Konsumklima im Sommerhoch

Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Juli 2010

(PresseBox) (Nürnberg, ) Das gute Abschneiden der deutschen Fußballer bei der Weltmeisterschaft, das hochsommerliche Wetter sowie die positiven Meldungen vom Arbeitsmarkt stimmen die Bundesbürger positiv. Die Konjunkturerwartung steigt im Juli deutlich. Auch die Einkommensaussichten legen signifikant zu und gleichen damit die Verluste aus dem Vormonat aus. Die Anschaffungsneigung muss dagegen leichte Einbußen hinnehmen. Der Gesamtindikator prognostiziert nach revidiert 3,6 Punkten im Juli für August 3,9 Zähler.

Der erfolgreiche Auftritt von Schweinsteiger und Co. in Südafarika sowie das sonnige Wetter mit hochsommerlichen Temperaturen haben die Bundesbürger in gute Laune versetzt. Hinzu kommt die überraschend positive Arbeitsmarktsituation. Diese Faktoren überlagern offenbar drohende belastende Faktoren - wie Sparpaket und Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge.

Konjunkturerwartung: großer Sprung nach oben

Nachdem bei der Konjunkturerwartung bereits im Vormonat ein leichter Zuwachs zu verzeichnen war, hat sie im Juli deutlich hinzugewonnen. Der Indikator stieg um 31,3 Zähler auf aktuell 36,8 Punkte. Ein höherer Wert wurde zuletzt im Oktober 2007 gemessen. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies sogar ein Plus von 50,8 Punkten.

Die Verbraucher erwarten, dass sich die Erholung der deutschen Wirtschaft nicht nur weiter fortsetzen, sondern sogar noch an Dynamik gewinnen wird. Dieser Konjunkturoptimismus wird neben psychologischen Faktoren auch durch harte Fakten gestützt. Die Begeisterung, die während der Fußball-WM Erinnerungen an das Sommermärchen von 2006 aufkommen ließ, hat sich auch nach dem Ende der Meisterschaft gehalten. Außerdem konnten vom Arbeitsmarkt jüngst weitere positive Nachrichten vermeldet werden. Inzwischen gehen Wirtschaftsforscher sogar davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen im Herbst dieses Jahres auf unter drei Millionen sinken könnte. Folglich geht die Deutsche Bundesbank in ihrer Juni-Prognose von einem Wachstum von 1,9 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) aus. Das Institut für Weltwirtschaft (DIW) rechtnet sogar mit 2,1 Prozent Wachstum in diesem Jahr. Nach dem starken Einbruch der Konjunktur im vergangenen Jahr erholt sich die deutsche Wirtschaft offenbar schneller von der Finanz- und Wirtschaftskrise als ursprünglich gerechnet. Dies zeigt auch die Entwicklung des ifo-Geschäftsklimaindex. Er stieg im Juli so stark wie zuletzt nach der deutschen Wiedervereinigung.

Einkommenserwartung: Optimismus kehrt zurück

Nach den kräftigen Einbußen im Vormonat sind die Konsumenten hinsichtlich der weiteren Einkommensentwicklung wieder optimistisch. Mit einem deutlichen Plus von 20,9 Zählern werden die Verluste aus dem Juni mehr als ausgeglichen. Aktuell weist der Indikator 29,1 Punkte auf. Im Vergleich zum Juli 2009 wird ein Zuwachs von 27,3 Punkten gemessen.

Damit kann der Einkommensindikator von dem kräftig gestiegenen Konjunkturoptimismus profitieren. Die im Rahmen der wirtschaftlichen Erholung zurückgehende Zahl an Arbeitslosen führt dazu, dass weniger Beschäftigte konkret Angst um ihren Job und damit ihre Einkommenssituation haben. Hinzu kommt, dass in den vergangenen Wochen in allen Bereichen der Wirtschaft die Kurzarbeit massiv zurückgegangen ist.

Anschaffungsneigung: leichte Verluste auf hohem Niveau

Die spürbar optimistischeren Konjunktur- und Einkommenserwartungen haben sich im Juli noch nicht auf die Konsumneigung ausgewirkt. Der Indikator verbucht leichte Verluste in Höhe von 2,5 Punkten. Mit einem aktuellen Wert von 27,9 Punkten ist das Niveau der Konsumneigung jedoch als überaus gut zu bezeichnen und liegt weit über dem langfristigen Durchschnitt.

Vor und während der Fußball-Weltmeisterschaft haben einige Branchen von einer Sonderkonjunktur profitiert und so wurden insbesondere in der Unterhaltungselektronik Investitionen vorgezogen. Der geringe Rückgang der Anschaffungsneigung im Juli ist daher als eine Normalisierung zu werten.

Konsumklima: deutlich verbessert

Der Gesamtindikator prognostiziert für August 2010 einen Wert von 3,9 Punkten nach revidiert 3,6 Zählern im Juli. Damit kann das Konsumklima im Sommer dieses Jahres wieder zulegen. Ob sich der Stimmungsaufschwung auch in den kommenden Monaten fortsetzen wird, bleibt abzuwarten. Die Rahmenbedingungen dafür sind jedenfalls gegeben. Der Arbeitsmarkt wird sich auch in den nächsten Monaten von seiner positiven Seite zeigen und die Zahl der Arbeitslosen wird vermutlich weiter sinken. Zudem wird das Preisniveau in Deutschland mit einer voraussichtlichen Inflationsrate von etwa 1 Prozent in diesem Jahr gemäßigt bleiben.

Zur Studie

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie "GfK-Konsumklima MAXX" und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 erhoben.

Der nächste Veröffentlichungstermin ist der 26. August 2010.

GfK

Die GfK Gruppe bietet das grundlegende Wissen, das Industrie, Handel, Dienstleistungsunternehmen und Medien benötigen, um Marktentscheidungen zu treffen. Ihr umfassendes Angebot beinhaltet Informations- und Beratungsservices in den drei Sektoren Custom Research, Retail and Technology und Media. Weltweit ist die Nummer 4 der Marktforschungsunternehmen in mehr als 100 Ländern aktiv und beschäftigt über 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2009 betrug der Umsatz der GfK Gruppe 1,16 Milliarden Euro. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gfk.com. Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/gfk_gruppe

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