Kali-Korpus erschließt acht Jahrhunderte deutscher Sprachgeschichte

Projekt am Deutschen Seminar befasst sich mit historischen Texten

(PresseBox) (Hannover, ) Sprache verändert sich. So stand das Wort Tuba vor rund 1000 Jahren noch nicht für ein Musikinstrument, sondern für einen Vogel: die Taube. Welche Gesetzmäßigkeiten und Regeln hinter solchen Veränderungen stehen, ist ein Forschungsschwerpunkt am Deutschen Seminar der Leibniz Universität Hannover. Ein Team um Prof. Gabriele Diewald hat ein in seiner Form bislang einmaliges sprachhistorisches Textkorpus aufgebaut. Der Name Kali-Korpus steht dabei für Korpusarbeit Linguistik. Seit Oktober 2003 entsteht hier eine Sammlung aus althochdeutschen und mittelhochdeutschen Quellen, die ausführlich annotiert und glossiert sind. Zum Großteil stehen diese Quellen über das Internet unter http://www.kali.uni-hannover.de/ auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Im März 2009 endet die erste Phase des Projekts; zur Finanzierung hat unter anderem die Fritz-Thyssen-Stiftung beigetragen. Im Zusammenhang mit diesem Projekt wurden insgesamt rund 225.000 Euro bewilligt.

Das Datenmaterial für die sprachhistorischen Untersuchungen haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler digital aufbereitet und mit linguistischen Informationen versehen. Die wesentlichen Komponenten der Software hat das Forschungsteam selbst entwickelt.

Die Korpus-Linguistik ist der Bereich der Sprachwissenschaft, der sich mit Textsammlungen beschäftigt. Das Kali-Korpus umfasst Texte aus der Zeit vom 8. bis zum 15. Jahrhundert. 25 Texte illustrieren die Veränderungen, die die Sprache in mehr als einem Jahrtausend durchlaufen hat. 21 Texte sind öffentlich zugänglich. Der längste Text hat mehr als 16.000 Worte, der kürzeste ist 428 Wörter lang. Ein Blick in die Daten informiert unter anderem darüber, dass es sich bei "wurchen" um eine Form von "wirken, wurken, würken" handelt, die heute mit "schaffen, verfertigen" übersetzt werden kann. Neben dem Einsatz in der Lehre findet das Kali-Korpus Verwendung bei Forschungsarbeiten in unterschiedlichen Bereichen der Sprachwissenschaft und dient als Grundlage für mehrere Dissertationsprojekte.

Für weitere Informationen stehen Ihnen Anne Jäger und Bernd Knöttig, wissenschaftliche Mitarbeiter, am Deutschen Seminar unter Telefon +49 511 762 5464 und 762 8980 oder per E-Mail unter anne.jaeger@germanistik.uni-hannover.de und bernd.knoettig@germanistik.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

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