Statistischer Jahresbericht 2008 von Handelskammer Bremen und IHK Bremerhaven: Wirtschaftsleistung geht zurück - Aussicht auf Erreichen der konjunkturellen Talsohle

(PresseBox) (Bremen, ) Bis in den Herbst 2008 hinein hat sich die bremische Wirtschaft gut entwickelt. Trotz der zum Jahresende auch in Bremen und Bremerhaven immer deutlicher spürbaren Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise legte die Wirtschaftsleistung an der Weser im vergangenen Jahr insgesamt um 1,7 Prozent zu - eine Entwicklung, die sich insbesondere auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machte: Die Zahl der Beschäftigten stieg um 1,1 Prozent, zugleich sank die Zahl der Arbeitslosen um 10,5 Prozent auf rund 36.800.

Dieser positive Trend drehte allerdings zum Jahreswechsel. Im Laufe des Jahres 2009, so diagnostizieren die Handelskammer Bremen und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bremerhaven, wird es eine Zunahme der Arbeitslosigkeit im Land Bremen geben. Bei einer wachsenden Zahl von Unternehmen zeichnen sich spürbare Liquiditätsengpässe ab. Allerdings, so die Einschätzung der Kammern, besteht die Aussicht, dass im Laufe der kommenden Monate die konjunkturelle Talsohle erreicht wird und Bremen wie auch der Standort Deutschland insgesamt in eine Phase allmählicher Normalisierung eintritt.

"Vorrangiges Ziel der Politik muss sein, dass das Vertrauen in die Märkte wieder hergestellt wird und die Banken in geordnete Verhältnisse zurückkehren können. Denn die Stabilität des Finanzmarktsystems ist eine grundlegende Voraussetzung für die Finanzierung von Investitionen und somit für wirtschaftliches Wachstum", sagten Lutz H. Peper, Präses der Handelskammer Bremen, der Präsident der IHK Bremerhaven, Claus Brüggemann, sowie die beiden Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger (Bremen) und Michael Stark (Bremerhaven) heute bei der Vorstellung des gemeinsamen Statistischen Jahresberichts 2008 für das Land Bremen.

Die Spitzenvertreter beider Kammern betonten: "Aktuell kommt es vor allem darauf an, auch mit Hilfe von erweiterten Kurzarbeitsregelungen Kurs zu halten und die Erfolge der vergangenen Jahre langfristig abzusichern. Darüber hinaus muss der bislang gültige und mühsam verhandelte Kompromiss der Bundesländer im Rahmen der Ergebnisse der Föderalismuskommission II genutzt und konsequent umgesetzt werden." Gerade in der Wirtschaftskrise komme es darauf an, die gesetzlich verankerte "Schuldenbremse" ernst zu nehmen und die Verlässlichkeit sowie das damit verbundene Vertrauen wirksam werden zu lassen, ohne das ein föderales System nicht überlebensfähig wäre, sagten sie.

Präses Peper und Präsident Brüggemann appellierten an Senat und Magistrat sowie an die beiden Stadtparlamente, den Einsichten in Einsparzwänge auch klare Entscheidungen folgen zu lassen: "Nur dann wird ein dringend gebotener Spielraum für strategische Investitionen mit volkswirtschaftlichem Nutzen erhalten werden können", betonten sie.

Zum Verlauf der Bremen-Konjunktur 2008: Die Industriekonjunktur verlief unterschiedlich. So konnten der Fahrzeugbau, der Schiffbau, die Hersteller von Metallerzeugnissen, das Ernährungsgewerbe sowie das Verlags- und Druckgewerbe deutliche Umsatzzuwächse erzielen. Hersteller von Kunststoff- und Gummiwaren, die Chemie, der Maschinenbau sowie Teile der Elektroindustrie verzeichneten hingegen bereits im Laufe des Jahres 2008 Umsatzrückgänge. Die Zahl der Industriebeschäftigten sank in Bremen um gut ein Prozent, während sie in Bremerhaven um vier Prozent zulegte. Im bremischen Baugewerbe war nach deutlichen Einbußen im Vorjahr in 2008 eine Erholung der Umsätze zu verzeichnen.

Die Konsumneigung der Kunden des bremischen Einzelhandels hat im Jahresverlauf nachgelassen. Umsatz- und Beschäftigungszahlen waren daher insgesamt rückläufig. Der Groß- und Außenhandel blickt auf ein insgesamt durchwachsenes Geschäftsjahr 2008 zurück. Probleme in der Außenhandelsfinanzierung entwickelten sich im Zuge des Fortschreitens der Finanzkrise zunehmend zum geschäftlichen Hemmschuh.

Im Dienstleistungssektor zählten vor allem die Logistik- und Verkehrswirtschaft über weite Strecken des Jahres zu den Profiteuren. Zunächst noch fest verlief das Umschlagswachstum in den bremischen Häfen (+7,9 Prozent). Die Tourismusbranche profitierte von zahlreichen Großevents und Zuwächsen im Kreuzfahrtgeschäft. Ebenfalls freundlich zeigte sich die Konjunktur für die unternehmensnahen Dienstleister. Das Kreditgewerbe in Bremen und Bremerhaven trug auf Grund seiner guten Struktur zu einer Verstetigung der Entwicklung bei.

Den Statistischen Jahresbericht 2008 finden Sie zum Download auf unserer Internetseite.

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