Dulger: IG Metall tut ihren Mitgliedern mit der Forderung keinen Gefallen

"Kein Zeichen für Arbeitsplatz-Sicherheit"

(PresseBox) (Berlin, ) Gesamtmetall-Präsident Dr. Rainer Dulger kritisiert die Forderung des IG-Metall-Vorstands nach einer Tariferhöhung von 5 Prozent für die Tarifrunde 2016. „Seit der Finanzkrise haben wir die Löhne bei M+E schon um 20 Prozent erhöht, obwohl die Produktivität im gleichen Zeitraum nur um 2 Prozent gestiegen ist." Er verwies darauf, dass in der Konsequenz aus dem Kostenschub die M+E-Unternehmen massiv im Ausland Kapazitäten aufbauen. „In den nächsten 5 Jahren planen die M+E-Unternehmen, die Auslandskapazitäten um fast 50 Prozent zu erweitern. Mir macht diese Entwicklung große Sorgen. Und wenn die IG Metall die ohnehin schon Rekord-Arbeitskosten stetig noch weiter in die Höhe treibt, wandert noch mehr Produktion ins Ausland ab. Deshalb tut die Gewerkschaft mit dieser Forderung ihren Mitgliedern keinen Gefallen – denn deren Arbeitsplätze gehen verloren."

Dulger weiter: „Die Industrie kann nicht vom Binnenkonsum leben. Wir stellen keine Currywürste her, sondern produzieren Investitionsgüter und sind darauf angewiesen, dass unsere Kunden investieren. Es spricht Bände, dass die Wachstumsprognosen für die M+E-Industrie deutlich unter denen der Gesamtwirtschaft liegen. Von den wichtigsten Absatzmärkten (China, USA) bis zu den Erwartungen der Unternehmen („Rezessionswahrscheinlichkeit stark gestiegen", urteilt selbst das gewerkschaftseigene IMK) stehen alle Anzeichen auf Krise – es ist die denkbar falsche Zeit für Höhenflüge. Wir müssen Maß halten, wenn wir den Standort halten wollen."

Dulger bedauerte, dass die IG Metall die Zeit zwischen Forderungsempfehlung und Forderungsbeschluss nicht für eine tatsächliche Neubewertung des wirtschaftlichen Umfelds genutzt habe. „Mit dieser Forderung setzt die IG Metall jedenfalls kein Zeichen für sichere Arbeitsplätze. Im Gegenteil, sie treibt die Industrie noch weiter in eine strukturelle Kostenkrise wie in den 90er Jahren hinein."

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