Geistes- und Sozialwissenschaften forcieren ihr Engagement für Forschungsinfrastrukturen

(PresseBox) (Köln, ) Die Entwicklung von Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Sozialwissenschaften ist eine zentrale Zukunftsaufgabe, die ein gemeinsames Engagement von Wissenschaft, Forschungsförderung und Politik erfordert. Da das dafür notwendige Fachpersonal mit Zusatzqualifikationen in der Informatik und im Bereich der Kommunikationstechnologien nach wie vor kaum existiert, müssen die erforderlichen Konsequenzen in der Ausbildung der Studierenden so rasch wie möglich gezogen werden. Zu diesem Ergebnis kamen rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Repräsentanten der Förderorganisationen auf einer gemeinsam vom Wissenschaftsrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft am 9. Dezember 2011 veranstalteten Tagung zum Thema "Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Sozialwissenschaften: Stellenwert - Förderung - Zukunftsperspektiven". Sie vereinbarten abgestimmte Schritte für deren weiteren Ausbau und folgen damit Empfehlungen des Wissenschaftsrates vom Januar 2011.

Zu den "klassischen" Infrastrukturen in den Geistes- und Sozialwissenschaften gehören Bibliotheken, Archive und Sammlungen. Die digitale Aufbereitung der von ihnen vorgehaltenen Fachinformationen bietet ganz neuartige Möglichkeiten der forschenden Erschließung von Bibliotheks-, Archiv- und Sammelbeständen. Weltweit wird der Zugang zu Forschungsinformationen dadurch erleichtert, für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden neue virtuelle Arbeitsumgebungen geschaffen.
Die Tagung richtete sich vornehmlich an die Fachgemeinschaften der Geistes- und So-zialwissenschaften sowie interessierte Vertreter der Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Akademien. Gemeinsam mit Vertretern der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wurde über Entwicklungsbedarfe und wissenschaftliche Prioritäten im Aufbau von Forschungsinfrastrukturen diskutiert. Im Ergebnis lässt sich ein Bekenntnis der Forschungsförderer zu einer stärkeren Kooperation festhalten. So haben sie in Aussicht gestellt, Projekte zum Aufbau der Forschungsinfrastrukturen in den Geistes- und Sozialwissenschaften stärker zu unterstützen. Auch wurde vorgeschlagen, bislang getrennt operierende Förderlinien - zum Beispiel bei der Förderung von Bibliotheken und Literaturversorgungssystemen auf der einen sowie forschungsgetriebenen Digitalisierungsprojekten auf der anderen Seite - in Zukunft stärker miteinander zu verzahnen. Deutlich wurde, dass den Förderern in vielen Fällen noch repräsentative Ansprechpartner für Infrastrukturprogramme gerade in den Geisteswissenschaften fehlen. Deshalb wurde erwogen, nach dem Vorbild des Rates für Sozial- und Wirtschaftsdaten in den Sozialwissenschaften eine entsprechende Einrichtung für die Geisteswissenschaften aufzubauen. Zum Forderungskatalog der Fachwissenschaftler gehörte unter anderem, so genannte ,Flagschiffprojekte' zu fördern, um quantitative und qualitative Daten in den Sozialwissenschaften zu integrieren sowie Forschungskollegs weiter aufzubauen und zu erhalten.

"Für den Aufbau von Infrastrukturen kommt der Projektförderung zweifelsohne eine große Bedeutung zu", so Professor Peter Strohschneider, ehemaliger Vorsitzender des Wissenschaftsrates, in seinem Abschlussplädoyer. "Ohne eine verlässliche Grundfinanzierung werden Forschungsinfrastruktur tragende Einrichtungen aber auf Dauer ihre zentralen Aufgaben für die Wissenschaft nicht erfüllen können."

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