BGR an Untersuchungen zum Klimawandel im Bereich von Nord- und Ostsee beteiligt

EU-Projekt "CLIWAT"

(PresseBox) (Hannover, ) Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führt gemeinsam mit 15 weiteren Projektpartnern aus Belgien, den Niederlanden, Dänemark und Deutschland das Projekt CLIWAT (Climate & Water) durch. Das Vorhaben ist Bestandteil des EU-Interreg- IVb-Programms. Hauptaufgabe der BGR ist die Durchführung aerogeophysikalischer Messflüge zur Kartierung des Untergrundes aus der Luft. Die BGR-Befliegungen finden in Dänemark (22. Juni bis 2. Juli 2009) und in den Niederlanden (10. bis 28. August 2009) statt.

Ziel des CLIWAT-Projekts ist die Untersuchung der Auswirkungen eines möglichen Klimawandels auf die Gebiete der Nord- und Ostsee. Derzeit sagen verschiedene Klimastudien einen Anstieg des mittleren Meeresspiegels um etwa 0,5 bis 1,5 Meter bis zum Ende des Jahrhunderts voraus. Gleichzeitig besagen Klimamodelle, dass mit vermehrtem Starkregen in dieser Region zu rechnen ist. Nord- und Ostseeküste wären von solchen Szenarien besonders betroffen, insbesondere die Regionen, die knapp über oder jetzt schon unter dem mittleren Meeresspiegel liegen.

Zur Untersuchung wurden von den Projektpartnern sechs strategische Zielgebiete ausgewählt. In drei Gebieten sollen mit dem Hubschrauber-Elektromagnetik-System (HEM) der BGR der jetzige Status der Grundwasserstrukturen und Versalzungen durch eindringendes Meerwasser bestimmt werden. Die Messgebiete befinden sich in Vojens in Jütland (Dänemark) sowie in Zeeland und Friesland/Terschelling (Niederlande). Bei den aerogeophysikalischen Messflügen wird eine 10 Meter lange Elektromagnetik-Sonde eingesetzt, die vom BGR-Hubschrauber an einem Kabel in 40 Meter Höhe über den Grund geschleppt wird.

In der Sonde befinden sich elektromagnetische Sende- und Empfangssysteme zu sechs Messfrequenzen im Bereich 386 Hz bis 133 kHz. Die Messdaten geben Aufschluss über die Leitfähigkeitsstruktur im Untergrund. Da Süß- und Salzwasser sehr unterschiedliche elektrische Leitfähigkeiten besitzen, ist es sehr gut möglich, Trink-, Brack- und Salzwasser zu unterscheiden. Auch sandige und tonige Sedimente und somit Grundwasserleiter und - stauer lassen sich aufgrund unterschiedlicher Leitfähigkeiten gut unterscheiden. Die Zusammenschau dieser Daten ermöglicht die Erstellung einer dreidimensionalen Untergrundstruktur.

Die mittlere Flughöhe des Hubschraubers bei den Messungen beträgt 80 Meter. Neben dem Piloten sind auf allen Flügen ein Operateur sowie ein Navigator im Cockpit, der Hindernisse wie Stromleitungen oder Industrieanlagen rechtzeitig anzeigt. Über entsprechende Hindernisse wird mit einem Mindestabstand von 40 Meter geflogen, bei Industrie- und Wohnanlagen ist der Abstand nach Ermessen größer.

Die auf diese Weise ermittelten 3D-Datensätze sollen in Modellierungen der jeweiligen Grundwasserstrukturen einfließen. In zwei Gebieten sollen diese Daten mit einer Hubschrauber- Transienten-Elektromagnetik (HTEM) der Universität Aarhus verknüpft werden. Die Modellierungen selbst werden von Gruppen in den Niederlanden (Deltares) und Dänemark (GEUS) ausgeführt. Die BGR trägt Verantwortung dafür, dass die HEM-Daten dort optimal erfasst, bearbeitet und genutzt werden können.

Weitere Informationen:

http://www.cliwat.eu/
http://www.bgr.bund.de/cln_092/nn_328750/DE/Themen/GG__Geophysik/Aerogeophysik/P rojektbeitraege/CLIWAT/CLIWAT.html

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