Im Vergleich zum Vorjahr wird die Geschäftslage aber deutlich besser eingeschätzt (62 % positive Meldungen). Die Betriebe setzen nach wie vor alles daran, ihre Beschäftigung stabil zu halten. Dies ist nicht in allen Fällen gelungen. 15 % der Betriebe mussten Personal abbauen. Immerhin 6 % der Firmen haben trotz schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zusätzliche Stellen geschaffen. Die handwerklichen Unternehmen litten vor allem unter der geringen Umsatzdynamik. Fast jeder zweite Betrieb (46 %) meldete Einbußen. Nur 13 % verzeichneten ein Plus. Negativ betroffen sind insbesondere Betriebe des witterungsabhängigen Bauhauptgewerbes (55 % mit Rückgängen) und die gewerblichen Zulieferer (51 %). Insgesamt scheint sich die Lage bei den Metall- und Zuliefererbetreiben aber zu entspannen. Während im vierten Quartal 2009 lediglich 61 % der Firmen mit ihrer Geschäftslage zufrieden waren, sind es nun bereits 70 %.

Dicke Auftragspolster

Zuversichtliche Stimmung verbreiten die gut gefüllten Auftragsbücher. Die Reichweite der Auftragsbestände ist deutlich gestiegen. Im Schnitt gibt es Aufträge für 6,2 Wochen, das sind rund eineinhalb Wochen mehr als im Jahr zuvor. Bei den Auftragseingängen ist ebenfalls ein Aufwärtstrend zu erkennen. 22 % der befragten Unternehmen meldeten ein Plus. Damit fällt die Bilanz positiver aus als noch vor drei Monaten (16 % mit Zuwächsen). Jeder dritte Betrieb aus dem Bauhauptgewerbe berichtete über Zuwächse. Zufriedenstellend ist die Auftragslage auch im Ausbaugewerbe und zunehmend bei den Handwerksbetrieben, die für die Industrie zuliefern.

Kaufkraft stärken

Die Bau- und Ausbauhandwerke, die knapp die Hälfte aller Betriebe im Handwerk stellen, profitieren zum einen von den öffentlichen Investitionen des zweiten Konjunkturpakets. Zum anderen erhalten sie zahlreiche Aufträge aus dem privaten Sektor, da Verbraucher momentan verstärkt in Sachwerte investieren und ihr Haus oder ihre Wohnung sanieren und modernisieren. "Der Klimaschutz ist wichtiger Konjunkturmotor für die Bau- und Ausbauhandwerke", freut sich Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der HWK Schwaben. Die konsumnahen Handwerke, wie die Nahrungsmittelhandwerke, Friseure, Uhrmacher oder etwa die Gesundheitshandwerke blicken dagegen etwas skeptischer in die Zukunft. Ulrich Wagner fordert: "Der private Konsum muss auf breiter Front gestärkt werden, dass er mit zur tragenden Säule des Aufschwungs werden kann." Eine Kaufkraftstärkung würde die Situation der konsumorientierten Gewerke und der Kfz-Handwerke verbessern, die wie der Einzelhandel die Konsumzurückhaltung des privaten Sektors spüren.

Zuversicht für die kommenden Monate

Im schwäbischen Handwerk herrscht ein breiter Zukunftsoptimismus. Während im vergangenen Quartal lediglich zwei Drittel aller befragten Betriebe eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung erwarteten, sind es jetzt immerhin 83 %. Für die kommenden Monate rechnen die handwerklichen Unternehmen mit einem positiven Konjunkturverlauf. Bislang haben die Betriebe nur in überschaubarem Umfang Investitionen getätigt. Größere Investitionen sind eher selten, Kleininvestitionen dominieren. Doch mit dem zunehmenden Auftragsvolumen steigt auch der Finanzbedarf der Firmen. Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner: "Wir müssen aufpassen, dass es nicht zu Finanzierungsengpässen kommt. Eine wesentliche Voraussetzung für den Aufschwung ist, dass geplante und erforderliche betriebliche Investitionen realisiert werden können. Unsere Handwerksbetriebe brauchen daher ausreichend Kredite, und zwar zu bezahlbaren und fairen Konditionen. Ungeklärte Finanzierungsprobleme und eine restriktive Kreditvergabe dürfen nicht zur Wachstumsbremse werden." Die Prognosen für Umsätze und Auftragseingänge sind jedenfalls vielversprechend. Jeweils rund ein Viertel der Handwerkbetriebe rechnet mit steigenden Umsätzen und einem Auftragsplus. Jedes elfte Unternehmen plant, neue Stellen zu schaffen.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.