Konjunkturreport der Handelskammer zum Frühjahr 2010

Exporte im Aufwind

(PresseBox) (Bremen, ) Die konjunkturelle Erholung der bremischen Wirtschaft schreitet voran. So sind die Konjunkturerwartungen in vielen Branchen deutlich gestiegen. Das Exportgeschäft sorgt zunehmend für Impulse. Auch dürfte die bremische Wirtschaft im Gleichklang mit dem Bundestrend wachsen, wie die Konjunkturumfrage der Handelskammer zum Frühjahr 2010 unter 225 Betrieben aus Verarbeitendem Gewerbe, Handel und Dienstleistung zeigt. Die jüngste Vertrauenskrise in die Zahlungsfähigkeit Griechenlands und die Sorge um eine Ansteckung anderer Staaten macht aber zugleich deutlich, dass noch immer erhebliche Konjunkturrisiken bestehen, die diese positive Entwicklung im Kern gefährden könnten.

Insbesondere in der Industrie hat sich die wirtschaftliche Lage aktuell verbessert. Eine befriedigende Geschäftssituation verzeichnen der bremische Einzelhandel sowie der Groß- und Außenhandel. Deutlich stabilisiert hat sich die Geschäftslage im Verkehrsgewerbe. Im Dienstleistungssektor weisen das Gastgewerbe und die personenbezogenen Dienste gute Geschäftsergebnisse auf. Nach Einschätzung von Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger zeichne sich damit auf dem Arbeitsmarkt ein Lichtblick ab: "Immer mehr Unternehmen planen Neueinstellungen. Auch die Zahl der von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmer wird abnehmen", sagte er.

Das generelle Anziehen des deutschen Exportgeschäfts böte insbesondere für Bremen eine erhebliche Chance. Fonger wies allerdings auch darauf hin, dass die Konjunkturentwicklung unverändert aufmerksam begleitet werden müsse: "Die neuerlichen Turbulenzen auf den Finanzmärkten zeigen, dass der Aufschwung noch nicht gesichert ist. Fortschritte bei der Finanzmarktregulierung und der Straffung des EU-Finanzrahmens sind dringend erforderlich", sagte er.

Zu den Branchen im Einzelnen: Die bremische Industrie weist eine gute Geschäftslage auf. Dies gilt vor allem für Vorleistungsgüterhersteller von chemischen Erzeugnissen und für Verbrauchsgüterproduzenten. Der Auftragseingang hat sich stabilisiert und die Auslandsnachfrage spürbar an Fahrt aufgenommen. Die Prognosen sind zuversichtlich: Jedes dritte Unternehmen erwartet eine günstige Entwicklung im Jahresverlauf. Investitionsgüterproduzenten wie der Raumfahrzeugbau blicken steigenden Umsätzen entgegen. 38 Prozent aller Betriebe erwarten zunehmende Exporte.

In der Bauwirtschaft hat sich die Geschäftssituation nur leicht entspannt. Das Geschäftsklima ist weiterhin auf unbefriedigendem Niveau. Viele Betriebe berichten über schlechtere Konditionen für Investitions- und Betriebsmittelkredite. Eine freundliche Geschäftslage und zuversichtliche Prognosen meldet die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft.

Im Groß- und Außenhandel bezeichnen 80 Prozent der befragten Betriebe die aktuelle Situation als befriedigend. Zahlungsausfälle - auch in Folge mangelnder Kreditversicherungswürdigkeit vieler Kunden - belasten allerdings die Branche. Die Geschäftsaussichten haben sich dennoch spürbar verbessert. Die Beschäftigtenzahl könnte im Außenhandel leicht steigen.

Die Lage im bremischen Einzelhandel ist gegenüber dem Vorquartal unverändert geblieben. Während der Warenhausbereich in 2010 Zuwächse erwartet, dürfte das Geschäft im Kfz-Handel ohne nennenswerte Impulse verlaufen. Der großflächige Einzelhandel im Umland bindet Kaufkraft, auch kommt die Konsumnachfrage nicht in Schwung.

Ein weiterhin verbessertes Geschäftsklima zeigt das Gastgewerbe. Die Prognosen fallen besser aus als zu Jahresbeginn. In der Hotellerie werden Impulse durch eine höhere Zahl von Urlaubs- und Geschäftsreisenden erwartet.

Im Kreditgewerbe ist die Geschäftslage befriedigend. Die Geschäftserwartungen sind insgesamt stabil. Bei den Kreditvergaben für Betriebsmittel- und insbesondere für Investitionsfinanzierungen übten die Institute teilweise Zurückhaltung, was auch Ausdruck einer gestiegenen Risikovorsorge der Kreditinstitute ist.

Für das Logistik- und Verkehrsgewerbe zeichnet sich ein klarer konjunktureller Aufwärtstrend ab. Die Geschäftslage ist deutlich stabilisiert. Überdurchschnittlich zufrieden sind derzeit Frachtumschlags- und Lagereibetriebe. Der anziehende Welthandel lässt den Hafenumschlag zweistellig wachsen. Unbefriedigend ist die Situation im Straßengüterverkehr. Belastend wirken auf ihn rückläufige Erlöse, ein unsicherer Dieselmarkt und Fahrzeitüberschreitungen aufgrund von Baustellen und Abfertigungsengpässen in den Häfen.

Positive Konjunktursignale vermelden die bremischen Dienstleister. Überdurchschnittlich gut ist die Lage bei Medien- und IT-Unternehmen. Unter dem Branchendurchschnitt liegt die Entwicklung bei Architektur- und Ingenieurbüros.

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