Kannegiesser: Zeitarbeit für Metall- und Elektro-Industrie unverzichtbar Aufschwung nicht durch Steuererhöhungen gefährden

(PresseBox) (Berlin, ) Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser hat Zuversicht über die konjunkturelle Entwicklung der Metall- und Elektro-Industrie in Deutschland geäußert. "Die Botschaft des ersten Quartals 2010 lautet: Die Metall- und Elektro-Industrie scheint sich schneller sich von dem dramatischen Konjunkturabsturz im Winterhalbjahr 2008/09 zu erholen als man vor einem Jahr hätte erwarten können", sagte Kannegiesser am Donnerstag in Berlin. Gleichzeitig warnte der Gesamtmetall-Präsident davor, die wirtschaftliche Erholung durch neue Kostenbelastungen für die Unternehmen oder eine Einschränkung der Zeitarbeit zu gefährden. Die meisten Betriebe seien in der Krise finanziell anfälliger geworden und bewegten sich noch auf dünnem Eis.

Steuer- und Abgabenerhöhungen würden die Lage der Industrie in einem noch immer schwierigen Marktumfeld zusätzlich erschweren, mahnte Kannegiesser. Der Gesamtmetall-Präsident sprach sich deshalb im Zuge der Debatte um die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte in Deutschland für Einsparungen statt Steuererhöhungen aus: "Die Verschuldungsorgien bei uns und in der Welt müssen gestoppt werden", forderte Kannegiesser. "Wir haben kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem." Angesichts der dramatischen öffentlichen Verschuldung müsse jetzt jeder Haushaltsposten unter die Lupe genommen werden - "jedoch in einer Weise, die nicht zu Nachfrageschocks führt".

Kannegiesser warnte vor einer übermäßigen Regulierung der Zeitarbeit. Wie kein anderer Wirtschaftszweig sei die Metall- und Elektro-Industrie mit ihrem breiten Leistungsspektrum und ihrer Vielzahl von Sparten auf die Ausgleichsfunktion der Zeitarbeit angewiesen. Im Auf und Ab der unterschiedlichen Branchenkonjunkturen könne kein anderes Instrument den Personaltransfer zwischen den einzelnen Sparten so reibungslos gewährleisten und dadurch das nötige Fach- und Erfahrungswissen in den Betrieben sichern. "Wir dürfen diese wichtige beschäftigungspolitische und volkswirtschaftliche Funktion der Zeitarbeit nicht beschädigen", mahnte Kannegiesser. Andernfalls drohten Zehntausende von Arbeitnehmern durch den Rost zu fallen.

"Es geht nicht darum, eine industrielle Reservearmee aufzustellen, um das Kostenniveau zu drücken", machte der Gesamtmetall-Präsident unmissverständlich klar. Die Zeitarbeit sei aber nötig, um den Pegelstand der Beschäftigung insgesamt anzuheben. Überschreite die Zeitarbeit einen bestimmten Kostenrahmen, müssten die Unternehmen auf Aufträge verzichten, warnte Kannegiesser. "Produktion und Beschäftigung finden dann woanders statt."

Würde die Gleichbezahlung von Zeitarbeitern und Stammkräften nach zwölf Monaten eingeführt, wollen 40 Prozent der Unternehmen weniger Zeitarbeiter beschäftigen und 12 Prozent ganz auf Zeitarbeit verzichten, sagte Kannegiesser mit Verweis auf eine aktuelle Umfrage der Gesamtmetall-Mitgliedsverbände bei mehr als 1.350 Betrieben. Die Metall- und Elektro-Industrie beschäftigt derzeit gut 3,4 Millionen Stammkräfte sowie zusätzlich schätzungsweise etwa 180.000 Zeitarbeiter; das entspricht einem Zeitarbeitsanteil von kaum mehr als 5 Prozent.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.