Ausbildungsmarkt zieht wieder an

Junge Menschen haben in Handwerksberufen beste Aussichten

(PresseBox) (Augsburg, ) Positiv startet im schwäbischen Handwerk das Ausbildungsjahr 2010/2011. Die Wirtschaftskrise, die den Lehrstellenmarkt im vergangenen Jahr deutlich beeinträchtigt hat, scheint überwunden. So sind Ende August 2010 bisher 2.554 neue Ausbildungsverträge bei der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) eingetragen. Das ist eine Steigerung von 7,54% zum gleichen Termin des Vorjahres (2.375 Verträge). Derzeit sind bei der Handwerkskammer (HWK) rund 60% der zu erwartenden Verträge im Haus.

Anette Göllner, die Leiterin der Hauptabteilung Berufsausbildung bei der HWK Schwaben blickt daher positiv in die Zukunft: "Wir gehen davon aus, dass wir zum Jahresende das Niveau des Jahres 2008 (insgesamt 4.662 Ausbildungsverträge) knapp erreichen werden." Mut macht Göllner jungen Menschen, die bislang noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben: "Es ist noch lange nicht alles gelaufen und wir erhalten immer noch Anfragen von Betrieben, die noch keine passenden Jugendlichen gefunden haben. Ich rate daher diesen jungen Leuten weiterhin aktiv zu sein, engagiert Kontakt zu den Betrieben aufzunehmen und sich nicht nur auf den Traumberuf zu versteifen. Es lohnt sich über Alternativen nachzudenken und Chancen zu ergreifen, die erst auf den 2. Blick interessant sind," rät Göllner. Gute Aussichten auf einen Ausbildungsplatz gibt es noch in den Nahrungsmittelhandwerken, im Baubereich sowie in der Metall - und Elektrobranche.

Permanent stehen die Ausbildungsexperten der Handwerkskammer für Schwaben (HWK) in Kontakt mit den Ausbildungsbetrieben. In einem ersten Schritt sorgt der Ausbildungsplatzakquisiteur dafür, dass die offenen Stellen der Betriebe bei der HWK erfasst werden und in die Internetlehrstellenbörse eingestellt werden. Im Auftrag der Betriebe kümmert sich der HWK-Matcher als Spezialist um eine passgenaue Vermittlung von Jugendlichen. Er gleicht die Profile der Jugendlichen mit den konkreten Vorstellungen der Handwerksunternehmen ab. Das entlastet die Unternehmer bei der Suche und hilft den jungen Menschen einen Ausbildungsplatz zu bekommen. "Wer jetzt noch unversorgt ist, sollte auf keinen Fall in Panik geraten, sondern alle Möglichkeiten der Beratung und von Kontakten nutzen. Bis Ende Oktober ist der Ausbildungsmarkt noch in Bewegung. Wir erleben es Jahr für Jahr, dass Stellen nicht angetreten werden. Auch kommt es vor, dass Ausbildungsverhältnisse in der Probezeit gelöst werden, weil's einfach nicht passt oder der Jugendliche, wie auch der Unternehmer unterschiedliche Auffassungen haben," ist Anette Göllner optimistisch.

Angebot an freien Ausbildungsplätzen unter www.lehrstellen-schwaben.de

Ein Indiz, dass es sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt zunehmend entspannt hat, findet sich auch in der oben schon genannten Lehrstellenbörse der beiden Wirtschaftskammern. Unter www.lehrstellen-schwaben.de sind momentan über 600 freie Stellen in ganz Schwaben eingetragen, das Handwerk hat dabei einen Anteil von rund 50%. Auch hier sollten sich die Jugendlichen informieren. "Wer sich überhaupt noch nicht schlüssig ist, was er machen möchte findet unter www.handwerksberufe.de viel Wissenswertes und gute Tipps," ermuntert Göllner die Jugendlichen zu Aktivität. "Das Internet ist doch für die jungen Menschen das Medium Nr. 1. Deshalb appelliere ich an die suchenden Jugendlichen im Internet zu surfen und sich über Betriebe und offene Stellen zu informieren. Es gibt nichts zu verlieren, wenn man sich mit der Bewerbungsmappe unter dem Arm beim Handwerksunternehmen vorstellt. Und wer noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, der sollte auf jeden Fall in Praktika zeigen, dass er leistungsbereit und interessiert ist. Ebenso stellt eine Einstiegsqualifizierung (EQ) eine Möglichkeit zum Berufseinstieg dar," fordert Göllner zu Eigeninitiative auf. Zudem verweist sie auf die Last-Minute-Börsen im Oktober, die die Handwerkskammer (HWK) zusammen mit den Arbeitsagenturen und der IHK in den jeweiligen Regionen anbietet. Hierzu werden die Betroffenen von den Agenturen direkt eingeladen.

Demografischer Wandel und Trend zu Fachkräftesicherung spürbar

Dass es noch offene Stellen gibt, ist auch ein Indiz dafür, dass der demografische Wandel voll im Gang ist. Die Zahl der Schulabgänger ist deutlich zurück gegangen. "Wir sind immer stärker gefordert, qualifizierte Auszubildende zu finden. Das heißt in der Konsequenz, dass unsere Unternehmen in der Zukunft noch mehr Augenmerk auf die frühzeitige Präsentation der Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten in den Handwerksbetrieben richten müssen. Werbung für Handwerksberufe und Bewerberauswahl brauchen die besondere Aufmerksamkeit der Unternehmen. Wer mit der Zeit geht, muss auch hier Flexibilität und Innovation beweisen. Bald werden im Handwerk wieder händeringend gute Auszubildende gesucht - und die Jugendlichen können sich ihren Ausbildungsplatz aussuchen", umreißt Göllner die künftige Situation. Gerade das Handwerk als besonders personalintensiver Wirtschaftszweig ist auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Zwar kommen rund 67% der Auszubildenden im Handwerk aus der Hauptschule, aber von diesen Berufsanfängern verfügen viele über einen mittleren Bildungsabschluss, den sie in der Hauptschule erworben haben. Insgesamt haben zum Stichtag rund 28 % der Auszubildenden einen mittleren Schulabschluss aufgrund M-Zug und Realschule, der gerade für die technischen Handwerksberufe als Voraussetzung immer wichtiger wird. Positiv bewertet die Göllner die Zusammenarbeit mit den Hauptschulen: "Berufsorientierung wird dort groß geschrieben, Praktika gehören zum Standard und diese Maßnahmen bilden eine gute Grundlage für die Berufswahl. So finden die jungen Menschen frühzeitig heraus, wohin ihr beruflicher Weg führen soll."

Die HWK-Zahlen im Überblick
Zeitraum 01.01.2010 - 31.08.2010

neu abgeschlossene Ausbildungsverträge: 2.554
Plus gegenüber dem Vorjahr: + 7,5 %
Vergleich 2009: 2.375

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