Zum Tod Christoph Schlingensiefs: "Wir werden sein Engagement für Afrika weiterhin unterstützen"

(PresseBox) (München, ) Mit Christoph Schlingensief hat auch das Goethe-Institut einen engen Freund verloren. In den 149 Goethe-Instituten in aller Welt wird getrauert; viele gemeinsame Projekte haben den Künstler und das Kulturinstitut miteinander verbunden. Das letzte große Projekt war das Festspielhaus Afrika, das 2009 in enger Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Gestalt annahm. Im Februar 2010 wurde in Ouagadougou, Burkina Faso, der Grundstein des Operndorfes gelegt.

"Für mich war er, der an beiden Enden der Kerze brannte, einer der glaubhaftesten Künstler", so Klaus-Dieter Lehmann. Der Präsident des Goethe-Instituts hat den Regisseur während der Berlinale 2009 näher kennengelernt. Zu einer intensiven Zusammenarbeit kam es bei den Planungen und Vorbereitungen des Operndorf-Projektes. Es war nicht das erste gemeinsame Projekt. So arbeiteten Schlingensief und das Goethe-Institut 2007 bei der Inszenierung des "Fliegenden Holländers" in Manaus und bei anderen Gelegenheiten eng zusammen.

"Mit Christoph Schlingensief zu arbeiten war unvergleichlich", sagt Lehmann. Der Künstler sei stets "sensibel im Aufspüren, Zuhören, Assoziieren, von beeindruckender Kompetenz in allen künstlerischen Ausdrucksformen und gleichzeitig von einer aktiv gelebten Menschlichkeit" gewesen. "Er glaubte an die Kraft der Kunst und sah unser menschliches Zusammenleben in erster Linie als eine kulturelle Leistung."

Auch das Projekt in Burkina Faso steht in besonderem Maße für diese besondere Verbindung von Kunst und Menschlichkeit. In einem Interview mit "Goethe aktuell" (www.goethe.de) berichtete Schlingensief im März über seine Pläne in Afrika und sprach von der Poetik des Wortes "Oper", machte aber im Nachsatz sofort deutlich: "Wichtiger sind die Kinder. Die Schule, die wir in Remdoogo bauen, ist das Wichtigste überhaupt."

Präsident Klaus-Dieter Lehmann ist fest davon überzeugt, dass das Operndorf auch nach dem Tod Schlingensiefs realisiert wird: "Die Idee des Operndorfes in Burkina Faso ist Ausdruck seines Glaubens an die Kraft des kreativen Geistes. Es war faszinierend zu sehen, wie das Projekt ihm Mut und Energie gab und diese sich auf seine Umgebung übertrug. Diese Energie soll fortleben in einem Dorf in Afrika und über die Grenzen Burkina Fasos hinausreichen. Wir werden das Produktionsteam weiter dabei unterstützen, die Umsetzung von Schlingensiefs größtem Projekt voranzutreiben. Der Familie und den Freunden wünschen wir jetzt die Ruhe und die Kraft zum Abschiednehmen."

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.