Funkwerk verbessert im dritten Quartal trotz Umsatzrückgang die Ertragslage

Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern nahezu ausgeglichen (EBIT: -0,5 Mio. Euro)

(PresseBox) (Kölleda, ) .
- Fixkostenentlastung von über 16 Mio. Euro in den ersten neun Monaten erzielt
- Umsatz auf Neunmonatssicht mit 149,4 Mio. Euro unter Vorjahr (167,9 Mio. Euro)
- Deutliche Umsatzsteigerung im vierten Quartal und Rückkehr in die operative Gewinnzone zum Jahresende erwartet

Die Funkwerk AG (ISIN DE0005753149) hat im dritten Quartal 2010 trotz eines unerwarteten Rückgangs beim Umsatz und Auftragseingang operativ ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis erzielt. Durch die erfolgreiche Restrukturierung des Konzerns gelang es, die Fixkosten um über 16 Mio. Euro seit Jahresanfang abzusenken. Während im Vorjahr so noch ein Quartalsverlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) von -9,6 Mio. Euro anfiel, ermäßigte sich dieser Wert im dritten Quartal 2010 auf -0,5 Mio. Euro. Drei von vier Geschäftsfeldern erwirtschafteten so ausgeglichene bzw. positive Ergebnisbeiträge. Für das vierte Quartal erwartet Funkwerk - auch aufgrund von Nachholeffekten - eine deutliche Umsatzsteigerung und ein positives operatives Betriebsergebnis auf Konzernebene. 'Damit ist das Ziel der Rückkehr in die operative Gewinnzone für das Gesamtjahr 2010 weiter in Reichweite', schreibt der Vorstand im heute vorgelegten Quartalsbericht.

Funkwerk liefert mit seinen Informations- und Kommunikationssystemen hauptsächlich Infrastruktur für Verkehrsbetriebe, Fahrzeughersteller, Unternehmen und Institutionen. Unter dem Eindruck hoher Staatsverschuldungen und dem daraus resultierenden Zwang zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte haben im dritten Quartal insbesondere Verkehrsbetriebe und Unternehmen mit Infrastruktureinrichtungen, die stark von öffentlichen Ausgaben abhängen, entgegen ihrer Ankündigungen Investitionen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik zurückgefahren. Auch blieben ursprünglich avisierte Abrufe bei Rahmenverträgen teilweise aus.

Auftragseingang per Ende September über Vorjahr

Dies prägte im dritten Quartal die Geschäftsentwicklung im Funkwerk-Konzern insbesondere in dem auf Kommunikations- und Informationssysteme für Bahnbetriebe spezialisierten Geschäftsbereich Traffic & Control Communication. Darüber hinaus fehlten auch im weiter in der Restrukturierung befindlichen Geschäftsbereich Security Communication Umsatzbeiträge aus dem Export. So blieben die Erlöse im dritten Quartal mit 48,7 Mio. Euro auf Konzernebene nicht nur hinter der Planung, sondern auch hinter dem Vorjahr (54,0 Mio. Euro) zurück. Dies gilt auch für den Auftragseingang, der sich auf 46,6 Mio. Euro belief (2009: 58,6 Mio. Euro).

Der kumulierte Neunmonatsumsatz erreichte damit einen Wert von 149,4 Mio. Euro (2009: 167,9 Mio. Euro). Im Vergleich zum Vorjahr ist dabei zu berücksichtigen, dass etwa 5,4 Mio. Euro der Umsatzdifferenz allein auf einen Endkonsolidierungseffekt sowie etwa 15 Mio. Euro auf den politisch bedingten Stillstand der Geschäftsaktivitäten in Algerien zurückzuführen sind. Darüber hinaus wurden von Funkwerk im Zuge der Restrukturierung auch einzelne Produktgruppen und somit Umsatzbeiträge bewusst aufgegeben.

Der Auftragseingang lag per Ende September dennoch aufgrund der positiven Entwicklung im ersten Halbjahr mit 160,3 Mio. Euro über dem Vorjahresvergleichswert (156,5 Mio. Euro). Dies gilt auch für den Auftragsbestand, der sich auf 103,0 Mio. Euro bezifferte (2009: 101,3 Mio. Euro).

Verlustbringer Security Communication soll bis Jahresende Turnaround vollziehen

Die Ertragslage der Funkwerk AG hat sich nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2010 gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Zwar bedeutete die per Saldo enttäuschende Geschäftsentwicklung im dritten Quartal einen Rückschlag auf dem Weg zur Wiedererlangung früherer Ertragskraft. Dank der mittlerweile fast abgeschlossenen Maßnahmen zur Kapazitätsanpassung und zur Fixkostenreduzierung gelang es Funkwerk jedoch trotzdem ein nahezu ausgeglichenes Betriebsergebnis zu erzielen.

Bei dem um über 18 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr verringerten Neunmonatsumsatz konnte so auf Konzernebene per Ende September ein um über 12 Mio. Euro besseres Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von -3,2 Mio. Euro (2009: -15,5 Mio. Euro) erzielt werden. Der negative Wert ist dabei nahezu ausschließlich durch das Segmentergebnis von -5,4 Mio. Euro (2009: -8,5 Mio. Euro) des Geschäftsbereiches Security Communication verursacht. Hierin spiegeln sich die Aufwendungen der noch laufenden Restrukturierung und Kapazitätsanpassung sowie die erheblichen Projektierungskosten wieder, die in den ersten zwei Quartalen aufgewendet werden mussten. Im dritten Quartal erzielte dieser Geschäftsbereich damit noch ein negatives Ergebnis von rund -1,2 Mio. Euro. Für das vierte Quartal wird jedoch auch in diesem Bereich ein positives operatives Betriebsergebnis erwartet.

Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich im dritten Quartal Zins- und Steueraufwendungen im Funkwerk-Konzern, sodass das Periodenergebnis -2,1 Mio. Euro erreichte (2009: -7,4 Mio. Euro). Daraus resultierte für die ersten neun Monate 2010 somit ein Konzernverlust von -5,6 Mio. Euro (2009: -12,2 Mio. Euro). Das entspricht einem Ergebnis pro Aktie von -0,68 Euro (2009: -1,48 Euro).

Für das letzte Quartal 2010, im Geschäftsjahresturnus üblicherweise das umsatz- und ergebnisstärkste, erwartet Funkwerk deutliche Verbesserungen, unter anderem aufgrund von Nachholeffekten bei den im dritten Quartal noch verzögerten Auftrags- und Projektvergaben. Den größten Ergebnisbeitrag dazu soll der Bereich Traffic & Control Communication liefern. Hier machten sich im dritten Quartal als Nachwirkungen der Finanzkrise Kürzungen der Budgets für Informationssysteme und Kommunikationstechnik bei den Bahnbetrieben bemerkbar. Entgegen der Ankündigungen und bereits bestehender Zusagen wurden so auch Produktabrufe aus Rahmenverträgen verzögert. Auf Neunmonatssicht kumulierte sich der Segmentumsatz somit auf 71,7 Mio. Euro (2009: 79,2 Mio. Euro) bei einem positiven EBIT von 1,7 Mio. Euro (2009: -3,2 Mio. Euro), wobei zu berücksichtigen ist, dass rund 5,4 Mio. Euro der Umsatzdifferenz gegenüber dem Vorjahr auf einem Endkonsolidierungseffekt beruhen.

Alle Geschäftsfelder mit positivem Ausblick

Im vierten Quartal 2010 sollte sich das Geschäft mit Kommunikations-, Management- und Informationssystemen für Verkehrsbetriebe und Hersteller von Verkehrsinfrastrukturen jedoch beleben. Die im strategischen Fokus stehende Internationalisierung trägt dabei erste Früchte. So gibt es aussichtsreiche Anbahnungen in den BRIC-Staaten. Große Potenziale werden von Fachleuten auch für das elektronische Stellwerksystem Alister gesehen.

Der Geschäftsbereich Automotive Communication (AC) hat im dritten Quartal seinen Aufwärtstrend fortgesetzt und bei Umsätzen von 22,5 Mio. Euro (2009: 21,0 Mio. Euro) ein über Plan liegendes, nahezu ausgeglichenes operatives Betriebsergebnis von -0,4 Mio. Euro, nach einem Minus von 4,9 Mio. Euro noch in 2009 erzielt. Das OEM-Geschäft mit Verstärker- bzw. Connectivity Einheiten für Nutzfahrzeughersteller und die Automobilindustrie belebte sich dabei ebenso weiter, wie das Geschäft mit Funktranspondern im Produktbereich Avionik. AC dürfte im vierten Quartal 2010 und im folgenden Geschäftsjahr seine leicht positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung fortsetzen können.

Als stabiles Element des Funkwerk Konzerns erweist sich mittlerweile der Bereich Enterprise Communication (EC). Trotz eines starken Wettbewerbs- und Preisdrucks haben sich die betriebswirtschaftlichen Parameter hier so verbessert, dass das Geschäft mit TK-Anlagen, Netzwerk- und Datensicherheitslösungen auch auf vergleichsweise niedrigem Umsatzniveau für Funkwerk profitabel ist. Darüber hinaus ist EC auf der Produkt- und Vertriebsseite nun so aufgestellt, dass wieder ein nachhaltiges Umsatzwachstum möglich ist. So konnte der Bereich im dritten Quartal bei den Umsätzen weiter leicht zulegen und durch die erfolgreiche Restrukturierung ein positives Betriebsergebnis von 1,0 Mio. Euro per Ende September (Umsatz: 21,0 Mio. Euro) erreichen. Bis Jahresende erwartet Funkwerk in diesem Segment eine stabile Umsatzentwicklung und für das Gesamtjahr 2010 einen positiven operativen Ergebnisbeitrag.

Im Geschäftsbereich Security Communication (SC) kam Funkwerk bei der Restrukturierung der verschiedenen operativen Einheiten und der Neujustierung des Geschäftsmodells im dritten Quartal gut voran. Auf Neunmonatssicht summierte sich der Segmentumsatz auf 34,2 Mio. Euro, gegenüber 43,1 Mio. Euro im Vorjahr. Dieser Rückgang ist ausschließlich dem Ruhen der Projekte in Algerien geschuldet. Während im Vorjahr hier noch über 14 Mio. Euro umgesetzt wurden, waren es in 2010 nur noch 1,4 Mio. Euro. Trotz des Umsatzrückgangs im Vergleich zum Vorjahr konnte Security Communication seine Ergebnissituation verbessern. Zwar war auch im dritten Quartal entgegen der Planung noch ein negatives operatives Ergebnis von -1,2 Mio. Euro zu verzeichnen, im Vergleich zum Vorjahr verbesserte es sich jedoch um über 4,7 Mio. Euro. Daraus ergibt sich nach den ersten neun Monaten 2010 ein operatives Segmentergebnis von -4,8 Mio. Euro gegenüber -8,4 Mio. Euro im Vorjahr.

Ohne den politisch bedingten Stopp im Algerien-Geschäft hätte sich der Geschäftsbereich Security Communication im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelt. Dies zeigt sich insbesondere auch im Auftragseingang, der mit 36,0 Mio. Euro über dem Vorjahreswert (31,4 Mio. Euro) lag. So konnten hier insbesondere im Bereich Personensicherung erfolgreich neue Projekte für die Ausstattung von Justizvollzugsanstalten und Industrieanlagen sowie im Bereich Video zur Überwachung von Kraftwerken (Schweden) bzw. Flughäfen (Frankfurt) und Bahnhöfen (Turin) akquiriert werden. Die neuen TETRA Handfunkgeräte mit Sonderfunktionen werden bereits vermehrt nachgefragt und haben das Potenzial, zusätzlichen Umsatz in 2011 auf dem Weltmarkt zu generieren.

Nachhaltige Wachstumspotenziale für Funkwerk als Technologieführer

Insgesamt haben in letzter Zeit nach Einschätzung des Vorstands die Risiken der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung für Funkwerk ab- und die Chancen zugenommen, weil die Restrukturierungen greifen und die Wettbewerbspositionen sich verbessern. 'Aufgrund der erzielten Fixkostenentlastungen sollte es bei der erwarteten Umsatzsteigerung im vierten Quartal gelingen, ein positives operatives Periodenergebnis zu erzielen und somit für das Gesamtjahr 2010 operativ in die Gewinnzone zurückzukehren', so der aktuelle Ausblick des Vorstands.

Mittel- und langfristig werde der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik bei Verkehrsbetrieben, in der Industrie und bei Organisationen mit Sicherheitsaufgaben weiter an Bedeutung gewinnen. Dies eröffne für Funkwerk als Technologieführer in vielen Bereichen nachhaltige Wachstumspotenziale und eine profitable Geschäftsperspektive für die nächsten Jahre. Zielvorgabe ist dabei weiterhin eine EBIT-Marge von 8 Prozent.

Den vollständigen Quartalsbericht zum 30. September 2010 der Funkwerk AG finden Sie im Internet unter www.funkwerk.com sowie auf der Homepage der Deutschen Börse.

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