Mittagsvorträge "Jenseits des Tellerrands"

Ab 3. November, mittwochs, 12.15-13.00 Uhr, Senatssaal im Erlanger Kollegienhaus (Raum 1.011), Universitätsstr. 15

(PresseBox) (Erlangen, ) Die Pocken, durch eine Impfaktion der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1979 weltweit ausgerottet, waren über Jahrhunderte eine gefürchtete, nahezu unausweichliche Seuche. Ihre Einschleppung nach Amerika kurz nach 1500 stellt einen der wichtigsten Faktoren dar für den Untergang der indianischen Nationen. Zugleich gelang es ab 1800, die Pocken als erste Infektionskrankheit in Europa mit einer medizinischen Maßnahme zu beherrschen: durch die Impfung mit Kuhpocken (Vakzination). Prof. Dr. Karl-Heinz Leven, Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte der Medizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) stellt in seinem Vortrag "Kollaps und Triumph: Pocken, schwarze Legenden und der Untergang der Indianer" beide Aspekte - die Katastrophe der Indianer und den Sieg der Medizin über die Pocken - als zwei Seiten einer Medaille dar. Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 3. November, und bildet den Auftakt zu der öffentlichen Vortragsreihe "Jenseits des Tellerrands", die das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der FAU organisiert. Der Eintritt ist kostenlos.

Das Erleben psychischer Extremsituation im Krieg gehört zum Alltag eines Soldaten. Dass diese darauf mit seelischen Störungen reagieren können, ist spätestens seit dem Ersten Weltkrieg bekannt. Unter dem Titel "Krieg und Psychiatrie (1914-1945). Begutachtung - Behandlung - Vernichtung" erläutert Philipp Rauh, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschichte der Medizin, am 10. November die Entwicklung der Psychiatrie im Zeitalter der beiden Weltkriege. Zudem wird er Einblicke gewähren in die militärpsychiatrische Begutachtungs- und Behandlungspraxis von Soldaten.

Die Möglichkeiten der modernen Medizin stellen Ärztinnen und Ärzte, Pflegende, Patienten sowie ihre Angehörigen immer wieder vor schwierige Entscheidungen - sei es am Lebensbeginn, bei schweren Erkrankungen oder am Lebensende. Ethikberatung kann helfen, moralische Konflikte im klinischen Alltag zu thematisieren und den jeweils Beteiligten Lösungswege aufzuzeigen. Ein Vortrag am 17. November zum Thema "Klinische Ethikberatung: Grundlagen, Abläufe und Ziele" von Dr. Florian Bruns, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Ethik in der Medizin, wird einen Einblick in die Arbeit der Klinischen Ethikberatung am Universitätsklinikum Erlangen vermitteln.

Bereits von Kriegen, Hungersnöten und anderen Katastrophen geplagt, wurde die byzantinisch-persische Grenzstadt Amida im Jahr 560 n. Chr. von einem kollektiven Wahnsinn mit rätselhaften Symptomen heimgesucht. Doch was steckt hinter dem hündischen Bellen der Wahnsinnigen, das von Augenzeugen beschrieben wird? Und verarbeitet der byzantinische Arzt Aetios aus Amida tatsächlich selbst Erlebtes in seinem Handbuch-Kapitel zum "Hundewahn"? Die Medizinhistorikerin Dr. Nadine Metzger, wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Geschichte der Medizin, erläutert am 24. November, auf welche Weise sie versucht, diese Fragen zu klären.

Der Arzt Bernd Friedrich, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Ethik der Medizin, erörtert am 1. Dezember die Problematik, dass Ärzte bei medizinischen Entscheidungen zunehmend in ein Spannungsfeld geraten: Zum einen ermöglicht der medizinische Fortschritt immer kompliziertere und teurere Operationen, zum anderen muss der Arzt in Zeiten zunehmender Mittelverknappung Kosten einsparen. Der Vortrag unter dem Titel "Kranker oder Kunde? Helfer oder Händler? Konsequenz für die Patient-Arzt-Beziehung" bildet zugleich den Abschluss der Reihe.

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