Handwerk: Starker Motor für Wachstum und Beschäftigung

Präsident Otto Kentzler zieht eine erste Bilanz für das Jahr 2011

(PresseBox) (Dortmund, ) Auftragslage, Umsätze, Beschäftigte: Die Bilanz fürs Handwerk im östlichen Ruhrgebiet fällt durchweg positiv aus. "Unsere mittelständischen Betriebe sind gerade in diesem Jahr ein starker Motor für Wachstum und Beschäftigung gewesen. Davon hat die gesamte Region nachhaltig profitiert", sagt Otto Kentzler, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH).

Die gute Entwicklung werde sich in den kommenden Monaten sicherlich fortsetzen. Wegen der anhaltenden Turbulenzen in der Euro-Zone aber auf abgeschwächtem Niveau. "Die konjunkturelle Dynamik wird abflachen. Ein nominales Plus bei den Umsätzen von mindestens 1,5 Prozent halten wir aber durchaus für erreichbar. Auch eine stabile Beschäftigungslage", so Kentzler.

Das setze allerdings voraus, dass der wirtschaftspolitische Rahmen für den Mittelstand richtig gesteckt sei: "Die Entscheidung zum niedrigeren Beitragssatz bei der Rente und die Milderung der kalten Progression durch eine ab 2013 vorgesehene Anhebung des steuerlichen Freibetrags sind gute Signale für uns. Auch die Ausweitung der öffentlichen Investitionen in Städtebau und Infrastruktur wird den heimischen Markt weiter stützen."

Was jedoch bislang fehle, so Kentzler, sei ein ausgewogenes Konzept zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung. "Wenn die Energiewende gelingen soll, müssen energetische Sanierungsmaßnahmen absetzbar sein. Steuerliche Anreize haben nun einmal enorme Zugkraft für private Investitionen. Und genau die brauchen wir, wenn es weiter vorangehen soll in diesem Land."

Das Handwerk im östlichen Ruhrgebiet stehe in jedem Fall bereit für mehr Wachstum und Beschäftigung. Dafür spreche gerade auch der stabile Unternehmensbestand im Dortmunder Kammerbezirk. "Hier haben wir mit aktuell 19.676 Mitgliedsbetrieben (+ 95 Betriebe / 0,5 Prozent) eine erfreulich ausgeglichene Bilanz." Während es bei den zulassungspflichtigen Handwerken einen leichten Rückgang um 53 Unternehmen gegeben habe, seien die zulassungsfreien Handwerke um 134 Betriebe und die handwerksähnlichen Gewerbe um 13 Unternehmen gewachsen.

Regional besehen habe es die stärksten Zuwächse in Bochum (+62 Betriebe / 2,2 Prozent auf insgesamt 2.889), Hagen (+36 / 2,4 Prozent auf 1.620) und im Kreis Unna (+31 / 1 Prozent auf 3.019) gegeben. Gesunken sei der Unternehmensbestand demgegenüber in Hamm (-26 / -2,1 Prozent auf 1.190). Nahezu gleich geblieben seien die Zahlen im Großraum Dortmund (+12 / 0,3 Prozent auf 4.097), im Ennepe-Ruhr-Kreis (-9 / -0,3 Prozent auf 2.922), im Kreis Soest (-3 / -0,1 Prozent auf 2.763) und auch in Herne (-8 / -0,7 auf 1.176).

Die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge im Kammerbezirk (insgesamt 4.197) stellt sich laut Kentzler derzeit mit -249 / -5,6 Prozent tendenziell rückläufig dar. Zwar sei das Jahr noch nicht ganz vorbei und man arbeite mit Hochdruck an möglichen Nachvermittlungen, doch maßgebliche Veränderungen nach oben seien kaum wahrscheinlich.

Bei den betrieblichen Ausbildungsstellen gebe es im Vergleich zum Vorjahr ein aktuelles Minus von 3,3 Prozent (-131 Ausbildungsstellen). Bei den außerbetrieblichen Lehrverträgen (insgesamt 374) liege der Wert bei minus 24 Prozent (-118 Lehrverträge). Kentzler: "Diese Negativentwicklung bei den betrieblichen Ausbildungsplätzen haben wir für unsere Region nicht erwartet, zumal wir im Frühsommer teilweise ja sogar zweistellige Zuwachsraten hatten. Deshalb müssen wir ab 2012 noch stärker als bisher gegensteuern, denn dauerhaft wachstumsstark sind wir nur, wenn wir genügend Fachkräfte haben."

Hauptgründe für den Rückgang seien zum einen sinkende Bewerberzahlen, zum anderen die weiterhin mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabgänger und falsche Vorstellungen aufgrund unzureichender Berufsorientierung. Das habe sich bei einer Blitzumfrage dieser Tage deutlich gezeigt. "Damit stehen unsere Betriebe praktisch vor einer doppelten Herausforderung bei der Nachwuchsgewinnung."

Die Kammer Dortmund unterstütze die Mitgliedsbetriebe dabei mit einer Reihe von Aktivitäten, wie er betont. Beispielsweise im Rahmen der Imagekampagne, die auf unterschiedlichste Weise Interesse am modernen Handwerk wecken will. Und durch eine noch größere Präsenz der HWK-Ausbildungsberater an den Schulen. Ebenso mit speziellen Angeboten für junge Migranten, für die es beispielsweise Mitte Februar 2012 wieder eine groß angelegte Lehrstellenbörse in Dortmund geben werde. "Wir gehen viele Wege, die der Fachkräftesicherung dienlich sind. Vielfalt ist nun mal unser Markenzeichen. Und deshalb gilt: Bei uns zählt nicht, wo man herkommt. Sondern wo man hin will."

Das schließe eine intensivierte Zusammenarbeit mit den Hochschulen in der Region ein. So habe man etwa im Herbst mit der Hochschule Bochum einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, der die Bereiche Lehre, Forschung, Transfer und Gründerförderung umfasse. Gleichzeitig steige die Zahl von Kooperationen und Projekten, die man mit anderen Hochschulen durchführt. "Ein enges Zusammenspiel von Wissenschaft und Wirtschaft birgt viele Potentiale. Für unsere Mitgliedsbetriebe wollen wir sie bestmöglich ausschöpfen und den Wissenstransfer ausbauen."

Im Zuge dessen wolle man natürlich auch deutlich mehr junge Akademiker fürs Handwerk gewinnen und ihnen möglichst früh den Zugang zum handwerklichen Mittelstand ermöglichen. Damit sie, wie Kentzler sagt, nicht erst nach Ende des Studiums erfahren, dass es auch im handwerklichen Mittelstand viele Möglichkeiten gibt, beruflich aktiv und unternehmerisch erfolgreich zu sein.

Kentzler abschließend: "Es lohnt sich, im Handwerk seinen Weg zu gehen. Denn kein anderer Wirtschaftsbereich bietet so vielfältige Karrierechancen wie unserer. Und kein anderer Wirtschaftsbereich genießt ein so hohes Vertrauen bei den deutschen Bürgern wie wir. Das hat der GfK Global Trust Report 2011 ja gerade gezeigt. Mit einer Zustimmung von 88 Prozent sind wir unangefochten die Nummer 1. Wir werden in 2012 unser Bestes tun, das auch zu bleiben."

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