Konjunkturreport der Handelskammer zum Sommer 2010: Geschäftsklima weiter verbessert - Beschäftigung steigt

(PresseBox) (Bremen, ) Nach einem guten Start in das Jahr 2010 hat die konjunkturelle Erholung der bremischen Wirtschaft im zweiten Halbjahr weiter an Fahrt aufgenommen. Jedes dritte Unternehmen bewertet seine derzeitige Lage als gut. Auch der Arbeitsmarkt fasst zunehmend Tritt. Für das Gesamtjahr deutet sich ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum an, wie die Konjunkturumfrage der Handelskammer zum Sommer 2010 unter 169 Betrieben aus Verarbeitendem Gewerbe, Handel und Dienstleistungen zeigt. "Es ist erfreulich, dass der Aufschwung auch in Bremen an Kraft gewonnen hat. Dennoch: Es bleibt zu berücksichtigen, dass die Wirtschaft aus einem tiefen Tal kommt. Statt in Euphorie zu verfallen muss weiter hart an guten Rahmenbedingungen gearbeitet werden", so Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger.

Eine gute Geschäftslage weisen insbesondere die Industrie, der Groß- und Außenhandel sowie der Dienstleistungssektor auf. Befriedigend ist die wirtschaftliche Lage im Einzelhandel. Das Baugewerbe verzeichnet noch immer eine unbefriedigende Geschäftssituation. Nach Einschätzung von Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger sind für den Arbeitsmarkt in Bremen positive Tendenzen zu erwarten: "Die Mehrzahl der Betriebe plant wieder Neueinstellungen in den kommenden zwölf Monaten. Die Kurzarbeit ist stark zurückgegangen." Dr. Fonger wies jedoch auch darauf hin, dass sich bundesweit bereits ein Fachkräftemangel abzeichne, der sich im Zuge der wirtschaftlichen Erholung weiter verschärfen werde. Deswegen sei es umso wichtiger, die Durchlässigkeit der Bildungssysteme insgesamt zu steigern.

Für die bremische Wirtschaft bleibe der Export eine der tragenden Säulen. Dr. Fonger: "Derzeit erwarten 49 Prozent der Exporteure eine Zunahme des Auslandsgeschäftes innerhalb der nächsten 12 Monate. 51 Prozent rechnen mit gleichbleibenden Geschäften."

Zu den Branchen im Einzelnen: Die Geschäftslage der bremischen Industrie zeigt sich aktuell robust. 42 Prozent der Betriebe weisen eine gute Geschäftssituation auf. Deutlich verbessert hat sich das Geschäftsklima bei den Investitionsgüterproduzenten. Wichtiger Impulsgeber bleibt der Export. So lag der Auslandsumsatz im zweiten Quartal um rund 55 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Die Beschäftigungspläne fallen ebenfalls freundlich aus. Insbesondere der Fahrzeugbau signalisiert wachsenden Personalbedarf.

In der Bauwirtschaft entspannt sich die Lage in kleinen Schritten. Die Geschäftssituation und die Erwartungen beurteilen die befragten Betriebe weniger skeptisch als in den Vorquartalen, dennoch bleibt die Situation insgesamt unbefriedigend. Risiken stellen die Preisentwicklung, ein ruinöser Wettbewerb, auslaufende Konjunkturprogramme und der wachsende Konsolidierungsdruck der öffentlichen Haushalte dar. Die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft verzeichnet hingegen eine freundliche Geschäftssituation und zuversichtliche Prognosen.

Der Geschäftsklima-Indikator für den Groß- und Außenhandel notiert mit 119 Punkten auf überdurchschnittlich gutem Niveau. Die Ertragslage im Außenhandel hat sich etwas kräftiger erholt als im Binnenhandel. Neun von zehn befragten Betrieben geben an, die Beschäftigtenzahlen im weiteren Jahresverlauf stabil zu halten. Im bremischen Einzelhandel ist die Geschäftssituation befriedigend. Die Konsumneigung der Kunden hat sich wieder gefestigt. Nennenswerte Umsatzsteigerungen blieben bislang jedoch aus. Die Ausweitung der Verkaufsflächen im bremischen Umland wird daher mit großer Skepsis verfolgt.

Im Gastgewerbe hat sich die Geschäftslage gegenüber den Frühjahr verbessert. Hoteliers berichten über eine gestiegene Auslastung. Gastronomen verzeichnen eine bessere Ertragslage.

Für positive Impulse im Kreditgewerbe sorgen derzeit das niedrige Zinsniveau im Privatkundengeschäft und eine steigende Nachfrage nach sonstigen Bankdienstleistungen. Der Anteil bremischer Unternehmen, die verschlechterte Kreditkonditionen beklagen, ist von zuvor 31 Prozent auf 18 Prozent gesunken.

Die konjunkturelle Erholung im Logistik- und Verkehrsgewerbe setzt sich fort. Die Prognosen sind zuversichtlich und die Personalnachfrage ist gestiegen. Drei Viertel der befragten Unternehmen berichten von höheren Umsätzen und Beförderungsvolumina. Gestiegene Treibstoffpreise im Güterverkehr dämpfen jedoch die Gewinnentwicklung in vielen Betrieben.

Ein stark verbessertes Geschäftsklima vermelden die bremischen Dienstleister, insbesondere die personenbezogenen Dienste. Weniger optimistisch als im Frühjahr bewerten Medien- und IT-Unternehmen den weiteren Jahresverlauf. Architektur- und Ingenieurbüros erwarten gleichbleibende Geschäfte.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.