Internationale Standardisierung von MES-Kennzahlen hilft Anwendern, ihre Produktionsprozesse weltweit einheitlich zu bewerten

(PresseBox) (Essen, ) Key Performance Indicator (KPI) sind betriebswirtschaftliche Kennzahlen, anhand derer der Fortschritt oder der Erfüllungsgrad hinsichtlich wichtiger Zielsetzungen oder kritischer Erfolgsfaktoren innerhalb einer Organisation gemessen werden können. MES-Kennzahlen dienen als Basis für zeitnahe Entscheidungen (Problemerkennung, Darstellung, Informationsgewinnung), zur Kontrolle (Soll-Ist-Vergleich), zur Dokumentation und/oder zur Koordination (Verhaltenssteuerung) wichtiger Sachverhalte und Zusammenhänge für den Produktionsbereich im Unternehmen. Diese Kennzahlen sind bislang nicht durchgängig und einheitlich definiert. Hier eine klare und nachvollziehbare Basis zu schaffen, war der Anspruch der 10 Unternehmen, die im Juni 2007 den DIN Arbeitskreis geschaffen haben.

Als erstes Zwischenergebnis liegt mittlerweile das VDMA-Einheitsblatt 66412-1 "Manufacturing Execution Systems (MES) - Kennzahlen" vor. Hier wurden die Kennzahlen zusammengetragen, die seit Jahren in verschiedenen Branchen in der Industrie im Einsatz sind. Sie wurden in einer einfachen und leicht verständlichen Form dargestellt. Da es in den letzten Jahren zum Teil zu verschiedenen Interpretationen von Kennzahlen und Begriffen gekommen ist, wurden diese nunmehr eindeutig beschrieben. Der Erfolg dieses Einheitsblattes gibt den Initiatoren recht. So wurde es bereits in der Entwurfsphase kurz nach der Vorstellung rund 800 Mal abgerufen. Mehr als 50 Kommentare wurden eingereicht und vor der endgültigen Veröffentlichung eingearbeitet. Damit ist es das am meisten abgerufene Einheitsblatt des VDMA.

Durch die Anwendung dieser MES-Kennzahlen und deren Wirkmodelle werden Unternehmen in die Lage versetzt, das Leistungsvermögen einzelner Betriebs- oder Unternehmensteile miteinander zu vergleichen. Auch unternehmensübergreifende Benchmarks können auf Basis der vereinheitlichten Kennzahlen neutral durchgeführt werden. Hier wollen es die Initiatoren jedoch nicht auf nationaler Ebene belassen, da MES Projekte zunehmend international werden. Aus diesem Grund sind die nächsten Schritte auch bereits unternommen und eine internationale Normungsbemühung auf dem Weg.

Im Rahmen des Presseroundtables in Hannover am 21.04.2010 standen unter der Leitung von Stephanie Philipp, Chefredakteurin IT&Production, Rainer Glatz, Geschäftsführer Fachverband Software VDMA e.V., Martin Heinz, Vice President Operations, iTAC Software AG, Andreas Kirsch, Vorstandsmitglied der Guardus Solutions AG, Michael Möller, Geschäftsführer der gbo datacomp GmbH, Dr.-Ing. Robert Patzke, Geschäftsführer und Entwicklungsleiter der MFP GmbH sowie Burkhard Röhrig, geschäftsführender Gesellschafter der GFOS mbH, Rede und Antwort.

Inzwischen ist auch der Entwurf zu Teil 2 des VDMA-Einheitsblattes mit dem Titel "Entwurf VDMA 66412 - "Manufacturing Execution Systems (MES) - Kennzahlen-Wirkmodell" erschienen und kann kostenlos beim VDMA unter der E-Mail-Adresse VDMA66412@VDMA.ORG bezogen werden.

MES Kennzahlen als relevante Steuerungsinstrumente für Unternehmen

Im vergangenen Jahr haben sich die Mitglieder des Arbeitskreises mit der Frage auseinandergesetzt, welche Kennzahlen für ein MES standardisiert werden sollen. Eine interessante Erkenntnis war, dass sowohl die in den letzten Jahrzehnten definierten Begriffe als auch deren Kennzahlenformeln in unterschiedlichsten Auslegungen Verwendung gefunden haben. Einerseits findet man unter demselben Begriff, wie zum Beispiel "Produktivität", verschiedene Definitionen, andererseits werden unterschiedliche Begriffe für ein und dieselbe Definition verwendet. Diese Mehrdeutungen wurden nun vereinheitlicht und vom VDMA als Einheitsblatt 66412 Teil 1 veröffentlicht, so dass die Ergebnisse schnellstmöglich für den Markt zugänglich sind. Gleichzeitig dient dieses Einheitsblatt als klare Arbeitsgrundlage im Rahmen der internationalen Standardisierung der KPIs (Key Performance Indicators) von Manufacturing Execution Systemen.

Mit der Überführung der MES Kennzahlen in eine internationale ISO Norm steht dem Anwender eine international einheitliche Grundlage zur Verfügung, die es ihm erlaubt, Funktionalität und Anwendungsbereich von KPIs für MES nachlesen zu können. Wenn diese standardisierten MES-Kennzahlen von Standard-Software-Herstellern angeboten werden, kann der Anwender auch die der Norm entsprechenden Funktionalitäten einfordern. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass durch die internationale Standardisierung die Kennzahlen im Ergebnis vergleichbar werden. Unternehmen müssen nicht länger die Definition der einzelnen Kennzahlen selbst herleiten und eventuell transformieren, um internationale Produktionswerke vergleichen zu können.

Diese Standardisierung soll sicherstellen, dass MES Kennzahlen eindeutig definiert sind und der Markt damit von einer einheitlichen Grundlage ausgehen kann. Selbstverständlich bleibt es sowohl Anbietern als auch Anwendern vorbehalten, individuelle Kennzahlen zu ergänzen. Jedoch sollten diese sich dann begrifflich vom Standard unterscheiden. Nur so kann im Markt sowohl für Anbieter als auch für Anwender Klarheit geschaffen werden, was den Einsatz und die Wirkungsweise von Kennzahlen bei MES betrifft.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.