200 Experten diskutierten über aktuelle Projekte und innovative Konzepte zur Erdwärmenutzung

3. Norddeutscher Geothermietag im GEOZENTRUM Hannover

(PresseBox) (Hannover, ) Der weitere Ausbau der Geothermie als umweltfreundlicher, grundlastfähiger und heimischer Beitrag zur Energieversorgung stand im Mittelpunkt des 3. Norddeutschen Geothermietages

"Hotspot Hannover: Geothermie - durch Innovation zur Wirtschaftlichkeit" im GEOZENTRUM Hannover. Rund 200 Experten und potenzielle Nutzer informierten sich

über aktuelle Projekte und innovative Konzepte. Veranstalter des wichtigsten norddeutschen Branchentreffs waren das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), das Leibniz Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) und die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft "hannoverimpuls GmbH".

In seinem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung hob Niedersachsens Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Oliver Liersch die Bedeutung der Geothermie für die zukünftige Energieversorgung hervor. Für den Verband kommunaler Unternehmen verwies deren Präsident, Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil, auf die Vorteile der Erdwärmenutzung als grundlastfähige und dezentrale Energieform. LBEG-Präsident Lothar Lohff betonte: "Wir stellen als LBEG seit längerem ein verstärktes Interesse an der Geothermie von Kommunen, aber auch von Privathaushalten fest." Gernot Hagemann von "hannoverimpuls" erklärte: "Die Region Hannover und Celle verfügen mit dem GEOZENTRUM sowie mit mehr als 150 hochqualifizierten Unternehmen über ein bedeutendes Geothermie-Kompetenzzentrum."

Neben Fachvorträgen zu Konzepten und aktuellen Trends im Bereich der oberflächennahen Geothermie (bis 400 Meter) erörterten Experten im Rahmen einer Podiumsdiskussion mögliche Nutzungskonkurrenzen im tiefen Untergrund. Der unterirdische Wirtschaftsraum wird bereits heute durch den Bergbau, die Speicherung von Erdöl und Erdgas und die Deponierung von Abfällen genutzt. Künftig kommen die Gewinnung geothermischer Energie, die Speicherung von Kohlendioxid (CO2) sowie von erneuerbaren Energien (Druckluft, Wasserstoff, unterirdische Pumpspeicherwerke) hinzu. "Geowissenschaftler haben hier die Aufgabe, durch verantwortungsbewusste und innovative Maßnahmen ein größtmögliches Miteinander der Nutzungsansprüche zu ermöglichen", betonte Dr. Johannes Peter Gerling von der BGR.

Befürchtungen aus der Geothermie-Branche insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Konkurrenzsituation durch die geologische CO2-Speicherung äußerte Dr. Rüdiger Schulz vom LIAG: "Durch CO2-Einlagerung wird auch die Nutzung der darunter liegenden Schichten ausgeschlossen, denn aus Sicherheitsgründen und wegen Haftungsfragen wird man keine Bohrung im Bereich eines CO2-Lagers abteufen können."

Über das derzeit von der Bundesregierung erarbeitete nationale Gesetz zur CO2- Speicherung sagte Hartmut Gaßner von der Geothermischen Vereinigung - Bundesverband Geothermie: "Leider erkennen die wenigsten, dass der behauptete Schutz der Geothermie im Gesetzentwurf nicht greift, weil die Geothermie häufig noch keine vorrangige volkswirtschaftliche Bedeutung für sich reklamieren kann."

Burkhard Grundmeier vom Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) sprach sich dafür aus, dass die Bergbehörden der Länder auch weiterhin die alleinige Zuständigkeit für alle Genehmigungen im Untergrund behalten: "Fragen der gleichzeitigen Nutzung des Untergrundes durch unterschiedliche Anwendungen werden bisher im Rahmen des Bergrechts durch die zuständigen Bergbehörden der Länder zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst."

Mit Blick auf den erforderlichen Rechtsrahmen stellte Dr. Lars Dietrich von der Anwaltssozietät Wolter Hoppenberg fest: "Es ist an dem Gesetzgeber, die bisher unzureichenden Vorschriften zur Erfassung und Auflösung von untertägigen Nutzungskonkurrenzen zu ergänzen, um ein möglichst geordnetes Nebeneinander zu gewährleisten, z.B. durch die Schaffung einer speziellen Untertageraumordnung."

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch das neue Internet-Portal "Geothermie - geht das bei mir?" des LBEG in Betrieb genommen. Mit diesem Web-Angebot können Hausbesitzer in Niedersachsen auf einfache Weise prüfen, inwieweit ihr Grundstück für die Nutzung von oberflächennaher Erdwärme geeignet ist. Derzeit werden in Niedersachsen mehr als 6000 Gebäude durch Wärmepumpen mit Erdwärme beheizt. Neben der bewährten Standardtechnologie gibt es aktuell aber auch einen neuen Trend zu immer mehr oberflächennahen geothermischen Großanlagen - so genannten Sondenfeldern - zur Klimatisierung größerer Gebäudekomplexe.

hannoverimpuls GmbH

hannoverimpuls ist die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft von Stadt und Region Hannover.

Seit Gründung 2003 unterstützt das Unternehmen in einer einzigartigen Prozesskette Gründung, Ansiedlung und Wachstum von Unternehmen. Der Fokus liegt auf sechs Branchen:

Automotive, Energiewirtschaft, Informations- und Kommunikationstechnologie, Life Sciences, Optische Technologien und Produktionstechnik. Wettbewerbe (Plug & Work, WachstumsImpuls), Gründungsseminare (Summer- und WinterSchool) und Kooperationsprojekte

(LZH Laser Akademie) sind Instrumente der Wirtschaftsentwicklung. 2.742 Unternehmensgründungen und 9.033 neue Arbeitsplätze seit April 2003 belegen das erfolgreiche Geschäftsmodell und das überdurchschnittliche Wachstums- und Zukunftspotenzial der Branchen.

GEOZENTRUM Hannover

Im GEOZENTRUM Hannover arbeiten drei geowissenschaftliche Einrichtungen Seite an Seite: die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) und das Leibniz Institut für Angewandte Geophysik (LIAG). Insgesamt beraten hier rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bundesministerien, nachgeordnete Behörden, EU, Wissenschaft und Industrie und die niedersächsische Landesregierung zu geowissenschaftlichen Fragestellungen.

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