Geoforschung mit "FS Polarstern" vor Grönlands Küste

BGR-Wissenschaftler nach 10 Wochen zurück aus der Arktis

(PresseBox) (Hannover, ) Die Meeres- und Polarforscher der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sind nach 10 Wochen von ihrer Arktis-Expedition mit dem deutschen Forschungsschiff "FS Polarstern" zurückgekehrt. Die Meeresexpedition "ARK-XXV/3" führte in den grönländischen Teil der nördlichen Baffinbay. Dort hatten die Forscher Untersuchungen zur Klärung des strukturellen Aufbaus und der geologischen Entwicklung dieser Meeresgebiete sowie der an sie angrenzenden Kontinentränder vorgenommen.

"Die Meeresgebiete der Arktis sind generell schwer zugänglich. Den größten Teil des Jahres über sind sie eisbedeckt und das Gebiet um Grönland birgt zusätzliche Gefahren durch zahlreiche treibende Eisberge", so BGR-Fahrtleiter Dr. Volkmar Damm. "Auf dieser Forschungsfahrt ist es uns gelungen, umfangreiches Datenmaterial zu sammeln. Diese Informationen helfen uns, den Aufbau des grönländischen Kontinentrandes in der nördlichen Baffinbay zu beschreiben und seine Entwicklungsgeschichte zu rekonstruieren", erklärt Damm. Dazu gehören Daten zur Beschaffenheit der Sedimente am Meeresboden und deren Gehalt an mikrobiellen Lebensgemeinschaften.

Die Daten werden jetzt in den Laboren der BGR und bei den Expeditionspartnern Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft (AWI, Bremerhaven) und Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ ausgewertet. Mit dem Aufbrechen von Kontinentalplatten sind häufig vulkanische Ereignisse verbunden, aber auch die Bildung von weiträumigen Sedimentbecken. Das dort abgelagerte organische Material kann sich im Verlauf der Erdgeschichte in Kohlenwasserstoffe umwandeln. "Die auf unserer Reise gewonnenen Daten aus diesen bislang wenig untersuchten Gebieten liefern wichtige Beiträge zur Genese und dem biologischen Abbau von Kohlenwasserstoffen unter polaren Bedingungen, aber auch zur Paläoklimaentwicklung", erklärt Damm.

Die Fahrt startete Ende Juli von der isländischen Hauptstadt Reykjavik und endete am Wochenende in Bremerhaven. An Bord waren 39 Wissenschaftler und Techniker. Zum Einsatz kamen vielfältige geophysikalische Methoden. Dazu gehörten u.a. seismische, magnetische und gravimetrische Messverfahren. Außerdem wurden geologische Proben von Sedimenten des Meeresbodens genommen und Messungen mit den bordeigenen Hubschraubern durchgeführt. "Während der gesamten Forschungsfahrt waren die Wetterbedingungen nahezu lückenlos optimal, sodass keinerlei Unterbrechung der Arbeiten notwendig wurde", so BGR-Fahrtleiter Damm.

Mit dieser Expedition hatte die BGR nach 17-jähriger Unterbrechung erstmals wieder die Gelegenheit, das Flaggschiff der deutschen Forschungsflotte für ein marines geowissenschaftliches Forschungsprojekt in den Polargebieten zu nutzen. Aufgrund eines innerkanadischen Konflikts um das Verfahren für die Forschungsgenehmigung mussten die ursprünglich auch für kanadische Gewässer vorgesehenen Arbeiten auf die grönländische Seite der Baffinbay beschränkt werden.

Weitere Informationen: http://www.bgr.bund.de/cln_109/nn_322856/DE/Themen/MeerPolar/Polarforschung/polarforschung__node.html?_ _nnn=true

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