Meeresforschungsstrategien für die Zukunft

Leiter deutscher Meeresforschungseinrichtungen treffen sich in Kiel

(PresseBox) (Kiel, ) Die Leiter der 14 führenden deutschen Meeresforschungseinrichtungen, die im Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) organisiert sind, trafen sich heute (28.05.) am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) zu einem turnusgemäßen Austausch. Das Gremium diskutierte die strategische Ausrichtung der deutschen Meeresforschung insbesondere in Hinblick auf die zukünftige Entwicklung der deutschen Forschungsflotte und die Perspektiven im europäischen Kontext. Zur neuen Vorsitzenden des KDM wurde Prof. Dr. Karin Lochte vom Alfred-Wegner-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven gewählt.

Aktuelle Umweltkatastrophen, marine Naturgefahren und die elementare Rolle des Ozeans für unsere zukünftige Klimaentwicklung zeigen wie wichtig die Erforschung der immer noch weitgehend unbekannten, komplexen Zusammenhänge im größten Lebensraum auf diesem Planeten ist. Diese Herkulesaufgabe kann kein Wissenschaftler allein oder auch nur eine Forschungseinrichtung leisten. Kooperationen und gemeinsame Strategien auf nationaler wie internationaler Ebene sind notwendig, um möglichst rasch belastbare Antworten zu den Chancen und Risiken, die im "Ozean der Zukunft" liegen, zu erlangen. Die im 2004 gegründeten Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) zusammengeschlossenen führenden Einrichtungen der deutschen Meeresforschung haben sich zum Ziel gesetzt, die Zusammenarbeit auf nationaler, aber auch auf internationaler Ebene zu fördern, Ressourcen effizienter zu nutzen und die Interessen der Meeresforschung gegenüber nationalen Entscheidungsträgern und der Europäischen Union sowie gegenüber der Öffentlichkeit einheitlich und gemeinsam zu vertreten.

Am 28. Mai trafen sich die Vertreter des KDM zu einem turnusgemäßen Austausch am Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). Die Mitglieder erörterten unter anderem Fragen zur Zukunft der deutschen Forschungsflotte und zukünftige Perspektiven für die Meeresforschung auf europäischer Ebene. "Für eine erfolgreiche und international konkurrenzfähige Meeresforschung ist eine moderne Infrastruktur, d.h. leistungsfähige Forschungsschiffe und Großgeräte unabdingbar", unterstrich der bisherige Vorsitzende des KDM Prof. Dr. Gerold Wefer vom MARUM Forschungszentrum aus Bremen. "Die Antworten zu gesellschaftlich relevanten Themen wie Klimawandel, marine Ressourcen und Naturgefahren können nur mit Hilfe exzellenten Beobachtungsdaten, hochpräziser Analytik und hochauflösender Modellierung beantwortet werden", so Wefer weiter.

"Trotz Einsatz innovativer Robotertechnik, zum Beispiel im Bereich der physikalischen Ozeanographie, ist heute der Bedarf an Schiffzeit höher als die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen", meint IFM-GEOMAR Direktor Prof. Dr. Peter Herzig, Gründungsvorsitzender des KDM. Wartezeiten von mehreren Jahren oder teure Schiffscharter müssen bereits jetzt in Kauf genommen werden. "Insofern hoffen wir auf eine rasch, positive Entscheidung über die Nachfolge von Schiffen wie Poseidon oder Polarstern, die unbedingt notwendig ist, um die Forschung auch mittel- und langfristig auf dem in den vergangenen Jahren erreichten international konkurrenzfähigen Spitzenniveau zu halten", so Herzig weiter.

Turnusgemäß wechselte der Vorsitz des Gremiums. Zur neuen Vorsitzenden wurde Prof. Dr. Karin Lochte vom Alfred-Wegner-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Prof. Dr. Gerold Wefer (MARUM) und der Gründungsvorsitzende Prof. Dr. Peter Herzig (IFM-GEOMAR) fungieren als Stellvertreter. "Ich wünsche mir, dass das Konsortium Deutsche Meeresforschung auf nationaler wie internationaler Ebene die politischen Partner bei der zukünftigen, strategischen Ausrichtung der Meeresforschung noch stärker als bisher berät", formulierte Prof. Lochte als Wunsch für ihre Amtszeit.

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