Handwerk in gespannter Erwartungshaltung

Handwerkskammer Dresden gibt Frühjahrs-Konjunkturbericht heraus

(PresseBox) (Dresden, ) Das Handwerk im Landesdirektionsbezirk Dresden befindet sich zurzeit in einer angespannten Lage, hat aber zuversichtliche Erwartungen. Dies geht aus dem Frühjahrs-Konjunkturbericht der Handwerkskammer Dresden, der heute der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, hervor.

Die Konjunktur im ersten Quartal 2010 wird auffällig von saisonalen Faktoren und Nachwirkungen der Wirtschaftskrise beeinflusst. "Die optimistische Herbststimmung 2009 hat den Winter nicht überstanden und entwickelte sich zu einer leicht gedrückten Stimmungslage am Jahresanfang, die allerdings günstiger als im vergangenen Frühjahr war", so der Präsident der Handwerkskammer Dresden, Claus Dittrich, im Rahmen der Konjunktur-Pressekonferenz.

Das Geschäftsklima als Stimmungs- und Frühindikator fiel seit der letzten Befragung im Herbst um 13 Punkte auf -2 Punkte. Zwischen den einzelnen Branchen treten enorme Unterschiede auf. Die Spannbreite liegt zwischen stark unterkühlt in den Kfz-Handwerken sowie den Handwerken für den gewerblichen Bedarf und recht optimistisch in den Gesundheitshandwerken.

Ihre momentane Geschäftlage schätzten 22 Prozent der Unternehmer als gut ein. Das sind genauso viele wie vor einem Jahr. 45 Prozent der Befragten waren zufrieden und fast ein Drittel beurteilte ihre Lage als schlecht. Die Erwartungen zum Sommer hin sind wesentlich hoffnungsvoller als die derzeitige Lage. 29 Prozent der Handwerker rechnen mit guten Geschäften. Die Hälfte hofft auf zufriedenstellende Geschäftslagen.

Regional betrachtet ist die Spannbreite der Ergebnisse verhältnismäßig geringer als in den Jahren zuvor. In allen Landkreisen und der Stadt Dresden kann durchweg ein besseres Geschäftsklima als noch vor einem Jahr registriert werden. Bei den Einschätzungen der Geschäftslage überwogen die negativen gegenüber den positiven Beurteilungen. Bei den Erwartungen ist es genau umgekehrt.

65 Prozent der Unternehmen meldeten Umsatzverluste gegenüber dem Vorquartal. Einige Branchen, wie Bau und Kfz, waren deutlich stärker betroffen. Insgesamt 29 Prozent der Handwerksbetriebe konnten den Umsatz stabil halten und nur 6 Prozent steigern. Erfreulicherweise sind die Umsatzerwartungen an das kommende Quartal viel optimistischer als noch vor einem Jahr.

Über die Hälfte der Befragten meldete sinkende Auftragseingänge gegenüber dem Vorquartal. Nur knapp die Hälfte der Betriebe verzeichnete eine stabile oder verbesserte Auftragslage.

Als Folge der im Moment günstigeren Auftragslage konnten die Kapazitätsauslastungen - mit Ausnahme der Handwerke für personenbezogene Dienstleistungen - die Vorjahreswerte übertreffen. Die mittlere Auslastung lag für das Handwerk im Kammerbezirk im ersten Quartal 2010 bei 72 Prozent.

Die handwerkliche Beschäftigung nahm bei den Befragten im ersten Quartal 2010 um durchschnittlich 2,2 Prozent ab. Dieser Wert ist geringer als vor einem Jahr und liegt durchaus im saisonalen Rahmen. Die wenigsten Personalreduzierungen führten Kleinstunternehmen durch. Insgesamt verkleinerte jeder fünfte Betrieb seinen Personalstamm.

Die Zahl der Investierenden stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erneut, auch wenn sich das durchschnittliche Investitionsvolumen gegenüber dem äußerst hohen Niveau im Vorjahr in etwa halbierte. 26 Prozent der Befragten (+ 4 Prozentpunkte) investierten durchschnittlich 21.000 Euro je Betrieb.

Nach Branchen betrachtet sind die konjunkturellen "Sorgenkinder" die Handwerke für den gewerblichen Bedarf sowie das Kfz-Gewerbe. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Gruppe der unternehmensnahen Dienstleister und handwerklichen Zulieferer weiterhin fest im Griff. Beim Kfz-Gewerbe stehen nach einem Jahr im Zeichen der Umweltprämie mit steigenden Umsätzen und Erträgen die konjunkturellen Probleme, besonders eines Winterquartals, im Vordergrund.

Erfreulich sind die Entwicklungen im Ausbau- und Baugewerbe. Noch immer profitiert der Ausbau am meisten von Aufträgen aus langfristig angelegten Förderprogrammen, die zum Beispiel zur energetischen Gebäudesanierung gehören. Im Bauhandwerk zeigen die Konjunkturpakete weiter ihre Wirkung. In den kommenden Monaten rechnen die Baufirmen mit zusätzlichen Auftragseingängen und Umsatzsteigerungen. Der Nachholbedarf wird als enorm eingeschätzt.

"Es besteht allerdings die Gefahr, dass die Kommunen aufgrund massiver Haushaltskürzungen in allen Bereichen andere geplante Investitionen zurückhalten oder neu überdenken", warnt Handwerkskammerpräsident Dittrich. "Deshalb erwartet das Handwerk von der Kommunalpolitik und auch auf Bundes- und Landesebene Strategien und Prioritätenlisten für Investitionen und Kürzungen. Aussagen, was sich unser Land alles nicht mehr leisten kann, genügen nicht", so Dittrich weiter.

Dr. Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden, appelierte ebenfalls an die Politik: "Damit die desolate Kassenlage der Kommunen nicht auf die Unternehmen im Kammerbezirk durchschlägt, erwartet das Handwerk von allen politischen Entscheidungsträgern, dass die Finanzausstattung der Kommunen und Landkreise auch zukünftig gesichert ist."

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