makeITfair fordert auf der CeBIT Verbesserungen bei der Förderung von Metall-Rohstoffen

(PresseBox) (Hannover, ) Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, woher die Metalle stammen, die in Ihrem Handy, Laptop oder anderen Elektronikgeräten enthalten sind? Die Hersteller dieser Produkte haben jedenfalls bis vor kurzem kaum darüber nachgedacht. Mittlerweile haben einige der Unternehmen auf Druck der makeITfair-Kampagne begonnen, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Eine neue Umfrage unter den größten Herstellern, die heute auf der CeBIT in Hannover veröffentlicht wurde, hat dies bestätigt. "Wir haben die Firmen danach gefragt, inwiefern sie darauf achten, dass ihre Zulieferer Menschenrechte und andere soziale und ökologische Kriterien bei der Förderung von Metallen wie Kobalt, Koltanerz und Zinn berücksichtigen. Im Vergleich zur letzten Umfrage konnten wir einige Fortschritte feststellen. Aber es sind noch viele Schritte zu tun, bis eine faire Förderung wirklich gesichert ist", erklärt Cornelia Heydenreich, Referentin bei Germanwatch und deutsche Koordinatorin der makeITfair-Kampagne.

Erfreulich jedenfalls: Seit der ersten Umfrage zum Thema Rohstoffe haben viele Unternehmen erkannt, wie wichtig eine nachhaltige Lieferkette ist. "Es ist gelungen, mehr Firmen in die Verantwortung für die Rohstoffgewinnung zu nehmen. Mit gutem Beispiel gehen HP, Sony Ericsson oder Samsung voran, die mit ihren Zulieferern die Herkunft der Rohstoffe bis zur Mine zurückverfolgen wollen. Aber auch nach diesem positiven Beginn der Vorreiter bleibt in den kommenden Jahren noch viel zu tun", stellt Esther de Haan von SOMO aus den Niederlanden enttäuscht fest. "Insbesondere gibt es noch zu viele Unternehmen, die gar keine oder zu wenig Verantwortung für ihre Lieferkette übernehmen und die nun auch aktiv werden müssen."

Die derzeitigen Methoden der Rohstoffförderung in Minen wie etwa in der Demokratischen Republik Kongo führen dazu, dass Arbeiter und die Umwelt gleichermaßen ausgenutzt werden. Auch Kinderarbeit ist hier keine Ausnahme. Außerdem hat gerade im Kongo der Rohstoffabbau in illegalen Minen zusätzlich zu bewaffneten Konflikten geführt.

Während Unternehmen mehr Verantwortung in der Zulieferkette übernehmen müssen, können Verbraucher ebenfalls etwas tun: "Wir empfehlen den Konsumenten, dass sie den Firmen klar signalisieren, dass ihnen diese Themen wichtig sind. Außerdem können wir durch ein stärkeres Recycling von Elektronikgeräten die Fördermenge neuer Metalle reduzieren", betont Sara Nordbrand von SwedWatch, dem schwedischen Partner von makeITfair.

Das makeITfair Update, das heute auf der CeBIT veröffentlicht wurde, fasst die Umfrage unter 18 Elektronikherstellern zusammen. Insgesamt 24 Hersteller wurden nach der Einhaltung von Menschenrechten und der Berücksichtigung von sozialen und ökologischen Folgen bei der Metallförderung befragt. Die Umfrage knüpft an einen Bericht von 2008 an und soll auch zukünftig regelmäßig darüber informieren, mit welchen Maßnahmen Firmen in der ganzen Wertschöpfungskette die nachhaltige Produktion verbessern.

Das Update ist abrufbar unter http://www.germanwatch.org/corp/it-minup09.pdf

makeITfair ist eine dreijährige Kampagne, die darauf aufmerksam macht, wie die Arbeitsbedingungen in der Produktionskette von Unterhaltungselektronik (Handys, MP3-Player, Spielekonsolen und Laptops) aussehen, inwieweit dabei Menschenrechte verletzt werden und wie stark die Umwelt durch die Produktion beeinträchtigt wird. Die Kampagne wird durch die EU finanziell unterstützt und durch acht europäische Organisationen getragen: SOMO, Germanwatch, Verbraucher Initiative, FinnWatch / Finnish Association for Nature Conservation, Karat, SwedWatch, Church of Sweden and Fair Trade Center.

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