Illusion der Nähe?

Goethe-Institut veranstaltet dreitägiges Forum zum Zusammenleben in Europa

(PresseBox) (München, ) Nachbarschaften sind kompliziert. Mal sind sie zu eng, mal zu distanziert und mal feindselig - oft jedenfalls sorgt Nachbarschaft unter Staaten, Bevölkerungsgruppen und Individuen für Streit. Das Thema ist universal, es geht alle an. Für die Außenpolitik ist es zentral. Deshalb fragt das Goethe-Institut in seinem Forum "Illusion der Nähe? Ausblicke auf die europäische Nachbarschaft von morgen" nach den Bedingungen gelingender Nachbarschaft. Vom 27. bis 29. Oktober 2010 lädt es mit dem Polnischen Institut Berlin und dem Deutsch-Französischen Institut in den Flughafen Tempelhof nach Berlin ein.

Zum Abschluss der Veranstaltung wird Bundesaußenminister Guido Westerwelle eine europapolitische Rede halten.

In der viel beschworenen deutsch-französischen Freundschaft kriselt es wieder einmal, die Vertriebenen-Problematik sorgt für anhaltende Spannungen zwischen Deutschland und Polen, Ungarn und die Slowakei führen einen heftigen Sprachenstreit. Ein Buch über das angebliche Scheitern der Integrationspolitik hält die Republik in Atem und der Satz des Bundespräsidenten, der Islam gehöre zu Deutschland, löst Diskussionen aus. Das Verhältnis zu unserem Nebenan prägt unser Leben in entscheidendem Maße. Doch nur wenn das nachbarschaftliche Zusammenleben im Alltag funktioniert, kann Europa im Ganzen gelingen. Ohne eine Revitalisierung der Idee der guten Nachbarschaft ist, so die These des Goethe-Instituts, Integration unmöglich.

Herfried Münkler macht sich zum Auftakt des Forums Gedanken darüber, wieviel Freundschaft eine Nachbarschaft verträgt. Die Historiker Norbert Frei, Etienne François und Krzysztof Pomian debattieren über den Umgang mit der gemeinsamen Geschichte. Der islamische Religionspädagoge Mouhanad Khorchide und der evangelische Theologe und Propst Johann Hinrich Claussen treffen sich zum Dialog unter dem Titel "Wenn Esslingen vom Ruf des Muezzin erwacht". Über "Das europäische Wir", vor allem der jungen und zukünftigen Generationen tauschen sich die Generalsekretärin des Deutsch-Französischen Jugendwerks Eva Sabine Kuntz, Ulrike Guérot vom European Council on Foreign Relations und Marek Cichocki, Philosoph, Politikhistoriker und Programmdirektor des Europazentrums Natolin, aus. Die Politiker Günter Verheugen und Ruprecht Polenz diskutieren über europäische Nachbarschaftspolitik.

Die Historikerin Hélène Miard-Delacroix aus Paris untersucht den Status Quo der deutsch-französischen Beziehungen, während der Berlin-Korrespondent der Gazeta Wyborcza Piotr Buras ein kritisches Bild des Verhältnisses zwischen Polen und Deutschland zeichnet.

In Round-Table-Gesprächen kann das Publikum ausführlich diskutieren u. a. mit dem Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky, dem Stadt-Soziologen Walter Siebel oder Akteuren grenzüberschreitender Alltagsinitiativen.

Péter Esterházy präsentiert zum Ende der Veranstaltung bekannte und neue Texte rund um das Thema Nachbarschaft.

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