Zwischenbilanz der Handelskammer-Initiative "Perspektive 2020": Diskussionsteilnehmer ziehen im Rathaus ein erstes Fazit

(PresseBox) (Bremen, ) Die Handelskammer Bremen hat heute gemeinsam mit dem Senat im Rathaus eine "Zwischenbilanz '10" der Initiative "Perspektive Bremen 2020" gezogen. Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft diskutierten darüber, welche der Forderungen zu den zentralen bremischen Entwicklungsthemen realisiert oder zumindest in Angriff genommen wurden und an welchen Punkten es noch Defizite gibt. Moderiert wurde die Diskussion von Lars Haider, Chefredakteur des Weser Kuriers.

Handelskammer-Präses Otto Lamotte betonte, dass die Kammer diese Perspektive weiterhin kraftvoll entwickeln werde: "Wir haben seit der Veröffentlichung unseres Leitlinienpapiers vor anderthalb Jahren in insgesamt sechs öffentlichen Diskussionsrunden gesehen, wie groß das Interesse in Bremen ist, gemeinsam eine tragfähige Entwicklungsperspektive zu eröffnen. In vielen - größeren und kleineren - Bereichen hat sich seither etwas bewegt. Nun müssen wir sehen, dass wir dieser Entwicklung weitere Kraft verleihen und zugleich die noch ausstehenden Projekte anpacken."

Bürgermeister Jens Böhrnsen sagte: "Mit der 'Perspektive 2020' hat die Handelskammer eine Initiative angestoßen, die sich in vielen Punkten mit den Strategien und Konzepten des Senats deckt. Es ist richtig, wenn wir dieses Ziel - im Sinne bremischer Bürgertradition - gemeinsam verfolgen. Dazu gehört, dass wir gemeinsam darüber sprechen, an welchen Stellen wir bereits etwas geleistet haben und wo wir gemeinsam noch besser werden können."

In ihrem Leitlinienpapier "Perspektive Bremen 2020", das Ende 2008 veröffentlicht wurde, hat die Handelskammer fünf Themenschwerpunkte für ein wachsendes, kreatives und innovatives Bundesland Bremen genannt. Diese Schwerpunkte wurden in einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe mit dem Senat im Laufe des Jahres 2009 öffentlich diskutiert und weiter vertieft. Die fünf Themenfelder sind: Bildung, Wissen und Innovation; Maritime Logistik und Industrie; Energiewirtschaft; Venture-Klima sowie Einzelhandel, Tourismus und Stadtentwicklung.

Im Bereich Bildungspolitik begrüßt die Handelskammer den Bremer Schulkonsens. Eine zentrale Forderung, der Erhalt der Gymnasien, sei damit erfüllt worden. Positiv sieht die Kammer auch die Verlängerung des Pakts für Ausbildung bis 2010. In allen Schularten müsse aber eine verbindliche und professionelle Bildungs- und Berufsorientierung verankert werden. Weiterhin gelte es, die Prozesse beim Übergang von der Schule in die Ausbildung zu verbessern. Eine neue Herausforderung stelle der demographische Wandel dar. Um einem Fachkräftemangel künftig zu begegnen, müssten im Ausland erworbene Qualifikationen anerkannt und bessere Anschluss- und Umsteigemöglichkeiten nach der Berufsausbildung geschaffen werden.

Für die Maritime Logistik sieht die Handelskammer positiv, dass der Senat den Bau eines Umschlagsterminals für Offshore-Windkraftanlagen in Bremerhaven beschlossen hat. Allerdings müsse noch vor der Sommerpause eine Entscheidung über den Standort getroffen werden und bis Anfang 2011 die Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens erfolgen. Weiterhin sollte die Schienenhinterlandinfrastruktur der bremischen Häfen verbessert und Bremen zum logistischen Knoten im Hafendreieck Wilhelmshaven-Bremerhaven-Hamburg weiterentwickelt werden. Die Handelskammer regt die Weiterentwicklung des GVZ und des Neustädter Hafens zu einem Logistikzentrum Links der Weser an und fordert die zügige Vollendung der A 281.

Um eine angebotsorientierte und dauerhaft verlässliche Gewerbeflächenpolitik für die Industrie zu gewährleisten, müsse Bremen besonders die nachgefragten Areale GVZ, Überseestadt und Hansalinie weiter ausbauen. Wichtig seien zudem verlässliche und kalkulierbare Rahmenbedingungen durch einen leistungsfähigen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Beschleunigung der Genehmigungs- und Planungsverfahren sowie eine weitere Entbürokratisierung.

Um eine "Deckungslücke" bei der Energieversorgung bis 2020 zu vermeiden, drängte die bremische Wirtschaft für den Bereich Energiewirtschaft auf die Planung eines innovativen Gas- und Dampf-Kombikraftwerks sowie auf den Ausbau der Fernwärme. Es müsse ein zukunftsfähiger Energiemix vorgehalten werden.

Damit in Bremen ein Venture-Klima entsteht, das Unternehmer vermehrt zu Betriebsgründungen ermutigt, forderte die Handelskammer eine umfassende Netzwerkstruktur, die für ein effizientes Nährbodenmarketing sorgt. Ein vom Senator für Kultur geplantes Initiativbüro müsse unter diesem Aspekt seinen Fokus rasch erweitern. Im Interesse eines neuen Gründungsklimas müsse beispielsweise das Fach Wirtschaft in den Kerncurricula der Schulen verankert werden, alle bremischen Hochschulen und Wirtschaftsförderungseinrichtungen sollten sich der Hochschulinitiative BRIDGE anschließen und Unternehmer könnten in Kooperation mit dem Landesinstitut für Schule Unterrichtseinheiten in Schulen anbieten.

Um den Einzelhandel in Bremens Innenstadt zu fördern, so die Handelskammer, müssen die Leitlinien zur Neugestaltung des Ansgarikirchhofs für Investoren ausreichend flexibel gehalten werden. Auch der öffentliche Raum müsse noch attraktiver werden. Potenzielle Investoren müssten frühzeitig in die Planungen eingebunden werden. In den bestehenden Innenstadt-Parkhäusern - oder an neuen Standorten - müssen genügend Pkw-Stellplätze geschaffen werden. Außerdem sollte ein Masterplan "Bremens Neue Mitte 2020" entwickelt werden, der auch die der Innenstadt benachbarten Quartiere einbindet.

Teilnehmer der Diskussion "Zwischenbilanz '10":
- Jens Böhrnsen, Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen
- Otto Lamotte, Präses der Handelskammer Bremen
- Martin Günthner, Der Senator für Wirtschaft und Häfen
- Dr. Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer und I. Syndicus der Handelskammer Bremen

(1) Bildungspolitik
- Dr. Paul Benteler, ArcelorMittal Bremen GmbH
- Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Kaminski, Institut für Ökonomische Bildung gemeinnützige GmbH

(2) Maritime Logistik
- Dr. Stefan Woltering, Geschäftsführer bremenports GmbH & Co. KG,
- Michael Appelhans, Geschäftsführer Weserport GmbH

(3) Energiewirtschaft
- Dr. Willem Schoeber, swb AG
- Prof. Dr. Wolfgang Pfaffenberger, Jacobs University Bremen

(4) Venture-Klima
- Stefan Messerknecht, hmmh multimediahaus AG
- Christoph Backes, Ideenlotsen

(5) Einzelhandel
- Peter Schöler, Schuhhaus Wachendorf GmbH & Co.
- Prof. Franz-Josef Höing, Senatsbaudirektor Der Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa

Moderation: Lars Haider, Weser-Kurier

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