Krankheitsresistente Bananen und dürretoleranter Mais

Grüne Gentechnik in Afrika

(PresseBox) (Darmstadt, ) Nur in drei afrikanischen Ländern werden derzeit gentechnisch veränderte Nutzpflanzen kommerziell angebaut. In Forschung und Entwicklung hingegen setzt man zunehmend auch auf gentechnische Verfahren. Die Wissenschaftler arbeiten vor allem an Pflanzen, die an lokale Anbaubedingungen besser angepasst oder nahrhafter sind. Währenddessen verstärken viele afrikanische Regierungen ihre Bemühungen, den Umgang mit gentechnisch veränderten Pflanzen in ihren Ländern zu regulieren.

Pflanzenforschung zugeschnitten auf lokale Bedürfnisse

Während gentechnisch veränderte (gv-)Pflanzen in Afrika bislang nur in bescheidenem Umfang kommerziell angebaut werden, laufen in einer Reihe afrikanischer Länder bereits vielfältige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu gv-Pflanzen. Viele dieser Pflanzen werden schon versuchsweise angebaut (siehe Tabelle unten). Die Forschung konzentriert sich dabei auf Kulturpflanzen und Eigenschaften, die wichtig für die Nahrungsversorgung in Afrika sind, wie z.B. dürreresistenten Mais oder nährstoffangereicherten Maniok. Das ist ein maßgeblicher Unterschied zu den bereits kommerzialisierten gv-Pflanzen, die westliche Firmen hauptsächlich für den US-Markt entwickelt haben.

Hinter vielen der Forschungsprojekte mit gv-Pflanzen stehen internationale Konsortien. Regierungen und Stiftungen aus den Industrieländern unterstützen die Projekte finanziell, private Saatgutfirmen stellen die Basistechnologie kostenfrei zur Verfügung und regionale Organisationen übernehmen die Koordination. An den eigentlichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sind westliche und regionale Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie internationale Agrarforschungszentren beteiligt. Beispiele sind das "Water Efficient Maize for Africa"-Projekt (WEMA) oder das "Africa Biofortified Sorghum" Projekt (ABS).

Steigender Anbau in drei Ländern

Auch wenn die Forschung zunimmt, finden sich derzeit nur in drei afrikanischen Ländern gentechnisch veränderte Pflanzen im kommerziellen Anbau: in Südafrika, Burkina Faso und Ägypten. Als erstes Land hatte Südafrika 1998 gv-Pflanzen zugelassen. Burkina Faso und Ägypten folgten zehn Jahre später.

In Südafrika wuchsen 2009 bereits auf 2,2 Millionen Hektar gv-Mais, gv-Sojabohnen und gv-Baumwolle. Alle drei Pflanzen gibt es als herbizidtolerante, Mais und Baumwolle auch als insektenresistente Sorten. Fast der gesamte Baumwollanbau (98%) entfiel auf gv-Sorten. Bei Sojabohnen machten gv-Kulturen 85 Prozent und bei Mais 78 Prozent des Anbaus aus. Für die laufende Saison 2010 erwartet das südafrikanische Landwirtschaftsministerium eine Maisernte von über 13 Millionen Tonnen und damit den größten Ertrag seit 1982. In Südafrika wird sowohl gelber wie auch weißer gv-Mais angebaut. Weißer Mais dient traditionell als Nahrungsmittel (siehe Abbildung), gelber Mais hingegen als Futtermittel. Es sind vor allem Kleinbauern, häufig auch Frauen, die in Südafrika gv-Pflanzen anbauen.

In Burkina Faso wurde 2009 auf 115.000 Hektar gv-Baumwolle angebaut. Im zweiten Jahr des Anbaus machten gv-Sorten damit schon knapp 30 Prozent der landesweiten Baumwollflächen aus. Landwirte in Ägypten säten 2009 auf 1.000 Hektar gv-Mais aus. Für größere Flächen reichte das vorhandene Saatgut nicht: Aufgrund von Problemen mit Einfuhrlizenzen konnten die Bauern nur lokal produziertes Saatgut nutzen.

Regierungen: Behörden und Rechtsvorschriften

Voraussetzung für einen breiteren kommerziellen Anbau von gv-Pflanzen sind kompetente Zulassungsbehörden und geeignete gesetzliche Vorschriften. Viele afrikanische Länder haben bereits eigene nationale Rahmenwerke zur biologischen Sicherheit bei der Nutzung von gv-Pflanzen ausgearbeitet, meist unterstützt vom Globalen Umweltfonds des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen. Beim Aufbau von Behörden, die Freilandversuche mit gv-Pflanzen oder deren kommerziellen Anbau genehmigen können, sind die meisten Länder allerdings noch im Rückstand.

Einen Schritt nach vorne haben die 19 Mitgliedsstaaten des Gemeinsamen Marktes für das Östliche und Südliche Afrika (COMESA) Anfang Oktober getan, als sie ein gemeinsames Vorgehen in Biosicherheitsfragen vorschlugen. Der Ansatz der Handelsorganisation sieht eine einheitliche regionale Sicherheitsbewertung neuer gentechnisch veränderter Pflanzen vor. Die beteiligten Länder wollen mit diesem Vorstoß die regionale Leistungsfähigkeit bündeln und Kapazitätsengpässe überwinden. Die Anbauentscheidung soll allerdings den einzelnen Staaten überlassen bleiben.

Die meisten afrikanischen Länder haben darüber hinaus das internationale Protokoll über biologische Sicherheit ("Cartagena-Protokoll") unterschrieben. Dieses Abkommen regelt den grenzüberschreitenden Transport, die Handhabung und den Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO). Bei der fünften Vertragsstaatenkonferenz zum Cartagena-Protokoll im Oktober einigten sich die Teilnehmer auf allgemeine Haftungsregeln beim internationalen Handel mit GVO. Solche Haftungsfragen werden künftig nach nationalem Recht geregelt. Dafür hatten sich auch afrikanische Staaten eingesetzt. Kenias Forschungsminister erklärte in diesem Zusammenhang, sein Land wolle die rechtlichen Grundlagen schaffen, um die Vorteile gentechnisch veränderter Pflanzen nutzen zu können.

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