Konjunkturreport der Handelskammer zum Jahresbeginn 2009

Konjunkturabschwung erreicht Bremen

(PresseBox) (Bremen, ) Die Krise des globalen Finanzsystems und der weltweite Konjunktureinbruch beeinflussen zunehmend die bremische Konjunktur. Überwiegend wird die aktuelle Geschäftslage von den Unternehmen aber noch immer als befriedigend oder gut bezeichnet - nur 19 Prozent weisen derzeit eine schlechte Geschäftssituation auf. Die Aussichten haben sich für 2009 jedoch quer durch alle Wirtschaftsbereiche eingetrübt. Das zeigt der Konjunkturreport der Handelskammer Bremen zum Jahresbeginn, für den 172 Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe, aus Handel und Dienstleistung befragt wurden.

Nach Einschätzung von Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger wird die Krise auch in der bremischen Wirtschaft Spuren hinterlassen: "Viele Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren aber erfolgreich restrukturiert und sind heute entsprechend gut aufgestellt." Er warnte daher vor einer Dramatisierung der Lage. Mit Blick auf das Konjunkturpaket der Bundesregierung sagte Dr. Fonger: "Um die wirtschaftliche Basis unseres Landes zu sichern, müssen die Investitionsmittel zukünftig konsequent auf die Stärkung von Wirtschaftskraft und Arbeitsplätzen konzentriert werden." Dr. Fonger wies insbesondere auch auf die positiven wirtschaftlichen Effekte einer zügigen Schließung des Autobahnrings um Bremen durch die A 281 hin: "Hier kann Bremen ohne großen eigenen Mitteleinsatz - entgegen der Konjunkturentwicklung - investieren und gleichzeitig die Rahmenbedingungen für die Zeit nach der Krise dauerhaft verbessern", sagte er.

Eine bisherige Stütze der bremischen Konjunktur stellten die guten Auslandsumsätze der Unternehmen dar. Nun haben sich die Exporterwartungen eingetrübt. Viele Betriebe sehen sich angesichts der Konjunkturaussichten und der sich verschlechternden Kreditkonditionen dazu gezwungen, neue Investitionen zurückzustellen und Personal abzubauen. Dr. Fonger: "Einer der großen Risikofaktoren ist das Thema Außenhandelsfinanzierung, insbesondere Probleme bei der Bestätigung von Akkreditiven. Die Handelskammer hat sich schon früh dafür ausgesprochen, dass dieser Bereich unter den Risikoschirm der Finanzmarktstabilisierung genommen wird."

Zu den Branchen im Einzelnen: Die Industrie begegnet dem Abschwung derzeit noch erfolgreich. Allerdings lässt die zunehmende Zurückhaltung der Kunden bei der Auftragsvergabe 27 Prozent der Unternehmen skeptisch in die Zukunft blicken. Die Entwicklung verläuft in den Branchen unterschiedlich: Während etwa die Medizintechnik und High-Tech-Unternehmen befriedigende Geschäftsaussichten melden, zeigen sich die Automobil- und Stahlindustrie sowie der Maschinenbau pessimistischer. Deutlich zurückhaltend ist die Bauwirtschaft, auch wenn zusätzliche Investitionsausgaben der Öffentlichen Hand im Rahmen der Konjunkturprogramme für eine gewisse Stützung sorgen dürften.

Im Groß- und Außenhandel macht sich der weltweite Konjunktureinbruch und der damit einhergehende Umsatzrückgang bemerkbar. Vom laufenden Jahr versprechen sich die meisten Händler nicht viel Gutes. Im Einzelhandel setzt sich die wenig zufriedenstellende Geschäftsentwicklung des letzten Dreivierteljahres fort. Positiv zu bewerten ist, dass sich die Konsumneigung der Kunden nicht verschlechtert hat. Dennoch sehen 63 Prozent der Händler schlechteren Geschäften entgegen.

Das Hotel- und Gaststättengewerbe weist eine zufriedenstellende Umsatz- und Ertragsentwicklung auf. Doch rechnet auch diese Branche damit, den konjunkturellen Wendepunkt erreicht zu haben. Sie befürchtet, dass sich sinkende Haushaltseinkommen, weniger Geschäftsreisen und ein rückläufiges Tagungsgeschäftnegativ negativ auswirken werden. Das Kreditgewerbe sieht seine aktuelle Lage und die Geschäftsaussichten etwas besser als zuvor. Einer unveränderten Entwicklung blickt das Versicherungsgewerbe entgegen.

Das Logistik- und Verkehrsgewerbe leidet besonders unter dem weltweiten Konjunktureinbruch: Der Hafenumschlag bricht ein, das Ladungsvolumen in der Seeschifffahrt und im Güterverkehr wird weiter sinken. Die Aussichten für 2009 werden fast einhellig als schlecht empfunden. Deutliche Unterschiede gibt es in den einzelnen Dienstleistungsbranchen. Skeptisch zeigen sich unternehmensorientierte Dienstleister wie Zeitarbeitsunternehmen, Architektur- und Ingenieurbüros sowie Wirtschafts- und Unternehmensberater. Stabil dürften sich dagegen die Geschäfte der verbraucherorientierten Dienste entwickeln.

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