Welche Folgen hatte die Abtrennung Grönlands von Kanada in der Erdgeschichte?

BGR-Expedition in die Arktis mit der "Polarstern"

(PresseBox) (Hannover, ) Unter der Leitung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) findet vom 31. Juli bis 10. Oktober 2010 eine marine geowissenschaftliche Expedition mit dem deutschen Forschungseisbrecher "Polarstern" in die grönländischkanadische Arktis statt. Ziel des Wissenschaftlerteams, zu dem auch Kollegen des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI), des kanadischen Geologischen Dienstes (GSC) sowie des Umweltforschungszentrums Leipzig (UFZ) und der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) gehören, ist die nördliche Baffin Bay. Dort wollen die Forscher multidisziplinäre geowissenschaftliche Untersuchungen zur Klärung des strukturellen Aufbaus und der tektonischen Entwicklung der nördlichen Baffin Bay sowie der angrenzenden Kontinentränder vornehmen.

"Die plattentektonische Entwicklung dieser Region wirft noch viele Fragen auf. So ist ungeklärt, in welchem konkreten zeitlichen Ablauf sich die nördliche Baffin Bay und der Nordatlantik im Verlauf der Erdgeschichte geöffnet haben und welchen Bewegungsabläufen Grönland in diesem plattentektonischen Puzzle unterworfen war", so Dr. Volkmar Damm, Expeditionsleiter der BGR. Damm: "Die Kenntnis der geologischen Prozesse bei der Abtrennung Grönlands von Nordamerika hilft uns auch, die klimatischen und ozeanographischen Veränderungen in dem sich öffnenden arktischen Randmeer besser zu verstehen. Mit dem Aufbrechen von Kontinentalplatten bilden sich stets weiträumige Sedimentbecken. Aus der Menge und der Art der abgelagerten Sedimente sowie aus den Strukturen im Untergrund lassen sich geologische Abläufe rekonstruieren, die Auskunft über Beckenbildungsprozesse und Paläoklimaentwicklung geben."

Die von der BGR geleitete Expedition ist der dritte Abschnitt der diesjährigen Arktisreise "ARK XXV" der "Polarstern". Auf den beiden ersten Abschnitten standen ozeanographische und meeresbiologische Arbeiten südlich von Spitzbergen auf dem Programm. Die BGR-Forschungsfahrt, die in enger Kooperation mit den Geophysikern des AWI durchgeführt wird, beginnt in Reykjavik und endet nach zehn Wochen in Bremerhaven. An Bord sind 41 Wissenschaftler und Techniker. Zum Einsatz kommen vielfältige geophysikalische Methoden, um die erforderlichen Daten erheben zu können. Dazu gehören u. a. seismische, magnetische und gravimetrische Untersuchungen sowie geologische Beprobungen des Meeresbodens. Mit den beiden an Bord befindlichen Hubschraubern soll sowohl vom Schiff als auch von einer Feldbasis im Küstenbereich aus eine aeromagnetische Kartierung durchgeführt werden.

"Mit Hilfe der erhobenen Daten erhoffen wir uns eine erhebliche Verbesserung des bisherigen Kenntnisstandes über den geologischen Untergrund in dieser Region. Da es kaum Bohrungen in den arktischen Randmeeren gibt und die nächstgelegene wissenschaftliche Forschungsbohrung des Internationalen Tiefbohrprogramms sich erst 500 Kilometer weiter südlich befindet, sind die neuen Daten von besonders hohem Wert", so BGR-Geophysiker Damm.

Die Arbeiten im Rahmen der 25. Arktisexpedition der "Polarstern" sind Bestandteil des langfristigen Forschungsprogramms der BGR zur geologischen Grundlagenforschung in bislang wenig untersuchten Regionen und zur Polar- und Meeresforschung. Bereits in den Jahren 2001 und 2008 hat die BGR mit den Partnern der jetzigen Expedition in den nördlich und den südlich angrenzenden Gebieten Untersuchungen durchgeführt.

Erstmals wurde diese Meeresregion vor mehr als 100 Jahren durch den norwegischen Polarforscher Otto Sverdrup mit dem berühmten Expeditionsschiff "Fram" erkundet. Sverdrups Forschungsreise begann 1898 und endete erst vier Jahre später, da die "Fram" drei Winter lang vom Eis eingeschlossen war. Ursprünglich wollte Sverdrup eine Verbindung zwischen der Baffin Bay und dem Arktischen Ozean erkunden. Dies gelang ihm nicht. Stattdessen kartierte der Norweger als Erster die gesamte Küstenregion Nordkanadas und entdeckte dabei eine Reihe von Inseln in der kanadischen Arktis.

Weitere Informationen: http://www.bgr.bund.de/cln_109/nn_322856/DE/Themen/MeerPolar/Polarforschung/polarforschung__node.html?__nnn=true

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