Wirtschaftliche Lage deutscher Unternehmen auf Fünf-Jahres-Hoch

Ergebnisse des DIRK-Stimmungsbarometers Herbst 2010

(PresseBox) (Hamburg/Nürnberg, ) Für die Mehrheit der börsennotierten Gesellschaften hat sich die wirtschaftliche Lage seit Beginn des Jahres weiter verbessert. Auch den nächsten sechs Monaten sehen sie optimistisch entgegen. Als wesentlichen Baustein für eine nachhaltige Wertentwicklung definieren die Unternehmen den effizienten Umgang mit Ressourcen. Nachhaltigkeit hat strategischen Stellenwert und dient nicht nur als Imageträger, sondern schafft auch Wettbewerbsvorteile - so die Ergebnisse des aktuellen DIRK-Stimmungsbarometers, für das die GfK Investor Relations Manager in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Großbritannien befragt hat.

Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen in Deutschland hat sich seit Beginn des Jahres weiter verbessert. Aktuell liegt der Indikator nach erwarteten 50 Punkten in der Januarbefragung mit 69 Punkten zum dritten Mal in Folge im positiven Bereich. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Befragung im Jahr 2005. Auch im deutschsprachigen Ausland und in Großbritannien hat sich die wirtschaftlich Lage der Unternehmen deutlich verbessert. Für jeweils 61 Prozent der österreichischen und britischen IR-Manager sowie 68 Prozent der schweizerischen IR-Manager ging das Konjunkturbarometer nach oben.

Mit Blick auf die kommenden sechs Monate sehen die Unternehmen in Deutschland das Wachstumspotenzial weiter auf einem hohen Niveau. Der Indikator zur Einschätzung der zukünftigen Lage hat sich mit 50 Punkten im Vergleich zur letzten Befragung nicht verändert. Im Branchenvergleich sind es vor allem Finanzdienstleister, Banken, Technologie- und Pharmaunternehmen in Deutschland, die damit rechnen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage in den kommenden sechs Monaten verbessern wird oder gleich bleibt. Neun von zehn Unternehmen in Österreich, der Schweiz und Großbritannien teilen diesen Optimismus.

Der wirtschaftliche Aufschwung beflügelt auch die Aktivitäten der IRAbteilungen. Nachdem zu Beginn des Jahres 2009 noch 24 Prozent der deutschen Unternehmen davon ausging, weniger Gesprächstermine mit Investoren zu haben, erwarten in der aktuellen Befragung gerade mal 4 Prozent eine solche Entwicklung. 36 Prozent rechnen in den kommenden sechs Monaten mit einer steigenden Anzahl an Roadshows, One-on-Ones und Konferenzen. Außerdem erwarten 97 Prozent aller deutschen Unternehmen, dass die Anzahl der bewertenden Banken (Coverage) steigt oder stabil bleibt. Die Zahl der Skeptiker, die zukünftig mit weniger Analysten rechnet, ging zum fünften Mal in Folge zurück.

Institutionelle Investoren wichtigste Zielgruppe für Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit wird in Politik und Wirtschaft, bei Verbänden und Verbrauchern diskutiert. Viele Unternehmen haben sich dieser Aufgabe selbstverpflichtend angenommen. Mehr noch. Nachhaltigkeit ist Teil der Unternehmenskultur geworden. Dabei richten Unternehmen ihre nachhaltigen Botschaften vor allem an institutionelle Investoren. Das ist in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien die wichtigste Zielgruppe. Mehr als jedes dritte Unternehmen vertritt diese Meinung. In Österreich hingegen sehen drei von zehn Unternehmen die eigenen Mitarbeiter als wichtigste Adressaten, um über das eigene nachhaltige Handeln zu informieren. Private Investoren, Analysten, Journalisten und Verbände spielen eine untergeordnete Rolle. Jeweils weniger als 20 Prozent der befragten Unternehmen glauben, dass sich diese Zielgruppen bewusst für nachhaltiges Handeln interessieren.

Nachhaltigkeit schafft Wettbewerbsvorteile

Die Mehrheit der Befragten sieht sich zum einen in der der Verantwortung gegenüber allen wirtschaftlichen Interessengruppen und zum anderen in einer Verpflichtungsrolle gegenüber der Allgemeinheit. Gleichbedeutend mit diesen Kriterien wird der bewusste Umgang mit Nachhaltigkeit als imagebildender Faktor gesehen. Als vierten Grund, warum sich dem Thema Nachhaltigkeit angenommen wird, definieren die Unternehmen Vorteile gegenüber dem Wettbewerb. Zwei Drittel der Befragten in Großbritannien misst diesem Aspekt Bedeutung zu. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind es jeweils ein Drittel der Befragten.

Zwei weitere Kriterien, warum Unternehmen nachhaltig agieren, sind Listing und Rating. Über 30 Prozent der deutschen und österreichischen und 20 Prozent der schweizer und britischen Unternehmen sehen ihr eigenes nachhaltiges Handeln als Eintrittskarte, um "ökologisch wertvoll" gelistet zu werden. Für drei von zehn britische und zwei von zehn deutsche, österreichische und schweizer IR-Manager ist Sustainability relevant, um ein entsprechendes Rating zu erhalten. In Deutschland ist Nachhaltigkeit als Rating-Faktor für Blue Chips wichtiger (48%) als für Unternehmen anderer Indizes (unter 25%).

Energieeffizienz und Klimaschutz sind Top-Themen

Fragt man die Unternehmen nach den Themenbereichen, die sie unmittelbar mit Nachhaltigkeit verbinden, zeigt sich folgendes Bild: Länderübergreifend ist für die Mehrheit der IR-Manager die Komponente Energieeffizienz am bedeutsamsten - außer in Großbritannien. Hier wird den Mitarbeitern eine noch größere Bedeutung beispielsweise im betrieblichen Gesundheitsmanagement zugesprochen. Weitere relevante Themen sind der Klimaschutz (dazu zählt die Messung der CO2-Emissionen), umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen sowie das soziales Engagement (dazu zählt die Unterstützung von Projekten zur Ressourcenschonung). Innerhalb der Themenschwerpunkte Energieeffizienz und Klimaschutz sehen überdurchschnittlich viel Automobil- und Transportunternehmen ein Verpflichtungsversprechen per Geschäftsdefinition.

Nachhaltigkeitsbericht wesentlicher Kommunikationsbestandteil

Der Geschäftsbericht und die Website sind länderübergreifend die am häufigsten genutzten Kommunikationsmittel, um über Nachhaltigkeit zu berichten. Eine gängige Variante ist mittlerweile auch die Erstellung eines eigenständigen Nachhaltigkeitsberichts. Für jedes dritte Unternehmen in Deutschland und die Mehrheit der Unternehmen in Österreich, Großbritannien und der Schweiz gehört diese Publikation zur Pflicht. DAX30-Unternehmen veröffentlichen im Vergleich zu Unternehmen anderer deutscher Indizes überdurchschnittlich oft den Nachhaltigkeitsbericht, geben Informationen auf der Website oder informieren bei Roadshows, Konferenzen oder Präsentationen. Damit nutzen die Blue Chips verschiedene Kanäle gleichzeitig und intensiver. Dagegen berichten MDAX- und TecDAX-Unternehmen verstärkter im Geschäftsbericht über Nachhaltigkeit.

Bedeutung wird zukünftig zunehmen

Für acht von zehn IR-Manager in Großbritannien und sechs von zehn IRManager in Österreich ist Nachhaltigkeit aktuell wichtiger bis sehr wichtiger Bestandteil der eigenen Arbeit. In Deutschland und der Schweiz hat das Thema im Ländervergleich die geringste Bedeutung: Für zwei Drittel der IRManager ist es weniger bis gar nicht wichtig. Dass Nachhaltigkeit in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird, glaubt länderübergreifend mindestens jeder dritte IR-Manager. Und Unternehmen lassen Taten folgen. Mehr als die Hälfte der Befragten aller Länder hat verbindliche Standards für Nachhaltigkeit festgelegt oder wird dies innerhalb der nächsten zwölf Monate tun. Die Briten sind hierbei absoluter Spitzenreiter: Für acht von zehn Unternehmen gehört das Thema zur Tagesordnung oder wird demnächst implementiert.

Zur Studie

Die Ergebnisse stammen aus der Studie "DIRK-Stimmungsbarometer", die der DIRK zweimal pro Jahr zusammen mit der GfK herausgibt. Sie basiert auf einer halbjährlichen Befragung von 840 Investor-Relations-Abteilungen deutscher, österreichischer, schweizer und erstmals auch britischer Unternehmen. Die Rücklaufquote dieser Befragung beträgt bis zu 50 Prozent. Der DIRK-Stimmungsindikator ist die Differenz aus den positiven abzüglich der negativen Antworten zur Unternehmenslage. Die Schwankungsbreite beträgt +/- 100.

Über den DIRK

Der Deutsche Investor Relations Verband (DIRK) ist der deutsche Berufsverband für Investor Relations (IR) und Vertreter kapitalmarktorientierter Unternehmen. Als Sprachrohr der IR Professionals vertritt der DIRK die Belange seiner Mitglieder aktiv im Dialog mit den Interessengruppen und Institutionen des Kapitalmarkts, der Politik und der Öffentlichkeit. Seinen Mitgliedern bietet der Verband aktive fachliche Unterstützung und fördert den regelmäßigen Austausch untereinander sowie mit IR Fachleuten aus aller Welt. Darüber hinaus fördert er die Entwicklung des Berufsstandes und setzt mit seinen über 350 Mitgliedern Qualitätsstandards für Finanzkommunikation. Die Bandbreite der im DIRK organisierten Unternehmen umfasst sämtliche DAX-Werte sowie das Gros der im MDAX, SDAX und TecDAX gelisteten Aktiengesellschaften bis hin zu kleinen Unternehmen und solchen, die den Gang an die Börse noch vor sich haben oder Fremdkapitalinstrumente emittieren. Zunehmend sind auch an der Kapitalmarktkommunikation interessierte natürliche Personen Mitglied im DIRK. Weitere Informationen unter www.dirk.org.

GfK

Die GfK Gruppe bietet das grundlegende Wissen, das Industrie, Handel, Dienstleistungsunternehmen und Medien benötigen, um Marktentscheidungen zu treffen. Ihr umfassendes Angebot beinhaltet Informations- und Beratungsservices in den drei Sektoren Custom Research, Retail and Technology und Media. Weltweit ist die Nummer 4 der Marktforschungsunternehmen in mehr als 100 Ländern aktiv und beschäftigt über 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2009 betrug der Umsatz der GfK Gruppe 1,16 Milliarden Euro. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gfk.com.

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