InnoCaT: Energieeinsparung als ganzheitlicher Ansatz

(PresseBox) (Chemnitz, ) Am 14. Dezember 2011 tagte der Industrie-Lenkungskreis der Innovationsallianz »Green Carbody Technologies (InnoCaT)« am Fraunhofer IWU in Chemnitz. Hintergrund war die Präsentation und Einschätzung der Forschungsergebnisse für energie- und ressourcenschonende Produktionsprozesse in der Karosseriefertigung nach nunmehr fast zwei Jahren Projektlaufzeit. Die erste Innovationsallianz im Bereich der Produktionstechnik hat zum Ziel, wesentlich energieeffizientere Technologien und Ausrüstung zu entwickeln und darüber hinaus bewertbar und planbar zu gestalten.

Die Innovationsallianz »InnoCaT« als Initiative produktionstechnischer Ausrüster und Zulieferer der Automobilindustrie forscht an neuen Technologien, Verfahrensabläufen und Werkzeugen für die Karosseriefertigung, die eine direkte Umsetzung in der industriellen Praxis finden. Im Vordergrund der Allianz, der mehr als 60 renommierte Unternehmen angehören, steht der ganzheitliche Fertigungsprozess von Fahrzeugkarosserien. Angestrebtes Ziel ist es, ganz wesentlich Energie im Produktionsprozess einzusparen, um den Ressourceneinsatz und Kosten zu verringern sowie die globale Wettbewerbsfähigkeit der Automobilhersteller in Deutschland zu stärken. In fünf großen Verbundprojekten, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert werden, flankiert die Allianz die Aktivitäten der Unternehmen.

Der Lenkungskreis als ein Organ der Selbstorganisation der Innovationsallianz setzt sich aus elf Vertretern seitens der Industrie und Politik zusammen und soll die strategische Ausrichtung, die Ergebnisorientiertheit und Nachhaltigkeit der gemeinsamen Forschungsarbeiten stärken. Mit dem jährlich stattfindenden Treffen des Lenkungskreises wurden diesmal am 14. Dezember 2011 Einzelergebnisse aus den 30 Teilprojekten als Summe für die ganzheitliche Betrachtung von Fertigungsprozessen im Karosseriebau präsentiert und diskutiert. Den Aspekt eines ganzheitlichen Ansatzes als Vergleichsbasis begrüßte Clemens Zielonka vom BMBF. Ihm geben die Forschungsergebnisse der Innovationsallianz »Green Carbody Technologies« aus politischer Sicht sehr gute Möglichkeiten, weitere Förderaspekte und Handlungsbedarfe für zukünftige Programme in diesem Bereich aufzunehmen. Dr. Uwe Krause, PTKA Projektträger Karlsruhe im Karlsruher Institut für Technologie, verdeutlichte, dass die Verbünde mit den Projekten die Aufgabe haben, bis 2020 Schwerpunkte für die Produktionstechnik im Karosseriebau zu setzen, die auch für zukünftige Forschungsarbeiten in Deutschland richtungsweisend sind. Den Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Praxis sieht Udo Lütze von der Friedrich Lütze GmbH & Co. KG schon jetzt. Er kann durch die Erkenntnisse neue und effizientere Produkte an den Markt bringen.

Ein u.a. vorgestelltes Teilprojekt beschäftigt sich mit der Reduzierung erforderlicher Ressourcen durch Verfahrenskombinationen. Durch die integrierte Fertigung des Stütz- und Innenteils einer Motorhaube, also durch die Einleitung des Fügeprozesses bereits in der Pressenlinie besteht die Option das Vorgehen auf zehn Prozent der Bauteile einer Karosserie anzuwenden. Ein weiterer verfolgter Ansatz ist die Prozessentwicklung Formschlagen. Dabei werden durch Materialeinsparung und Energieeinsparung an der Anlage während des Pressvorgangs bis zu 25 Prozent an Einsparpotenzial in Betracht gezogen.

Ein Referenzprojekt von »InnoCaT« beschäftigt sich im Karosseriebau mit der Fertigung der Innentür des Golf 6. Bei einer Live-Schaltung in die Produktionsanlage des Wolfsburger VW-Werks während des Treffens am 14. Dezember 2011 konnten sich die Teilnehmer vom aktuellen und tatsächlichen Verbrauch an Energie überzeugen. Das wiederum macht die Produktionsabläufe in Bezug auf die energieeffiziente Fertigung transparent und hilft dabei weitere Aspekte der Einsparung aufzuzeigen.

Mit diesen und weiteren Projekten betreibt die Innovationsallianz Forschungsarbeiten auf einem breiten Gebiet der Produktionstechnik für den Karosseriebau. Als Leuchtturmprojekt im Verbund kompetenter Partner werden Akzente für die visionäre Fabrik und Produktionstechnik von übermorgen gesetzt. Noch bis 31. Dezember 2012 laufen die Forschungsprojekte. Neben einer öffentlichen Ergebnispräsentation bereits im Sommer 2012 wird als wissenschaftlicher Abschluss von »InnoCaT« ein Kolloquium im Frühjahr 2013 vorbereitet.

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