Europas Geologie hat eine gemeinsame Sprache

"OneGeology"-Projekt

(PresseBox) (Hannover, ) Weiterer wichtiger Meilenstein für "OneGeology", die erste geologische Weltkarte im Internet: Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat gemeinsam mit 20 nationalen geologischen Diensten für die digitale Europa-Karte im Maßstab 1:1 Million eine einheitliche "Sprache" zur Beschreibung der Geologie erarbeitet. Das geologische Fachvokabular wird jetzt bei der Jahrestagung der European Geoscientific Union (EGU) in Wien vorgestellt.

"Geologie kennt keine politischen Grenzen. Die gemeinsame Sprache sorgt dafür, dass wir in Europa überall die gleichen Begriffe verwenden - quasi Esperanto für Geologen", erklärt Dr. Kristine Asch, bei der BGR Expertin für geologische Informationen und Karten und beim "OneGeology-Europe"-Projekt (1G-E) Leiterin des Normungsprozesses.

Das Vokabular von 1G-E hilft, Unstimmigkeiten bei den geologischen Kartendaten zu vermeiden, z.B. an den Kartenrändern im Grenzbereich, den so genannten "Blattrandverschiebungen". Es ist in 15 Kategorien aufgeteilt und umfasst insgesamt 516 Begriffe, Hierarchiekennungen, Definitionen, Quellen und Uniform Ressource Names (URN). 1G-E ist zunächst in englischer Sprache abgefasst. Das Fachvokabular soll mittelfristig im Internet auch in anderen Sprachen zur Verfügung stehen.

Die umfangreichste Kategorie ist die Stratigraphie mit 197 Begriffen. Sie wurde nach dem weltweit etablierten ICS-Standard (International Commission on Stratigraphy) zusammengestellt. Das Zeitalter des Präkambriums (4,6 Milliarden bis 542 Millionen Jahre) wurde durch 27 neue Epochen ergänzt. Dies ist insbesondere für den skandinavischen Raum von Bedeutung, da hier aufgrund einer besonders großen Verbreitung präkambrischer Gesteinseinheiten eine feinere Unterteilung zum besseren Verständnis der Entwicklungsgeschichte nötig ist.

Weitere 163 Begriffe stehen für die Lithologie (Gesteine) zur Verfügung. Insgesamt 82 Begriffe dienen der Beschreibung der Genese (Entstehung), wobei dieses Vokabular in zwei Kategorien zur Abgrenzung von Ablagerungsbedingungen und Bildungsprozessen aufgeteilt ist. Für die Beschreibung von Metamorphiten (Umwandlungsgesteine) stehen Fazies (charakteristische Mineralassoziationen, die auf die Bildungsbedingungen schließen lassen) und Metamorphose- Grade (charakteristische Druck- und Temperatur Bereiche) zur Verfügung. Außerdem erfasst das neue Vokabular u. a. Strukturen, Störungen, Orogenesen (Gebirgsbildung) und Kontakttypen wie Eisrandlagen oder den Umriss einer vulkanischen Einbruchszone (Caldera).

Das Normungsprojekt wird von der EU gefördert. Neben den 20 nationalen geologischen Diensten liefern auch 9 Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen als Projektpartner digitale Daten. 1G-E ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer digitalen Weltkarte unter dem Titel "OneGeology". Das Internet-Projekt soll erstmals einen globalen Blick auf die Geologie des gesamten Planeten ermöglichen.

Weitere Informationen:

Karte: http://onegeology-europe.brgm.fr/geoportal/viewer.jsp
Vokabular: http://srvgeosciml.brgm.fr/eXist2010/brgm/1GEclient.html
OneGeology-Europe Homepage: http://www.onegeology-europe.org/

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