Zwei neue Direktoren schärfen das Kompetenzprofil des FZI zu Datenschutz, IT-Sicherheit, eEnergy und eMobility

(PresseBox) (Karlsruhe, ) .
-IT-Sicherheitsspezialist Prof. Dr. Jörn Müller-Quade und Prof. Dr. Hartmut Schmeck, Experte für selbst-organisierende, adaptive Systeme, erweitern das Direktorium des FZI Forschungszentrums Informatik Karlsruhe
- Neue Impulse für Zukunftstechnologien am FZI
- Noch engere Verknüpfung mit dem KIT

Mit Professor Dr. Jörn Müller-Quade und Professor Dr. Hartmut Schmeck hat das FZI Forschungszentrum Informatik zwei weitere Professoren des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) als Direktoren gewonnen. Müller-Quade leitet am KIT das Institut für Kryptographie und Sicherheit (IKS) der Fakultät für Informatik. Schmeck ist Sprecher der kollegialen Institutsleitung des Instituts für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB) der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Die neuen Direktoren schärfen das interdisziplinäre Kompetenzprofil des FZI: Professor Müller-Quade verstärkt mit seinem umfassenden Wissen über Datenschutz und IT-Sicherheit (eSafety and eSecurity) den FZI-Forschungsbereich Software Engineering (SE) und stellt dieses Knowhow auch den anderen drei Forschungsbereichen zur Verfügung. In seiner eigenen Anwendungsforschung am FZI will er sich um die Beurteilung der Sicherheit realer Anwendungen kümmern und Sicherheit langfristig zertifizierbar machen. Professor Schmeck bringt seine Kompetenzen zur Gestaltung verlässlicher und gleichzeitig selbstorganisierender, adaptiver Systeme aus seiner langjährigen Forschungstätigkeit zu "Organic Computing" in den FZI-Forschungsbereich Intelligent Systems and Production Engineering (ISPE) ein. Er wird am FZI vor allem intelligentes Energiemanagement (eEnergy) und neuartige Mobilitätskonzepte (eMobility) unter Einschluss von elektrischen Fahrzeugen bearbeiten und mit seinen Forschungsgruppen innovative Informations- und Kommunikationstechnologien für diese Anwendungsbereiche entwickeln. Mit den neuen Direktoren ist das FZI bestens gerüstet, diese wichtigen Zukunftsthemen in ihrer Vielfalt systematisch anzugehen, um der Wirtschaft praktische Anwendungslösungen bereitstellen zu können.

Prof. Dr. Jörn Müller-Quade leitet das Institut für Kryptographie und Sicherheit (IKS) des KIT. Forschungsfragen zu Datenschutz, IT-Sicherheit und Kryptographie stehen dort im Zentrum seiner Forschung. Er untersucht und entwickelt fortgeschrittene kryptographische Protokolle. Aktuell interessiert ihn ganz besonders die Frage, inwieweit Daten sicher bleiben können, wenn sie auf fremden Servern verarbeitet und gespeichert werden. Prof. Müller-Quade ist überzeugt: "IT-Sicherheit wird zukünftig eine entscheidende Rolle spielen. Für die Akzeptanz von Produkten und Dienstleistungen wird die Vertrauenswürdigkeit der Systeme immer mehr zu einer Voraussetzung". Seine FZI-Arbeitsgruppe Systemsicherheit wird voraussichtlich an vielen FZI-Projekten beteiligt sein, da Systemsicherheit eine Querschnittstechnologie ist. Im Zusammenspiel von IKS und FZI und dem ebenfalls von ihm geleiteten Europäischen Institut für Systemsicherheit (EISS), einem der ältesten Institute für Informationssicherheit in Deutschland, bietet sich seiner Meinung nach "die Gelegenheit, nicht nur aktuelle Forschungsergebnisse in die Praxis umzusetzen, sondern auch die Möglichkeit, wissenschaftliche Anregungen aus realen Fragestellungen zu ziehen".

Jörn Müller-Quade studierte Informatik in Erlangen und Karlsruhe und promovierte 1998 in Karlsruhe im Bereich Computeralgebra. Von 1999 bis 2001 folgte eine Tätigkeit an der Universität von Tokyo, von wo er seine Begeisterung für Kryptographie mit zurück nach Karlsruhe brachte. Am Lehrstuhl von Müller-Quade wurde "Bingo Voting" entwickelt, ein neuartiges Wahlverfahren, das Wahlcomputer einsetzt und dabei eine beweisbare Nachvollziehbarkeit des Wahlergebnisses garantiert, ohne das Wahlgeheimnis zu verletzen. Das Nachwuchswissenschaftler-Team um Müller-Quade am KIT wurde dafür ausgezeichnet. 2008 erhielt die Forschungsgruppe den mit 100.000 Euro dotierten Deutschen IT-Sicherheitspreis der Horst-Görtz-Stiftung. Sein Engagement für Lehre und Nachwuchsförderung zeigt der Sicherheitsspezialist als Koordinator des Begabtenkollegs, in dem die Stipendien der Fakultät für Informatik des KIT zusammengefasst sind.

Prof. Dr. rer.nat. Hartmut Schmeck ist Sprecher der kollegialen Institutsleitung des Instituts für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB), Koordinator des DFG-Schwerpunktprogramms 1183 "Organic Computing" und Kernmitglied der "Organic Computing Initiative" der GI/ITG-Fachbereiche Technische Informatik. 2008 hat er zusätzlich die Funktion des Wissenschaftlichen Sprechers des neu formierten KIT-Schwerpunkts "COMMputation" übernommen, der sich der wissenschaftlichen Herausforderungen durch die zunehmend inhärente Kombination von "communication" und "computation" annimmt. Außerdem ist er Sprecher der Beteiligung des KIT an den Verbundprojekten MeRegio und MeRegioMobil, in denen Informations- und Kommunikationstechnologien zur Verbesserung des Energiemanagements und zur Integration von Elektromobilität ins Energiesystem entwickelt werden.

Prof. Schmeck sieht die Gestaltung verlässlicher und gleichzeitig selbstorganisierender, adaptiver Systeme als besondere Herausforderung seiner Forschungstätigkeit. Seine langfristigen Forschungsziele beschreibt der Informatiker und Mathematiker mit den Worten: "Hochgradig vernetzte Systeme sollen weitgehend selbständig ihre Anforderungen erfüllen, sich selbstorganisierend an veränderliche Rahmenbedingungen ihrer Einsatzumgebung anpassen und zusätzlich Schnittstellen für einen steuernden Eingriff bereitstellen". Seine Erfahrung mit grundlegenden Aspekten der gesteuerten Selbstorganisation, mit Anwendungen des Organic Computing in der Steuerung des Straßenverkehrs und im intelligenten Energiemanagement will er am FZI unter anderem dazu nutzen, neue Services für Energiesysteme und Elektromobilität zu entwickeln. Konkret geht es um innovative Informations- und Kommunikationstechnologien für ein intelligentes Energiemanagement (eEnergy) und für neuartige Mobilitätskonzepte (eMobility) unter Einschluss von elektrischen Fahrzeugen.

Hartmut Schmeck hat von 1969 bis 1975 an der Universität in Kiel Informatik und Mathematik studiert, unterbrochen von einem einjährigen Studienaufenthalt an der Universität von Waterloo (Kanada). Seine Doktorarbeit über "Algebraische Charakterisierung von Flussdiagrammen" und seine Habilitation zum Thema "Modellierung und Bewertung von VLSI-Algorithmen" führte er wieder in Kiel durch, wo er auch die Venia legendi in Informatik erwarb. Mehr als 110 Publikationen über Algorithmen speziell für hochparallele und verteilte Architekturen, insbesondere über bioinspirierte Methoden der Optimierung, sowie in jüngster Zeit über selbstorganisierende adaptive Systeme des Organic Computing tragen seinen Namen als Autor oder Ko-Autor.

FZI Forschungszentrum Informatik

Das FZI ist eine Einrichtung des Landes Baden-Württemberg und der ehemaligen Universität Karlsruhe (TH), jetzt Karlsruher Institut für Technologie (KIT), in der Rechtsform einer gemeinnützigen Stiftung bürgerlichen Rechts. Es hat die Aufgabe, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie aus Informatik, Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen verfügbar zu machen. In Kooperationsprojekten und in Auftragsforschung entwickelt das FZI für seine Geschäftspartner Konzepte für betriebliche Organisationsaufgaben sowie Software- und Systemlösungen und setzt diese in innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse um. Wissenschaftliche Exzellenz und Interdisziplinarität sind in der Organisation verankert: Für den Technologietransfer engagieren sich am FZI Professorinnen und Professoren, die am KIT und weiteren Universitäten in verschiedenen Disziplinen Informatik und ihre Anwendungen erforschen. Das FZI ist Innovationspartner des KIT, das aus dem Zusammenschluss der Universität Karlsruhe (TH) mit dem Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) entstanden ist.

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